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Währungschaos im Ausland? Geldspar-Tipps beim Umgang mit verschiedenen Währungen

geschrieben von Susanne Bux

Als Auswanderer, Dauerreisender oder digitaler Nomade wird man häufig mit Dingen konfrontiert, mit denen Menschen, die nur in einem Land leben und arbeiten, kaum etwas zu tun haben. So machen sich viele Leute nur zu Urlaubszeiten Gedanken über verschiedene Währungen (und seit dem Euro selbst dann nicht mehr unbedingt).

Als jemand, der oft und viel im Ausland unterwegs ist oder Geld in verschiedenen Währungen verdient, muss man sich allerdings zwangsläufig mit dem Phänomen von Währungsschwankungen, Umrechnungskursen und Wechselgebühren beschäftigen. Wie ihr dabei horrende Gebühren beim Währungstausch umgehen könnt, erklärt Susanne Bux.

Währungschaos? Die richtige Strategie muss her!

Meine eigenen Voraussetzungen sind recht kompliziert, auch wenn wir derzeit einen festen Wohnsitz in Neuseeland haben. Im täglichen Bedarf bezahlen wir alles in Neuseeland Dollar (NZD) und brauchen daher den Großteil unseres Geldes in NZD. Wir haben aber auch noch diverse Bankkonten und Kreditkarten in Deutschland und einige Versicherungen laufen über die deutschen Konten – wir benötigen also weiterhin Euro. Das Geld, das ich aus Online-Tätigkeiten einnehme, erhalte ich aber überwiegend in US-Dollar.

Das ist ein ganz schöner Währungskauderwelsch. Eigentlich sollte das heutzutage in unserer globalisierten Welt gar kein Thema sein. Ist es aber leider trotzdem, weil da immer Banken dazwischenstehen, die hohe Gebühren erheben und den Geldtransfer von einem Land in ein anderes Land teuer und gegebenenfalls auch langsam machen.

Ich habe mich daher auf die Suche begeben, welche Strategien lohnenswert sind, um möglichst wenig eigenes Geld an Banken zu verlieren.

Bargeld tauschen

Ich denke es dürfte bekannt sein, dass der Weg zur lokalen Bank eine sehr ungünstige Variante des Währungstausches ist. Ich gebe zu, auch wir haben das vor unserer Auswanderung gemacht. So ein bisschen Bargeld in der Tasche kann ja schließlich nicht schaden.

Wir waren aber ziemlich entsetzt über das, was uns der Spaß tatsächlich gekostet hat. Angekündigt wurden uns 5 Euro Gebühr für den Umtausch. Der Umtauschkurs für 500 Euro konnte uns nicht vorher genannt werden, da das Geld bestellt werden musste. Im Endeffekt war der Kurs so schlecht, dass wir weitere 50 Euro durch den schlechten Wechselkurs bezahlen musste. Wir werden das zukünftig definitiv nicht mehr machen. Einen Geldautomaten findet man mittlerweile ja doch fast überall.

Deutsche Kreditkarten sind das A und O

Ein wichtiges Mittel, das eigentlich für alle Viel-Reisenden hilfreich ist, sind deutsche Kreditkarten. Ich sage hier bewusst Karten, da nach meiner Erfahrung leider eine nicht unbedingt ausreicht.

Erste Kreditkarte

Diese Kreditkarte benötigst du, um Bargeld im Ausland abheben zu können. Daher solltest du darauf achten, dass keine Gebühren für Bargeldabhebungen im Ausland anfallen. Solche Kreditkarten bekommst du in Deutschland mittlerweile zum Girokonto oft kostenlos dazu. Meist sind das keine echten Kreditkarten, sondern Debitkarten. Dabei wird dein Konto sofort belastet, anstatt nur einmal im Monat eine Abrechnung gemacht. Das ist ein geringeres Risiko für die Banken und damit sind diese Karten leichter zu bekommen. Die Akzeptanz ist aber genau wie bei normalen Kreditkarten. Du bekommst an fast jedem Automaten im Ausland Bargeld damit.

Aber Achtung!

Nur weil die Bank behauptet, keine Gebühren zu erheben, heißt das nicht, dass sie daran nichts verdient. Die Bank legt den Wechselkurs fest, zu dem du dein Geld beim Abheben tauschst. Damit baut sie versteckte Gebühren ein. Nach meiner Erfahrung hilft da tatsächlich nur der direkte Vergleich, um herauszufinden, welche Bank faire Wechselkonditionen hat.

