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Batterierücknahme: Millionenstrafe für Tesla – viel Lärm um nichts?

Tesla Model 3, Elektroauto
Das UBA fordert 12 Millionen Euro von Tesla. Was steckt dahinter? (Foto: Tesla)

Das Umweltbundesamt wirft Elektroautobauer Tesla vor, seinen Verpflichtungen zur Batterierücknahme nicht nachgekommen zu sein – und verhängt zwölf Millionen Euro Strafe. Was genau steckt dahinter?

Zwölf Millionen Euro hat das Umweltbundesamt Tesla Deutschland aufgebrummt. Der Grund? Tesla habe sich nicht an seine Verpflichtungen zur Batterierücknahme gehalten.

Das gehe aus einem Report der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC zum dritten Quartal an Tesla hervor, berichtet die Welt. Demnach habe das deutsche Umweltbundesamt (UBA) gegen Teslas Tochtergesellschaft in Deutschland einen Bußgeldbescheid über zwölf Millionen Euro erlassen.


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Tesla dementiert die Vorwürfe und hat Widerspruch eingelegt.

Batterierücknahme und Tesla: Darum geht es

Hintergrund für den Vorwurf ist das deutsche Batteriegesetz.

Demnach müssen Elektroauto-Hersteller die Akkus, die sie mit den Autos verkaufen, zurücknehmen oder eine Vereinbarung mit einem Partnerunternehmung zur Entsorgung haben.

Offenbar habe Tesla hier seine Verpflichtungen nicht erfüllt. In welcher Form genau ist nicht klar. Denn weder Tesla noch das UBA äußern sich aufgrund des laufenden Verfahrens weiter zu dem Thema.

Doch der Elektroautobauer betonte, dass das Unternehmen durchaus seine verkauften Akkus zurücknehme. Zu den Vorwürfen sagte Tesla nur sehr allgemein, es gehe lediglich um „administrative Verpflichtungen“.

Daraus könnte man schließen, dass es um Formfehler geht oder fehlende Dokumentation.

Doch selbst wenn Tesla die Strafe zahlen muss: großartig belasten wird es den Autobauer nicht. Erst kürzlich verkündete Tesla einen Quartalsumsatz von 331 Millionen US-Dollar.

Batterierücknahme ist Zukunftsthema

Dennoch ist die Batterierücknahme ein Thema, das uns auch in Zukunft beschäftigen wird. Denn bislang sind vor allem noch neue Elektroautos der ersten Generation unterwegs. Der Gebrauchtwagenmarkt ist gering und die Recycling-Infrastruktur noch nicht sehr ausgebaut.


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Sobald die ersten Akkus aber ins Second Life oder Recycling gehen, sind großangelegte Recycling-Verfahren gefragt. Entweder müssen die Autobauer diese selbst entwickeln oder Recycling-Anbieter diese weiter ausfahren.

Bislang gilt das Recycling von Lithium-Ionen-Akkus noch als mühsam, auch wenn es schon vielversprechende Ansätze gibt. Forschung dazu wird aber bislang vor allem in den USA und in Asien betrieben.

Darum möchte auch die Europäische Union Akku-Recycling in Europa weiter ausbauen. Denn wenn neben den Elektrogeräten bald noch Elektrofahrzeuge hinzukommen, wird das Recycling zu einer wichtigen Zukunftsindustrie.

In Norwegen gibt es bereits ein erstes großes Recycling-Zentrum von Northvolt und Hydro. Auch in Deutschland investieren Unternehmen wie Bosch und Siemens in den Ausbau von Akku-Recycling.

Auch Tesla dürfte in dieser Hinsicht gut aufgestellt sein. Das Unternehmen hat angekündigt, in der geplanten Gigafactory in Grünheide ein Recycling-Zentrum aufzubauen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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