GRÜN

Battery Day: Tesla verspricht Elektroauto ab 21.000 Euro und enttäuscht trotzdem

Tesla Model 3, Sonnenuntergang, Landschaft, Elektroauto
Tesla begeistert und enttäuscht beim Battery Day. (Foto: Unsplash / Vlad Tchompalov)

Auf dem Battery Day stellte Tesla ein beeindruckendes neues Akku-Konzept vor. Es verdoppelt Reichweiten, verkürzt Ladezeiten und halbiert Preise. Es gibt nur einen großen Haken. 

Die Neuigkeiten überschlagen sich derzeit in der Welt der Elektroautos. Erst gestern hat Volkswagen offiziell seinen allerersten vollelektrischen SUV vorgestellt. Gleichzeitig verkündete Tesla beim Battery Day ebenfalls durchaus Revolutionäres.

Der Elektroautobauer aus Kalifornien will einen neuen Akku entwickeln, der die Reichweite mehr als verdoppelt, Ladezeiten verkürzt und den Preis für E-Autos nachhaltig drücken könnte.


Neue Stellenangebote

Systemingenieur / SPS-Programmierer / Inbetriebnehmer Schwerpunkt Wasserstofftankstellen (m/w/d)
MAXIMATOR GmbH in Nordhausen
IT-Fachkraft (m/w/x)
Cl. Attenkofer'sche Buch- und Kunstdruckerei Verlagsbuchhandlung in Straubing
Landschaftsarchitekt (m/w/d)
Landschaftsarchitektur Bos GbR in Berlin

Alle Stellenanzeigen


Kein umstrittenes Kobalt mehr

Diese neue Batteriezelle stammt aus dem bislang geheimen Roadrunner-Projekt. Genau genommen handelt es sich um die 4680er-Roadrunner-Zelle mit einem Durchmesser von 46 Millimetern und einer Höhe von 80 Millimetern.

Für diese Zelle hat Tesla das Batteriedesign verbessert. So haben Elektronen einen kürzeren Weg zwischen den Elektroden. Das wiederum bedeutet: schnellere Ladegeschwindigkeiten.

Auch an den Elektroden selbst hat man viel optimiert. Die Kathode wird so künftig kein Kobalt mehr enthalten. Das Element ist nicht nur umstritten, sondern auch teuer. Stattdessen setzt Tesla auf eine Kathode aus Nickel (2/3) und Mangan (1/3).

In der Anode will Tesla statt Graphit künftig Silizium verwenden. Silizium gilt als besseres Material im Bereich der Ladekapazität.

All die für die Akku-Produktion erforderlichen Rohstoffe will Tesla in der Region um Nevada gewinnen, inklusive Lithium. Dafür hat sich Tesla zudem einen nachhaltigeren Abbau-Prozess überlegt.

All das ist nicht nur besser für die Umwelt, es drückt die Produktionskosten für die Batteriezellen gewaltig.

So sehr, dass man durchaus von einer neuen Generation von Akkus sprechen kann, sollte Tesla das auch alles wie angekündigt umsetzen können.

Tesla verspricht E-Auto ab 21.000 Euro

Denn unterm Strich reduziert Tesla damit die Produktionskosten um gut 50 Prozent, verbessert die Energiedichte (und damit die Reichweite) der Akkus um rund 50 Prozent. Zudem erhalten Autofahrer eine bessere Leistungsdichte und kürzere Reichweiten. Und ganz nebenher hat Tesla das gesamte Produktionsverfahren nachhaltiger gemacht.

All das soll sich natürlich beim Endkunden bemerkbar machen. Elon Musk kündigte beim Battery Day einen Tesla ab 21.000 Euro an. Wenn dieser dann mit den erwähnten kürzeren Ladezeiten und doppelten Reichweiten einherkommt, müssen sich andere Autobauer warm anziehen.

Nur: Bis es soweit ist werden Jahre vergehen.

Nach Battery Day: Tesla-Aktie fällt

Tesla sagte, dass man zwar jetzt schon erste Verbesserungen einführen möchte. Bis alle Prozesse optimiert und ein günstiges marktreifes Elektroauto dabei herauskomme, könnten aber drei Jahre vergehen.

Obwohl das ein realistischer Zeitraum ist und die Akkus wahrhaft revolutionär sein könnten, zeigten sich Anleger nicht so begeistert. Für sie dauert alles zu lange.

Entsprechend sank die Tesla-Aktie nach dem Battery Day, zunächst um 5,6 Prozent im regulären Handel und dann im nachbörslichen Geschäft nochmals um sieben Prozent.

Vielleicht glauben viele nicht an eine derart schnelle Umsetzung des günstigeren Teslas. Schließlich versprach Elon Musk schon vor einigen Jahren einen preiswerten Tesla.

Tesla muss nun zeigen, dass diesen Versprechungen auch Resultate folgen.

Zum Weiterlesen


Teile diesen Beitrag!

Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

KOMMENTIEREN