Da solche Karten in Deutschland wie gesagt oft einfach und kostenlos erhältlich sind, lohnt es sich meiner Meinung nach, wenn du dir zwei bis drei Karten besorgst (gegebenenfalls mit dazugehörigem Konto), um beim nächsten Auslandsaufenthalt direkt vergleichen zu können. Schreibe dir dazu den Tageskurs auf, wenn du Geld abhebst und vergleiche dann, was dir die Bank berechnet. Du wirst sehr schnell große Unterschiede zwischen den einzelnen Banken feststellen.

Zweite Kreditkarte

Die oben genannten Kreditkarten erheben im Ausland nur auf Bargeldabhebungen keine Gebühren. Möchte man direkt mit der Karte bezahlen, werden Gebühren erhoben. Daher bietet es sich an, eine zweite Kreditkarte zu haben, die für Auslandseinsätze keine Gebühren erhebt. Dann kannst du auch mal eine Rechnung oder einen Flug mit Kreditkarte bezahlen. Auch hier gilt dasselbe – die Gebühren werden ggf. wieder im Wechselkurs versteckt. Ich kann hier aber derzeit die Kreditkarte der Advanzia-Bank empfehlen. Der Wechselkurs bei dieser Bank war bisher immer tadellos.

Auch wenn du vorhast, Deutschland für längere Zeit den Rücken zu kehren, macht es durchaus Sinn, dir in Deutschland noch eine Karte zu besorgen. Das Bezahlen mit Kreditkarten ist in vielen Ländern weiter verbreitet als in Deutschland. In Deutschland kommt man nach meiner Erfahrung sehr gut ohne Kreditkarte aus, aber hier in Neuseeland sind zum Beispiel Onlinebestellungen ohne Kreditkarte kaum möglich. Außerdem ist es als Deutscher im Ausland oft sehr schwer an eine ausländische Kreditkarte mit ordentlichen Konditionen zu kommen, selbst wenn man dort ein Bankkonto eröffnen darf. Also lieber vorsorgen und eine mitnehmen.

Wenn du dich allerdings wirklich irgendwo längere Zeit aufhalten willst, ist es durchaus sinnvoll, dass du dich auch mit der Frage nach einem Bankkonto in diesem Land beschäftigst. Auch wenn du mit den Kreditkarten recht schnell immer an Geld aus Deutschland kommst, kann es durch schwankende Währungskurse auf Dauer doch recht teuer werden. Da kann es sinnvoller sein, wenn du einen guten Wechselkurs abwartest und dann gleich eine höhere Summe auf einmal in das Land transferiert, in dem du das Geld täglich benötigst.

Banküberweisungen in ein anderes Land

Wenn man sich nun gerne eine größere Summe auf einmal von Deutschland abholen möchte, sollte man das nicht per normaler Banküberweisung machen. Dabei kommt man deutlich schlechter weg, als bei der Variante mit den Kreditkarten. Die Banken in Deutschland berechnen Gebühren auf die Transaktionen und das nicht zu knapp. Häufig kommt dann sogar noch dazu, dass die Banken im Empfangsland auch noch Gebühren dafür verlangen, dass sie Transaktionen aus dem Ausland annehmen. Insgesamt also ein sehr schlechtes Geschäft.

Geld nicht direkt über die Bank senden

Ich empfehle daher Überweisungen immer über einen Drittanbieter zu tätigen. Ich habe mit Transferwise gute Erfahrungen gemacht. Dort wird das Geld nicht tatsächlich in die Zielwährung umgetauscht. Es wird stattdessen innerhalb des Landes gehalten und nur mit einer Gegenbuchung gedeckt.

Der Vorteil dabei ist, dass der tatsächliche Bankenkurs als fiktiver Wechselkurs angenommen und nur eine kleine Gesamtgebühr erhoben wird. Der Nachteil ist, dass es aufgrund des Verfahrens zum einen etwas länger dauern kann und zum anderen auch nicht für alle Währungen verfügbar ist. Bisher hat bei mir aber auch noch keine Transaktion länger als 4 Bankentage gedauert.

Bei wirklich hohen Transaktionen (wie bei uns am Anfang unserer Auswanderung anstand) ist es dann aber vielleicht doch geschickter einen anderen Anbieter zu wählen, wie etwa HiFx. Dort sind die Wechselkurse festgeschrieben, sobald du den Auftrag gibst. Bei Transferwise kann sich der Wechselkurs noch ändern, bis die Transaktion tatsächlich durchgeführt ist. Das kann bei hohen Beträgen eventuell für unangenehme Überraschungen sorgen.

E-Wallets in Fremdwährungen

Das Gehalt in einer dritten Währung zu bekommen ist dann nochmal eine Stufe komplizierter. Wenn du dein Gehalt in einer Währung erhältst, in der du auch ein Bankkonto hast, ist das gar kein Problem. Dann betrifft das wieder die Thematik von Überweisungen ins Ausland. Es ist allerdings auch möglich, dass du Geld erhältst in einer Währung, für die du gar kein eigenes Bankkonto besitzt. Das läuft meistens über sogenannte E-Wallets.

