Start-ups Transport

Erstes rein digitales Peer-to-Peer-Carsharing an deutschem Flughafen

Bild: Dortmund Airport
geschrieben von Marinela Potor

Seit dem 21. Juni gibt es am Dortmunder Flughafen ein brandneues Mobilitätsangebot: Das ungarische Start-up BeeRides rollt seine Online-Carsharing-Plattform im Peer-to-Peer-Konzept nun auch im Ruhrgebiet aus.

Innovativ und modern gibt sich das Ruhrgebiet in letzter Zeit. Und hofft damit unter anderem auch darauf, sich neben Gründer-Hubs wie Berlin und München als weiterer spannender Standort für Start-ups positionieren zu können. Das neue Carsharing-Angebot am Dortmund Airport ist ein Schritt in diese Richtung.

Auto parken, in den Urlaub fliegen, Geld verdienen

Ab sofort können Fluggäste, ihre Fahrzeuge im Parkhaus des Flughafens abgeben – und über BeeRides vermieten. Während Reisende also ihren Strandurlaub genießen, steht das Auto nicht untätig herum, sondern wird vom ungarischen Carsharing-Anbieter BeeRides an andere Nutzer vermietet. Mit dem Flughafen in Dortmund ist dies neben Budapest nun der zweite Standort für das Angebot von BeeRides.

Dortmund Airport wiederum ist stolz, nun auch ein Peer-to-Peer Carsharing anbieten zu können. „Wir freuen uns, dass wir neben Taxis, herkömmlichen Mietwagen und öffentlichen Verkehrsmitteln nun auch ein so innovatives Konzept wie Carsharing zu unserem Mobilitätsangebot zählen können“, sagt die Pressesprecherin von Dortmund Airport, Annika Neumann, im Gespräch mit Mobility Mag.

Das Besondere an dem Angebot: Alles auf BeeRides läuft digital ab. Vom Abschließen des Mietvertrags über die Auswahl der Autoversicherung bis hin zur Vermittlung des Parkplatzes und der Schlüsselübergabe wird alles direkt über die Webseite von BeeRides geregelt.

Vor der Anmeldung: Vertragsbedingungen gründlich lesen

Bevor sie das Angebot nutzen können, müssen Interessierte einen Rahmenvertrag mit BeeRides unterschreiben, in dem sie als Fahrzeugbesitzer dem Unternehmen die Vermietung ihres Fahrzeugs erlauben. Teil des Deals ist es auch, dass die Autos während der Zeit der Vermietung voll versichert sind. Wird das Auto in der Abwesenheit vermietet, bekommen die Besitzer, je nach Automodell, gefahrener Strecke und Häufigkeit der Nutzung, einen Anteil.

BeeRides übernimmt aber nur Fahrzeuge mit Baujahr 2002 und jünger, die nicht mehr als 350.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Das sind nur einige der Vorausseztungen zum Sharing des eigenen Autos. Es empfiehlt sich also, vorher gründlich die AGBs des Start-ups zu lesen, um zu sehen, ob und in welcher Form das eigene Fahrzeug für den Service überhaupt in Frage kommt.

Es gibt auch keine Garantie, dass die Autos in der eigenen Abwesenheit vermietet werden. Dennoch können Vermieter profitieren, erklärt Annika Neumann: „Unabhängig davon, ob die Autos nun vermietet werden oder nicht, für die Autobesitzer ist das Parken am Flughafen kostenlos und ihr Auto wird gewaschen.“

Im schlechtesten Fall spart man sich also den Schrankentarif (Am Flughafen in Dortmund sind das immerhin 86 Euro pro Woche) und bekommt ein sauberes Auto wieder. Im günstigsten Fall, verdient man sogar noch etwas dazu. Wer BeeRides am Dortmunder Flughafen nutzen will, muss sein Auto allerdings mindestens zwei Tage lang dort abstellen.

BeeRides-Nutzer bekommen Zugang zum Parkhaus 1, direkt am Terminal (Bild: Dortmund Airport)

Erstmal zehn Stellplätze für BeeRides

Reisende aus anderen Städten wiederum können für ihren Aufenthalt ein Auto direkt am Flughafen mieten. Die Idee ist natürlich, dass die Autos von BeeRides günstiger sind als ein klassischer Mietwagen. Laut BeeRides bieten sie Mietwagen schon ab 7 Euro pro Tag an. Ein Tag sind dabei 24 Stunden, wobei Mieter nicht mehr als 150 Kilometer per Tag fahren dürfen, um die Autos nicht zu sehr abzunutzen. Wer ein Auto mieten will, muss ebenfalls online einen Vertrag abschließen und ein Versicherungspaket wählen.

Die Schlüsselübergabe erfolgt abschließend über ein spezielles Smart-Schließfach, das sich mit einem Code öffnen und schließen lässt. Im Namen der völligen Digitalisierung wird auch dieser Code per E-Mail an Mieter und Vermieter geschickt. Auch die Bezahlung läuft digital ab.

Dortmund Airport sei damit der erste Flughafen in Deutschland, der ein rein digitales Peer-to-Peer Carsharing anbiete, betont Pressesprecherin Annika Neumann.

Aktuell stehen zehn Stellplätze für BeeRides-Nutzer am Flughafen zur Verfügung, die das Start-up vom Flughafen gemietet hat. Sollte das Angebot gut laufen, könnten es aber auch mehr werden. Immerhin gab es bereits in den ersten zwei Betriebstagen schon Reservierungen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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