Start-ups Transport

Konkurrenz für Flixbus? Hier kommt Busnetworx

Reisebus
Foto: Pixabay / jebisa
geschrieben von Marinela Potor

All diejenigen, die glauben, dass der deutsche Fernbusmarkt nach Flixbus nicht mehr viel anzubieten hat, den möchte Busnetworx eines Besseren belehren. Das Start-up aus Leipzig hat sich dafür einen sehr ungewöhnlichen Ansatz ausgesucht: Mit moderner Software sollen aus antiquierten Reisebussen hippe Festivalbusse werden.

Das Modell von Busnetworx ist beim genauen Hinschauen dabei gar nicht so verrückt, wie es zunächst klingt. Der Fernbusmarkt in Deutschland wird nicht etwa von Flixbus, sondern zu 90 Prozent von kleinen und mittelständischen Reisbusunternehmen beherrscht. Darunter fällt alles von der Studiosus-Reise über den Ausflug des Kegelvereins bis hin zur Kaffeefahrt. Klingt nicht gerade sexy, doch genau das will Busnetworx jetzt ändern.

Digitalisierung ist noch nicht angekommen

Denn so altmodisch diese Reisebusse auch klingen, so rückständig sind die meisten dieser Unternehmen auch. Zumindest was die Digitalisierung angeht. Fahrtzeiten und Routen online vergleichen? Geht nicht! Buchen per App? Gibt es nicht! Webseiten mit Informationen? Mangelware.

So scheint der Modernisierungsansatz sowohl nötig als auch sehr schwierig. Doch offensichtlich ist die Reisebusbranche bereit für eine Erneuerung. Denn während Flixbus sein Angebot immer weiter ausbaut, leiden die Reisebusunternehmen, oftmals kleine Familienbetriebe, unter dem Konkurrenzdruck. Die Nachfrage lässt nach und Busfahrer sind nur noch schwer zu finden.

Busnetworx glaubt, dass eine zeitgemäßere Software und ein jüngerer Ansatz diesen Unternehmen helfen kann.

Modernisierung in drei Stufen

Die Modernisierung soll laut Busnetworx auf drei Ebenen erfolgen:

  • beim Flotten- und Angebotsmanagement
  • beim Kundenservice
  • bei der Zielgruppe

So hat Busnetworx erstens eine cloudbasierte Software für Unternehmen entwickelt – Busnetworx One – mit der sie ihr Angebot digital und flexibel überschauen können. Dazu gehört zum Beispiel das Einsehen von verfügbaren Sitzplätzen oder eine automatisierte Preiserstellung für Unternehmen bei Buchungsanfragen.

Als Zweites bietet Busnetworx eine direktere Verbindung zwischen Kunden und Busunternehmen, Busnetworx Transfer. Über ein Webformular können Nutzer die Verfügbarkeit von Reisebussen für bestimmte Strecken und Zeiträume erfragen. Diese Anfragen werden anschließend automatisch an die Unternehmen weitergeleitet. Bisher erforderte das eine mühsame Suche im Netz sowie im Telefonbuch und wahrscheinlich das Anrufen zu den typischen Geschäftszeiten.

Die dritte Ebene, die Busnetworx aufmischen möchte, ist die Zielgruppe. Denn während Reisebusse meist mit der Generation 50+ assoziiert werden, glaubt das Leipziger Start-up, dass auch die junge Generation von einem erweiterten Fernbus-Angebot profitieren kann.

Festivalbusse für die junge Generation

Ihr Ansatz: Mietet Reisebusse, um mit all euren Freunden zum Festival oder zum Großkonzert zu fahren. Busnetworx Festival heißt das Angebot passenderweise. Aktuell können hier zum Beispiel Direktfahrten zum Melt-Festival aus über 100 Städten gebucht werden.

Die Preise starten bei 25 Euro pro Person. Busnetworx bietet sogar an, die Festivaltickets und sogar die Anreise zu einem Festivalbus per Flixbus direkt über die eigene Webseite zu buchen.

Ob das Start-up so tatsächlich zum Konkurrenten für Flixbus werden kann? Das lässt sich natürlich so früh noch nicht absehen. Doch eins kann man schon sagen: Es kommt wieder etwas Bewegung in den deutschen Fernbusmarkt.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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