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Nach Starlink, jetzt Amazon: Weitere Satelliten am Nachthimmel

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Noch mehr Satelliten am Nachthimmel könnten unseren Sternenhimmel nachhaltig verändern. (Foto: Pixabay / Free-Photos)

Jetzt wird es langsam voll am Nachthimmel. Nach den Starlink-Satelliten von SpaceX will nun auch Amazon Satelliten launchen. Das „Project Kuiper“ wurde jetzt genehmigt. Die ersten Amazon-Satelliten könnten in den nächsten Jahren zu sehen sein. 

Viele von uns haben in diesem Jahr die Karawane der Starlink-Satelliten am Nachthimmel bestaunt. Jetzt könnte es in den kommenden Jahren ein weiteres Satelliten-Spektakel geben: Amazon will ebenfalls Satelliten launchen.

Das steckt hinter den Amazon-Satelliten

Die US-Kommunikationsbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat vor Kurzem dem Antrag von Amazon dazu stattgegeben.

Die FCC sagt in ihrer Bewilligung zum „Project Kuiper“, wie die Amazon-Satelliten heißen,:

Wir schließen, dass die Bewilligung des Antrages von Kuiper das öffentliche Interesse vorantreiben würde, indem sie ein System autorisiert, das dazu gedacht ist, Verbrauchern, Regierung und Unternehmen Zugang zu einem schnellen Breitband-Angebot zu gewähren.

Daraus wird klar: Auch die Amazon-Satelliten sollen den Internetzugang für Menschen weltweit, auch in abgelegenen Regionen, verbessern und vor allem beschleunigen.

Nach eigenen Aussagen möchte Amazon dabei 3.236 Satelliten launchen. Zum Vergleich: Derzeit schwirren bereits 2.666 Satelliten um die Erde. Amazons Projekt Kuiper würde die Anzahl der Satelliten am Himmel mehr als verdoppeln. Es ist nicht klar, wann genau Amazon diese Satelliten launchen wird. Erste Satelliten werden aber in den kommenden Jahren erwartet.

Und das ist möglicherweise erst der Anfang. So plant beispielsweise offenbar auch Facebook den Launch von Internet-Satelliten.

Satelliten stören astronomische Beobachtungen

Genau das gibt Wissenschaftlern aber auch Grund zur Sorge. Denn schon jetzt stören die grellen Starlink-Satelliten astronomische Aufnahmen. Der Effekt ist kurz nach Launch am größten und stört insbesondere astronomische Beobachtungen, die auf weite Flächen im Nachthimmel ausgerichtet sind.

Zwar hat SpaceX bereits versichert, den Lichteffekt seiner Satelliten zu reduzieren. Doch das Kursieren der Amazon-Satelliten könnte die Sichtbarkeit von Sternenkonstellationen weiter reduzieren, insbesondere weil es dazu kaum Regulierungen gibt.

Das sei ungefähr so, als würde man einen Haufen Flugzeuge losschicken, ohne dabei eine Luftraumkontrolle zu haben, sagt Michele Bannister, Astronomin an der University of Canterbury in Neuseeland.

Bislang hat Amazon nicht erklärt, ob und wie es die Lichtverschmutzung seiner Satelliten begrenzen möchte. Auch gibt es keine Angaben zur Helligkeit der Satelliten. Zwar wird Kuiper weniger Satelliten gen Himmel schicken als SpaceX. Diese werden dafür aber in einer höheren Umlaufbahn kursieren.

Die Starlink-Satelliten peilen eine Umlaufbahn in Höhe von 550 Kilometern an, auch wenn SpaceX Erlaubnis hat, die Satelliten wesentlich höher fliegen zu lassen. Amazon hat drei verschiedene Umlaufbahnen vorgesehen. Die niedrigste beginnt bei 590 Kilometern, die zweite liegt bei 610 Kilometern und die dritte Umlaufbahn liegt schließlich bei 630 Kilometern.

Die höheren Umlaufbahnen wären für astronomische Beobachtungen problematischer, weil die Satelliten dadurch länger sichtbar bleiben.

Damit würde sich der Nachthimmel für uns alle weltweit drastisch verändern, insbesondere wenn künftig noch weitere Unternehmen Satelliten losschicken.

Mehr Satelliten, mehr Weltraumschrott

Ein weiteres Problem ist aber auch die mögliche Kollision der Satelliten. Ab einer bestimmten Anzahl in ähnlichen Umlaufbahnen werden diese durchaus wahrscheinlich. Das wiederum könnte die Problematik von Weltraummüll weiter verschärfen.

Mit fehlenden Regulierungen in diesem Bereich kann man aber nicht viel tun. Aktuell müssen alle darauf vertrauen, dass die Unternehmen einsichtig sind und freiwillig Rücksicht auf die verschiedenen Probleme nehmen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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