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Breeze Technologies: Hamburger Start-up kämpft für bessere Luft

Breeze Technologies
Breeze Technologies sagt der schlechten Luft in großen Städten den Kampf an. (Foto: Anne Gaertner)
geschrieben von Marinela Potor

Jährlich sterben Millionen von Menschen an schlechter Luft in unseren Städten. Das Start-up Breeze Technologies hat sich vorgenommen dieses Problem zu bekämpfen und dazu einen innovativen Luftqualitätssensor entwickelt. 

Kleines Gerät, große Wirkung – diese Aussage trifft definitiv auf die Luftqualitätssensoren von Breeze Technologies zu. Denn mit dem kleinen Luftsensor des Start-ups können Städte und Anwohner die Luftqualität flächendeckend und zuverlässig messen – und damit langfristig die Luftqualität in Städten verbessern.

So funktioniert Sensor von Breeze Technologies

Wie der Name schon sagt, kann der Sensor die Luftqualität ermitteln. Dazu werden verschiedene Parameter in Echtzeit gemessen, wie etwa Wetterdaten, aber auch Ozonwerte, Stickstoffmonoxidwerte (NO), Stickstoffdioxidwerte (NO2) oder Feinstaubwerte.


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Diese Daten lassen sich anschließend, ebenfalls in Echtzeit, online prüfen und auswerten. Städte können zum Beispiel aktuelle Werte mit historischen Daten oder gesetzlichen Grenzwerten vergleichen und ebenfalls sehen, ob ein Stadtteil eine schlechtere Luftqualität hat als ein anderer.

Breeze Technologies hat ebenfalls ein Bürgerportal entwickelt, über das Einwohner sehen können, wie gut oder schlecht die Luft um sie herum wirklich ist.

Andere Straßenseite vor Smog nicht sehen

Die Idee zu den Luftqualitätssensoren kam Gründer Robert Heinecke als er in Istanbul seine Masterarbeit verfasste, wie er gegenüber dem TV-Sender Sat 1 berichtet. „Dort habe ich zum ersten Mal richtig schlimmen Smog erlebt und das hat bei mir den Sinneswandel bewirkt. Damals konnte man die andre Straßenseite nicht mehr sehen, so dicht war der Smog.“

Der Istanbuler Smog brachte Heinecke dazu sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Er stellte fest: Überall, wo viele Menschen sind, gibt es Probleme mit der Luftverschmutzung.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich sieben Millionen Menschen an den Folgen von Smog und das überwiegend in Metropolen. Die Weltbank hat ermittelt, dass diese Todesrate die Weltwirtschaft jährlich 225 Milliarden US-Dollar kostet. Angeblich kann Smog auch unsere Lebenserwartung um fünf Jahre mindern.

Es gibt also mehr als einen guten Grund, um dagegen etwas tun zu wollen.

Jeder kann Sensor zu Hause installieren

Natürlich sind Sensoren, die die Luftqualität messen, nichts Neues. Doch das Hamburger Start-up hat zwei innovative Dinge geschafft. Zum einen hat Breeze Technologies die Sensoren sowohl in eine handliche Größe gebracht. Zum anderen konnte das Unternehmen dadurch auch den Preis massiv senken.

Als Vergleich: Ein regulärer Luftqualitätssensor in einer Stadt nimmt in etwa so viel Platz ein wie zwei große SUVs und kostet rund 500.000 Euro. Die Sensoren von Breeze Technologies sind in etwa so groß wie ein Sprachassistent und kosten 1.000 Euro.

Breeze Technologies hat hier davon profitiert, dass die Hersteller die Bauteile mittlerweile sehr viel kleiner und sehr viel günstiger anbieten. Herausgekommen sind die handlichen Sensoren von Breeze Technologies.

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So klein ist der Sensor von Breeze Technologies. (Foto: Screenshot / Breeze Technologies)

Kleinere Sensoren liefern zuverlässigere Luft-Daten

Damit können Städte sie viel strategischer platzieren und so bessere und zuverlässigere Messdaten erhalten. Anwohner wiederum können sich bei Breeze Technologies über die Website für eine Installation anmelden. Dann kommt das Team vorbei und installiert die Sensoren. Damit kannst du theoretisch also ganz genau messen, wie die Luft vor deiner Haustür ist.

Je mehr solcher Sensoren in einer Stadt verteilt sind, desto besser. Denn aktuelle Messdaten werden oft kritisiert, weil sie nicht sehr aussagekräftig seien. Schließlich messen sie die Luftqualität meist nur an wenigen Orten. Doch nur,weil die Sensoren gute Werte in der Innenstadt messen, muss das noch lange nicht für die ganze Stadt gelten.

Was ist zum Beispiel, wenn die Mehrheit der Autofahrer ihre Autos in der Innenstadt kaum fährt, sondern vor allem abstellt – dafür dann aber die Vororte den Großteil der Emissionen abbekommen? Dann sehen die Werte für die Messstation im Zentrum gut aus, in Wirklichkeit atmen aber viele Einwohner schlechte Luft.

Daher ist die Idee von Breeze Technologies so interessant und deswegen hat das Start-up auch schon mehrere Preise für seine Technologie gewonnen.

Denn die kleinen Sensoren können theoretisch kreuz und quer in einer Stadt die Emissionswerte ermitteln, diese dann über das Cloud-Informationsportal zusammentragen und so genauere Aussagen dazu treffen, wie die Luftqualität in einer Stadt ist.

So lässt sich dann unter anderem auch wirklich beantworten, ob Fahrverbote in Innenstädten etwas bringen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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