Mobile Living

Ein Baum als Klo – 10 Fragen an Gitti Müller

geschrieben von Marinela Potor

Reisen, vernetzt sein, für Bewegungsfreiheit kämpfen – Mobilität hat viele Facetten. In unserer Serie „10 Fragen an…“ sprechen wir mit Menschen auf Achse darüber, was sie bewegt. Diesmal im Gespräch: Gitti Müller, Journalistin und Reisebloggerin auf unendlicher Weltreise.

Ihren ersten Anfall von Fernweh hatte Gitti Müller 1980 – und landete als Backpackerin in Lateinamerika. Damals wog ein Rucksack noch richtig viel und das Reisen war beschwerlich. Seitdem kann sie es einfach nicht mehr lassen. Heute hat sie vor allem ihren Laptop und ihre DSLR im Gepäck. Als Fernseh-Journalistin und Ethnologin kommt sie viel rum, aber Lateinamerika hat nach wie vor einen ganz besonderen Platz in ihrem Herzen.

1. Ich bin digitale Nomadin, weil…

Es kein größeres Glück gibt als seinen Arbeitsplatz selbst bestimmen zu können.

Montevideo, Uruguay 2015. „Gleiches Baujahr, aber ich sehe besser aus“ (Bild: Gitti Müller)

2. Woher kommt dein Geld zum Reisen?

Ich bin Journalistin. Ab und zu mache ich eine längere Fernsehdokumentation und ansonsten Geschichten für Zeitungen, Radio und Onlinepublikationen, die ich von meinen Reisen mitbringe. Zudem produziere ich Videos. Früher brauchte man dafür aufwendige Technik und Schnittstudios, inzwischen reicht meine Kamera und der Laptop.

3. Auf welchen Gegenstand könntest du selbst auf Reisen nie verzichten?

Auf Kamera und Laptop, Zahnseide, Moskitonetz und e-book.

4. Ohne welche digitalen Tools könntest du nicht mehr leben?

Da ich kein Digital Native bin, arbeite ich noch mit Notitzbüchern aus Papier 🙂 An Tools brauche ich daher eigentlich nur ein Text- ein Foto- und ein Videoschnittprogramm.

Dolomiten, Villnöss-Tal (Bild: Gitti Müller)

5. Beende diesen Satz: Minimalismus ist…

… wenn ich nur mit Handgepäck reise

6. Wo ist dein Lieblingsort?

Am Titicacasee in Bolivien. Wenn ich an diesem magischen Ort bin spüre ich wie meine Batterien aufgeladen werden. Das hat mich schon auf meiner ersten Reise 1980 fasziniert.

7. Was ist das Schlimmste und das Schönste was dir unterwegs bisher passiert ist?

Das Schlimmste war als ich auf einer Reise über das bolivianische Hochland dringend aufs Klo musste, der Bus anhielt und die Fahrgäste sich einfach mit ihrem Poncho hinhockten während ich verzweifelt einen Baum oder Strauch suchte.

Das Schönste war, dass ich einen fand.

Nein, im Ernst, ich habe so viele schöne Dinge auf Reisen erlebt… da weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll

Kochkurs in Oaxaca, Mexiko. „Ich wollte schon immer wissen wie das mit den moles Soßen geht“ (Bild: Gitti Müller)

8. Wie gehst du damit um, so lange von Familie und Freunden getrennt zu sein?

Die sind ja nicht weg. Wahre Liebe und Freundschaft fürchtet keine räumliche oder zeitliche Distanz

9. Wie funktioniert die Liebe bei dir und deinem Leben auf Reisen?

Ich bin aus dem Alter raus 😉

10. Könntest du dir auch wieder vorstellen, wieder in Deutschland zu leben (und in einem Nine-To-Five-Bürojob zu arbeiten 🙂 ) ?

Ich bin zwischendurch immer wieder in Deutschland und bin auch gerne dort. Einen Nine-To-Five-Bürojob kann ich mir aber überhaupt nicht vorstellen. Das habe ich vor 30 Jahren aufgegeben. Seitdem arbeite ich als Freelancerin.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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