Start-ups Transport

Nie mehr ohne Strom! Dieses Start-up bringt die E-Ladestation zu euch

Bild: Chargery GmbH
geschrieben von Marinela Potor

Chargery ist das neueste Start-up, das der Reichweitenangst den Kampf angesagt hat. Denn, egal wo ihr gerade seid, egal was für ein Elektroauto ihr habt: Wenn ihr ohne Strom liegen bleibt, kommt die mobile Ladestation von Chargery ganz einfach zu euch.

Christian Lang, Philipp Anders und Paul Stuke sind das Gründerteam hinter dem Berliner Start-up Chargery. Ihre Vision klingt so einleuchtend und simpel, dass man sich fragt, warum eigentlich noch niemand vorher darauf gekommen ist: Anstatt dass Fahrer mit ihren E-Autos zur Ladestation kommen, kommt die Ladestation zum Fahrzeug.

Nachhaltiger Strom per Fahrradkurier

Die Idee zu einer mobilen E-Ladesäule kam den Gründern durch einen Zeitungsartikel über einen mobilen Benzinservice für Luxusautos in England. Mobiles Tanken? Eigentlich eine super Idee! Doch Benzin wollten Christian Lang, Philipp Anders und Paul Stuke dann doch nicht vertreiben. Vielmehr waren sie davon angetan, Elektroautos das Aufladen zu erleichtern.

Ihr Service – seit August 2017 am Start – beginnt mit einer App. Benötigt ein Fahrzeug einen Ladeschub, bestellen Nutzer den Aufladedienst von Chargery einfach per Smartphone. Koordinaten und Kennzeichen werden ebenfalls über das Handy übermittelt und wenige Minuten später kommt die mobile Ladestation beim Auto an – per Fahrradkurier mit Akkukiste.

Chargery Ladekiste Logo

In dieser „Kiste“ können bis zu 12 Akkus transportiert werden (Bild: Chargery GmbH)

Denn, das ist den Gründern sehr wichtig, ihr Angebot soll so umweltfreundlich wie möglich sein. So garantieren sie ebenfalls, dass der gelieferte Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien kommt. Kein Wunder, dass das Start-up unter den Top 10 nominierten der Greentec-Awards 2018 gelandet ist.

Schnelles Laden ist (noch) nicht drin

Für das Aufladen selbst greift Chargery auf die transportierbaren Wechselakkus von Greenpack zurück. So können sie auch den nachhaltig produzierten Strom garantieren. Denn die Wechselakkus kommen von verschiedenen Anbietern. Wer will kann damit also ganz gezielt Ökostrom-Anbieter wählen.

Insgesamt zwölf austauschbare Akkus mit jeweils 2 kWh Leistung passen in die Ladekiste der Kuriere, insgesamt können sie so bis zu 150 Kilometer Reichweite liefern. Der Preis ist einheitlich, egal um welches Modell es sich handelt und wie lange das Aufladen dauert. Bezahlt wird pro Nutzung, eine Mitgliedschaft oder ein Abo sind nicht erforderlich. Allerdings dauert das Aufladen der Autos gute drei bis vier Stunden.

„Mal eben schnell“ Laden ist also nicht drin. So sind es bisher auch eher kommerzielle Anbieter wie Carsharing-Dienste, die Chargery nutzen. Gerade für Carsharer, die mit einem Free-Floating-Modell arbeiten, ist es sehr umständlich, die eigenen Autos von überall abzuholen und zu einer Ladestation zu bringen. Da kommt der mobile Dienst von Chargery gerade recht. Doch natürlich denken Christian Lang, Philipp Anders und Paul Stuke schon weiter.

Die Vision: Autonome Laderoboter

Sie arbeiten an Akkus mit Wechselstrom im Bereich von 11 kWh und sogar 22 kWh. Damit könnten sie die Ladezeiten auf ein bis zwei Stunden reduzieren und wären damit auch für private E-Autobesitzer attraktiv. So könnte man sein Elektrofahrzeug während des Einkaufs oder beim Arztbesuch ganz einfach aufladen lassen.

Doch das ist nur der Anfang. Die ganz große Zukunftsvision ist ein autonomer, induktiv ladender Roboter, der die E-Fahrzeuge sogar während der Fahrt aufladen könnte. Aktuell konzentrieren sich die Gründer aber vor allem darauf, ihren jetzigen Dienst zu verbessern und ihn auch auf andere Städte auszuweiten. Denn bisher gibt es Chargery nur in Berlin. In diesem Jahr sollen ein bis zwei Städte hinzukommen. Welche genau, steht noch nicht fest. Nur so viel Verrät Mitgründer Christian Lang gegenüber Mobility Mag schon: „Es werden natürlich auch eher größere Städte sein.“ Wir sind gespannt.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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