Transport

Blablacar ändert AGB: Gelegenheitsfahrer zahlen drauf, Fahrer mit mehr Risiko

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Bild: Blablacar
geschrieben von Marinela Potor

Ab heute gelten die neuen AGB von Blablacar. Das Mitfahrportal verspricht Nutzern damit mehr Flexibilität und mehr Wahlfreiheit. Wir sagen euch, was sich für Nutzer des Mitfahrportals wirklich ändert.

Die weltweit führende Onlineplattform für Mitfahrgelegenheiten, Blablacar, ändert ab heute seine allgemeinen Geschäftsbedingungen. Was ändert sich damit für Nutzer?

Nutzungspakete ersetzen Servicegebühr

Es geht bei den neuen AGB von Blablacar vor allem um zwei große Veränderungen: Das Portal führt die Barzahlung wieder ein und die Servicegebühr, die bisher für jede gebuchte Fahrt anfiel, fällt weg.

Blablacar hat sich nämlich ein komplett neues Bezahlsystem ausgedacht: Nutzungspakete. Das Suchen und Einstellen von Fahrten ist damit nach wie vor gratis. Doch wer eine Fahrt buchen will, muss vorher ein Nutzungspaket kaufen. Nach Angaben von Blablacar wird es erstmal zwei Pakete geben, ein Wochenpaket und ein Halbjahrespaket.

Das Wochenpaket wird 2,99 Euro kosten, das Paket für sechs Monate 14,99 Euro. Bis zum 13. Juni gibt es allerdings eine Rabattaktion. Dabei gibt es die Wochenpakete schon ab 1,50 Euro und das Halbjahrespaket zum Ultra-Schnäppchen für 1,99 Euro.

Im Prinzip beendet Blablacar damit das Einzelfahrtsprinzip und führt eine Art Abomodell ein.

Gelegenheitsfahrer zahlen mehr

Die neuen Nutzerpakete ersetzen die Servicegebühr, die Nutzer bisher pro gebuchter Fahrt zahlen mussten. Diese orientierte sich bis dato an der Länge der Strecke und der verlangen Kostenbeteiligung. Ab sofort zahlen User dagegen pauschal. Damit ist auch klar: Gelegenheitsnutzer zahlen im Regelfall mehr.

Denn wer nur eine einzige Fahrt buchen möchte und bisher dafür zum Beispiel einen Euro Servicegebühr bezahlt hätte, muss nun mindestens das Wochenpaket für drei Euro nutzen. Nutzer, die das Portal regelmäßig nutzen, sparen dagegen im Vergleich zum vorigen System mit den neuen Paketen.

Nutzer erhalten Kontaktdaten schon vor der Buchung

Damit geht eine weitere Änderung bei der Nutzung einher. Wer ein Paket erwirbt, erhält damit auch automatisch die Kontaktdaten anderer Nutzer, um sich schon vor dem Buchen der Fahrt absprechen zu können. Bisher mussten Nutzer eine Fahrt buchen (und die Servicegebühr bezahlen), um die Kontaktdaten zu erhalten.

Barzahlung wieder möglich

Die zweite große Änderung ist das Wiedereinführen der Barzahlung. In vielen Ländern hatte Blablacar diese sukzessive eingestellt. In Zukunft soll dies jedoch wieder möglich sein. Wer also eine Fahrt bucht, kann wählen, ob er bar oder online (per Kreditkarte oder PayPal) zahlen möchte.

Das Stornieren bei der Onlinezahlung funktioniert weitestgehend wie bisher.

  • Wird die Fahrt vom Mitfahrer mindestens 24 Stunden vor der genannten Abfahrtszeit storniert, erhält er sein Geld zurück.
  • Storniert der Mitfahrer die Fahrt weniger als 24 Stunden vor der genannten Abfahrtszeit aber früher als 30 Minuten nach der Buchungsbestätigung storniert, erhält der Mitfahrer sein Geld zurück.
  • Erfolgt die Stornierung vom Mitfahrer weniger als 24 Stunden vor der genannten Abfahrtszeit und später als 30 Minuten nach der Buchungsbestätigung storniert, wird dem Mitfahrer die Hälfte des zu zahlenden Betrags abgezogen, der Fahrer erhält die andere Hälfte.
  • Wird die Fahrt vom Mitfahrer nach der genannten Abfahrtszeit storniert oder ist er mehr als 15 Minuten zu spät am Abfahrtsort, erhält der Fahrer den vollen Betrag.

Wer dagegen die Barzahlung wählt, kann die Fahrt nun jederzeit vor der Fahrt stornieren. Das klingt erstmal bequem, birgt aber ein höheres Risiko für die Fahrer. Denn wenn eine Fahrt kurzfristig abgesagt wird – das kann auch fünf Minuten vor der Fahrt sein – erhält der Fahrer kein Geld. Es ist daher gut möglich, dass Fahrer in Zukunft Barzahler bei Zusagen benachteiligen werden.

Was passiert mit bereits gebuchten Fahrten?

Die neuen AGB von Blablacar treten heute in Kraft. Wer schon eine Fahrt vor dem Stichtag des 13. März gebucht hat, muss laut Blablacar aber nichts tun. Fahrer erhalten ihren Betrag. Mitfahrer, die die Servicegebühr bezahlt haben, müssen nicht nachträglich ein Nutzungspaket kaufen.

Die neuen AGB gelten ausdrücklich nur für Fahrten, die ab heute veröffentlicht werden. Hier könnt ihr die AGB in voller Länge nachlesen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

4 Kommentare

    • Danke für den Hinweis! Da Blablacar in jedem Land ein leicht unterschiedliches Angebot hat, kann es da Abweichungen geben – beim Reiesn ist das wirklich verwirrend. Was ich selbst aus jüngster Nutzung bestätigen kann: In Rumänien gelten die gleichen Regelungen wie in Deutschland.

  • Ich fände ein Update des Artikels gut, denn die im Frühjahr von Blablacar angekündigten Preise haben sich jetzt doch ziemlich verändert. Besonders die Halbjährliche Mitgliedschaft ist mehr als doppelt so teuer!

  • Das Halbjahrespaket wurde jetzt wohl wieder abgeschafft. Statt knapp 15€ pro halbes Jahr zahlt man jetzt pro Monat knapp 6€. Kackdreist die Preise um über 100% erhöht.
    Ich erinnere mich, wie das ehermals größte Portal, mitfahrgelegenheit.de, damals einfach an ihrer Preispolitik eingegangen sind, weil alle zum damals kostenlosen Blablacar gewechselt sind. Eine kleine Servicegebühr war akzeptabel, aber mit den Preissteigerungen wird Blablacar jetzt ähnliches winken.
    Ich gucke jetzt immer auch auf bessermitfahren.de, fahrgemeinschaft.de und mifaz.de nach Fahrten, und wie ich sehe inserieren einige Fahrer schon doppelt, um auch Kunden außerhalb von blablacar zu erreichen. Ich bin sicher, die werden in den nächsten Monaten zu immer besseren Alternativen mit größeren Nutzerzahlen wachsen. Lasst euch nicht das Geld aus der Tasche ziehen, guckt einfach, ob eure Strecke nicht auch auf den Alternativseiten angeboten wird.

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