Mobile Living Transport

Bürojob nicht ausgeschlossen – 10 Fragen an … Lea Rieck von Got2Go

geschrieben von Marinela Potor

Reisen, vernetzt sein, für Bewegungsfreiheit kämpfen – Mobilität hat viele Facetten. In unserer neuen Serie „10 Fragen an…“ sprechen wir mit Menschen auf Achse darüber, was sie bewegt. Die Journalistin, Motorradliebhaberin, Bloggerpreisnominierte und Weltreisende Lea Rieck von Got2Go macht den Anfang.

Lea Rieck (Bild: Fabian Frinzel)

Lea Rieck (Bild: Fabian Frinzel)

Die Münchnerin Lea Rieck hat schon als Kind lieber mit Autos als mit Barbies gespielt, sagt sie. Als Erwachsene zog es sie dann in die kreative Branche, wo sie sich mit Architektur, Design, Mode und dem Schreiben beschäftigt hat.

Auf ihrer aktuellen Weltreise verbindet sie all diese Leidenschaften: Sie tourt um die Welt auf ihrem Motorrad, schreibt darüber und zeigt uns auch noch, wie man selbst mit Schlamm im Gesicht noch stylish aussehen kann.

Sie ist es, die sich in dieser Woche unseren zehn Fragen gestellt hat.

1. Ich reise, weil…

… Reisen bildet und die eigenen Horizonte erweitert.

2. Woher kommt dein Geld zum Reisen?

Ich bin Journalistin und habe die letzten Jahre für Magazine, Zeitungen und Onlinepublikationen gearbeitet. Schon immer habe ich versucht, etwas zu sparen, um mir irgendwann den Traum einer großen Weltreise auf dem Motorrad erfüllen zu können. Nun ist das Ganze früher passiert, als ich eigentlich dachte – weil es einfach der richtige Zeitpunkt war.

3. Auf welchen Gegenstand könntest du selbst auf Reisen nie verzichten?

Auf mein Motorrad! Für mich ist mein Motorrad das wichtigste Objekt meines Reisens, da es mehr ist als nur ein Fortbewegungsmittel. Das Reisen mit dem Motorrad ist viel unmittelbarer als zum Beispiel abgeschottet in einem Auto zu fahren und natürlich teilweise auch eine größere Herausforderung, da man seiner Umwelt unmittelbar ausgesetzt ist.

Myanmar (Bild: Lea Rieck)

4. Ohne welche digitalen Tools könntest du nicht mehr leben?

Ohne Navigation wäre ich aufgeschmissen. Ich nutze dafür eine heilige Zweifaltigkeit: Mein Garmin Navigationssystem am Motorrad, die App maps.me auf dem Handy, auf der man alle Landkarten offline herunterladen kann, und Google Maps, die ich soweit es geht immer vorlade, bevor ich in die jeweiligen Gebiete fahre. Generell weiß ich nicht, was ich ohne mein iPhone tun würde. Es dient nicht nur der Navigation, sondern auch um Kontakt zu meinen Freunden und meiner Familie zu halten, und es hilft mit Apps wie Spotify gegen einsame Stunden „on the road“.

5. Beende diesen Satz: Minimalismus ist…

… so platzsparend zu packen, dass man trotzdem noch drei Kleider mitnehmen kann.

6. Wo ist dein Lieblingsort?

Ich bin sehr dankbar, dass ich auf meiner Reise so viele verschiedene Orte sehen durfte. Einen absoluten Lieblingsort habe ich nicht, sehr beeindruckend fand ich aber den Pamir Highway in Tadschikistan mit seiner Mondlandschaft und den Karakorum Highway in Pakistan mit seinen klaren Seen und rauen Bergspitzen.

Karakorum Highway (Bild: Lea Rieck)

7. Was ist das Schlimmste und das Schönste, das dir unterwegs bisher passiert ist?

Das Schlimmste war ein Sturz in einer abgelegenen Gegend auf einem Offroad-Sand-Track, bei dem ich mir den Kopf gestoßen habe und wahrscheinlich ein paar Tage eine Gehirnerschütterung hatte.

Das Schönste sind immer wieder die unzähligen bereichernden Bekanntschaften mit Einheimischen und anderen Reisenden. Schließlich sind es die anderen Menschen, die einen Großteil der Reise ausmachen.

Indien (Bild: Lea Rieck)

8. Wie gehst du damit um, so lange von Familie und Freunden getrennt zu sein?

Das Getrenntsein von Familie und Freunden ist natürlich manchmal nicht so einfach – gerade wenn man zum Beispiel Weihnachten alleine feiern muss. Dann hilft es aber natürlich, dass unsere moderne Kommunikation es so leicht macht, mit den daheim Gebliebenen Kontakt zu halten – es fühlt sich oft so an, als würden mich alle zumindest virtuell begleiten, und ich weiß dank diverser WhatsApp-Gruppen ziemlich genau, was so im Leben meiner Freunde vor sich geht.

9. Wie funktioniert die Liebe bei dir und deinem Leben auf Reisen?

Ich denke das Lieben auf Reisen ist ganz einfach: Der richtige Partner begleitet, besucht und unterstützt dich, der falsche Partner würde bei einer solchen Reise nicht lange einer bleiben.

Bild: Lea Rieck

10. Könntest du dir auch vorstellen, wieder in Deutschland zu leben – und in einem Nine-To-Five-Bürojob zu arbeiten?

Deutschland bzw. Europa ist meine Heimat. Meine Reise hat dort begonnen und wird dort auch enden. Allerdings bin ich nicht festgefahren, wenn es darum geht, in welche Städte oder Länder es mich danach ziehen wird. Ich liebe es zu arbeiten, und wenn es der richtige Job ist und er mich herausfordert, dann habe ich auch kein Problem damit, dieser Herausforderung in einem Büro zu begegnen.

Vielen Dank!

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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