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Dieses Unternehmen will dich per Ballon „an den Rand des Weltalls“ schicken

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Ein Start-up will dich mit einem Ballon fast in den Weltraum schicken. (Foto: Space Perspective) (Foto: Space Perspective)

Space Perspective will Touristen per Ballon ins Weltall schicken, oder zumindest „an den Rand“. Erste Flüge sollen nächstes Jahr starten. Vorher müssen noch einige Details geregelt werden – wie die Landung. 

Eins muss man Raumfahrt-Unternehmen ja lassen: An Kreativität mangelt es ihnen nicht. So möchte das Unternehmen „Space Perspective“ Touristen an den „Rand des Weltalls“ schicken – und das in gigantischen Ballons.

Per Ballon ins Weltall – fast

Wenn dir das bekannt vorkommt, dann deshalb, weil es das schon so ähnlich gibt. Hinter dem New-Space-Start-up stecken nämlich Jane Pynter und Taber MacCallum, die auch schon World View Enterprises gegründet haben.


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Mit diesem Unternehmen schicken sie Materialien und Lasten per Ballon in die höhere Atmosphäre. Mit ihrem brandneuen Unternehmen Space Perspective möchten sie dies nun auch für Menschen ermöglichen.

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Die Kapseln von Space Perspective sind mit Wasserstoff gefüllt. (Foto: Space Perspective)

Genau genommen werden Passagiere dabei aber nicht per Ballon ins Weltall geschickt, sondern lediglich rund 30.500 Meter hoch. Das ist laut Definition noch nicht der Weltraum. So spürst du hier beispielsweise auch noch keine Schwerelosigkeit. Aber: Du hast trotzdem beste Aussicht auf die Erde. Und genau diese Aussicht ist es, die das Start-up seinen Kunden verkaufen möchte.

„Die Erde vom Weltraum aus sehen – mit Zeit und Ruhe und dabei entspannt sein und wirklich die Möglichkeit haben, über alles nachzudenken, was man sieht – […] das ist es, worauf wir uns wirklich konzentrieren“, sagt MacCallum gegenüber The Verge.

Tatsächlich hat die niedrigere Flughöhe der Ballons auch Vorteile. Anstatt mit tausenden von Kilometern pro Stunde in einer Mini-Kapsel per Rakete in schwindelerregende Höhen katapultiert zu werden, hast du in den Ballons von Space Perspective eine sehr viel entspanntere Fahrt.

Bar, Aussichtsfenster und WLAN

Das Aufstiegstempo beträgt lediglich 20 Kilometer pro Stunde. Du hast also genug Zeit, dir alles in Ruhe anzuschauen und bist auch in einem recht gemütlichen Umfeld. Die Ballons bieten eine Bar, Toiletten und offenbar auch WLAN.

Angetrieben werden die Ballons mit Wasserstoff. Mitfliegen können acht Passagiere sowie ein Pilot. Die Kapseln bieten 360-Grad-Aussichtsfenster und erinnern ein wenig an rotierende Hochrestaurants auf Aussichtstürmen.

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Passagiere haben eine 360-Grad-Sicht. (Foto: Space Perspective)

Die erste Kapsel heißt „Neptune“. Idealerweise sollen die Gefährte wiederverwertet werden können, angeblich bis zu tausend Flüge pro Kapsel sollen möglich sein.

Langfristig möchten die Gründer auch spezielle Events wie etwa Hochzeiten oder Kunstausstellungen ermöglichen. Die könnte man dann auch per Livestream zur Erde übertragen.

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Auch Hochzeiten sollen möglich sein. (Foto: Space Perspective)

Offenbar ist die Nachfrage nach solchen Angeboten sehr groß. Klar, wer will schließlich nicht mit einem Ballon ins Weltall reisen?

Den ersten Flug will Space Perspective schon Anfang 2021 starten. Pro Jahr sollen dann 100 Flüge absolviert werden. Einen idealen Firmensitz haben sie dafür schon. Das Unternehmen mietet ein Gebäude von der NASA im Kennedy Space Center in Cape Canaveral in Florida.

Tickets können schon reserviert werden

Einige Details müssen bis zum Start aber noch ausgearbeitet werden, wie etwa die Landung. Die Ballons sollen nämlich entweder im Atlantischen Ozean oder im Golf von Mexiko landen. Dazu müssten entsprechend Boote auf die Passagiere warten.

Dazu holt sich das Unternehmen angeblich Input von SpaceX, die ja mittlerweile Experten darin sind, Gefährte aus hoher Atmosphäre sicher im Wasser landen zu lassen.

Apropos Sicherheit: Angeblich ist die Reise per Ballon ins Weltall auch sicher. Die Steuerung erfolgt größtenteils vom Boden aus, der Pilot an Bord kann aber im Notfall übernehmen. Sollte es massive Probleme geben, lässt sich Neptune offenbar per Fallschirm sicher wieder auf den Boden bringen.

Wer will, kann also schon jetzt Tickets reservieren. Mit einem Preis von schätzungsweise 250.000 US-Dollar sind sie in Raumfahrt-Dimensionen ein wahres Schnäppchen. Zudem arbeitet das Jungunternehmen noch mit der Non-Profit-Organisation „Space for Humanity“ zusammen.

Die Organisation will möglichst viele Menschen (gratis) in den Weltraum bringen. Denn angeblich ist auch das das Ziel von Space Perspective. Die Gründer möchten nicht nur Superreiche, sondern auch Politiker, Künstler sowie spirituelle Anführer ins All schicken, damit diese eine neue Sicht auf unseren Planeten bekommen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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