Auch PayPal erhebt Gebühren

Das wohl bekannteste E-Wallet ist PayPal. Bei PayPal kann man problemlos Geld in anderen Währungen erhalten. Es ist auch möglich dieses Geld direkt in dieser Währung wieder auszugeben. Schwieriger ist es allerdings, sich dieses Geld auszahlen zu lassen oder in eine andere Währung zu konvertieren. PayPal hat hier gründlich gearbeitet. Sie haben aufgepasst, dass keiner an den hohen Wechselskursen von PayPal vorbei kommt.

Selbst wer in Deutschland ein Bankkonto in dieser Fremdwährung besitzt, kann von PayPal das Geld nicht in dieser Währung abholen. Solltest du also z.B. USD auf dein deutsches PayPal Konto erhalten, bleiben dir nur 2 Optionen. Entweder du beißt in den sauren Apfel und zahlst die PayPal Gebühren, die bei der Umrechnung anfallen. Oder du behältst das Geld in USD auf dem PayPal Konto, bis du mal eine Rechnung hast, die du in USD per PayPal begleichen kannst. Eine andere Variante habe ich leider noch nicht gefunden.

Bitcoin als alternative Währung?

Als Ortsunabhängiger liegt es nahe, dass man sich von örtlich gebundenen Währungen trennt und auf digitale Währungen umsteigt. Doch wie sinnvoll ist diese Möglichkeit in der Praxis tatsächlich?

Es ist durchaus eine Variante, dass man von seinem Geld in Deutschland Bitcoins kauft und diese an sein Bitcoin-Konto im Ausland sendet und dort wieder verkauft. Das ist teilweise sogar gegen Bargeld möglich, es wäre also noch nicht einmal zwingend ein Bankkonto im Zielland erforderlich (wobei es das deutlich vereinfacht). Dabei kann man ganz geschickt die Bankgebühren umgehen. Die Bitcoin Marktplätze verlangen zwar auch Gebühren, aber zum einen sind die nicht sehr hoch und zum anderen kann man ja selber seinen Verkaufspreis festlegen (wenn man entsprechend Interessenten findet).

Währungsschwankungen von 3 Währungen müssen berücksichtigt werden

Man sollte dabei aber beachten, dass jetzt drei Währungen im Spiel sind und damit gleich zwei Währungsschwankung berücksichtigt werden sollten. Das kann von Vorteil sein, es kann aber auch sehr nachteilig sein, wenn die Währungskurse ungünstig fallen. Das sollte man also lieber nur machen, wenn man zur Not ein bisschen warten kann, bis man das Geld benötigt.

Ich habe damit aber ganz gute Erfahrungen gemacht. Der Einkauf von BTC in Deutschland hat mich zwar eine kleine Gebühr gekostet, aber auf dem neuseeländischen Marktplatz wurde im Verhältnis deutlich mehr für einen Bitcoin geboten. Damit habe ich sogar mehr bekommen, als ich gezahlt hatte.

Aber Achtung, bei einem normalen Währungstausch, weiß man was man bekommt, sobald man tauscht. Dadurch, dass man beim Tausch über Bitcoins aber in 2 Etappen geht (Einkauf und Verkauf), kann es passieren, dass der Kurs sich verschlechtert, nachdem man die Bitcoins gekauft hat. Dann kann man nicht sofort ohne Verlust wieder verkaufen und sollte im Idealfall einen besseren Kurs abwarten. Das ist also eher nichts für dich, wenn du lieber, auf Nummer Sicher gehst.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick geben, mit welchen Strategien sich hohe Bankgebühren vermeiden lassen. Gerade wenn man täglich mit verschiedenen Währungen zu tun hat, ist es hilfreich, wenn der Währungstausch problemlos und günstig klappt. Kennt ihr noch andere Strategien, die du beim Umgang mit unterschiedlichen Währungen anwendest? Ich freue mich auf eure Kommentare zu diesem Thema.

Auch interessant: Billig Bargeld abheben im Ausland: Die besten Cash-Tipps für digitale Nomaden.


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Über den Autor

Susanne Bux

Mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern hat Susanne ihre Zelte in Deutschland abgebrochen und lebt derzeit in Neuseeland. Um zukünftig ganz flexibel zwischen alter Heimat und neuer Heimat pendeln zu können, begibt sie sich auf die Suche nach Einkommensmöglichkeiten im Internet und bloggt über ihre Erfahrungen dabei auf einkommenvonzuhause.de.

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