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Akku-Recycling: Forscher entwickeln Bio-Verfahren mit Orangenschalen

Orangen, Frucht, Essen
Orangenschalen zeigen erstaunliche Fähigkeiten beim Akku-Recycling. (Foto: Unsplash / Mae Mu)

Wissenschaftler haben ein neues Bio-Verfahren zum Akku-Recycling entwickelt – mit Orangenschalen. Damit können bis zu 90 Prozent der Metalle wiedergewonnen werden. 

Akkus sind nach wie vor der Knackpunkt bei Elektroautos. Von der Herstellung über die Leistung bis hin zum Recycling stellt sich immer wieder die Frage nach er Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit der Batteriezellen.

Denn wie gut Elektrofahrzeuge fürs Klima sind, hängt auch stark davon ab, wie nachhaltig Akkus sind.


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Einen neuen Durchbruch beim Recycling vermelden nun Forscher der Nanyang Technological University Singapore (NTU Singapore). Sie haben ein Bio-Verfahren für Akku-Recycling entwickelt, bei dem sich die Wertstoffe aus den Akkus unter anderem mit Orangenschalen wiedergewinnen lassen.

Akku-Recycling mit Orangen und Zucker

So haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass sie beim Akku-Recycling die Wertstoffe mit einem säurehaltigen Pulver zurückgewinnen können. Dieses besteht aber nicht aus giftigen chemischen Säuren, sondern vielmehr aus Zitronensäure und Orangenschalen, die zuvor im Ofen getrocknet werden.

Im Labor konnten die Forscher so 90 Prozent der Metalle wie Kobalt, Lithium, Nickel und Mangan aus den Akkus zurückgewinnen.

Assistenzprofessor Daltan Tay sagte dazu: „Der Schlüssel liegt in der Zellulose, die sich in Organgenschalen findet und die sich unter der Hitze beim Extrahierungsprozess in Zucker verwandelt. Der Zucker fördert die Rückgewinnung von Metallen von Batterie-Abfällen.“

Das Verfahren benötigt außerdem weniger Energie als die sehr Energie-intensiven industriellen Verfahren. Ein weiterer Pluspunkt: Die Reststoffe, die beim Orangen-Recycling übrigbleiben, sind nicht giftig.

Verfahren auch für Smartphones und Laptops

Natürlich lässt sich dieses Bio-Verfahren zum Akku-Recycling nicht nur bei Elektroautos nutzen, sondern für Lithium-Ionen-Akkus im Allgemeinen. Damit könnte man also auch Smartphones oder Laptops nachhaltig recyceln.

Aus den wiedergewonnen Metallen haben die Forscher wiederum neue Akkus hergestellt. Das Problem dabei ist aber, dass sie nicht so lange halten wie neue Akkus. Daran will das Team aus Singapur nun als Nächstes arbeiten.

Denn besseres und nachhaltigeres Akku-Recycling kann dazu führen, dass Elektroschrott reduziert wird. 2019 waren das laut E-Waste-Monitor über 53 Millionen Tonnen weltweit. Gleichzeitig schätzen Experten, dass der Wert der Metalle im Elektroschrott rund 57 Milliarden US-Dollar beträgt.

So lohnt sich nachhaltigeres und ressourcenschonendes Akku-Recycling nicht nur für die Umwelt, sondern auch finanziell.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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