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Corona: E-Scooter-Verleiher stellen Angebot größtenteils ein

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Anbieter wie Lime und Circ ziehen ihre E-Scooter derzeit ab. (Foto: Pixabay / Christian Bueltemann)

Das Coronavirus betrifft fast alle Teile unseres Alltags – auch die Mobilität. Dazu gehören auch E-Scooter. Viele Unternehmen haben nun beschlossen, aufgrund von Corona ihr E-Scooter-Angebot in Deutschland einzustellen. So sieht die Situation bei den größten Anbietern derzeit aus. 

Lange schien es kein größeres Aufregerthema in deutschen Städten zu geben als E-Scooter. Nun müssen aufgrund von Corona viele E-Scooter-Verleiher ihr Angebot herunterfahren oder komplett einstellen. Welche Maßnahmen Leihscooter-Unternehmen genau getroffen haben und welche E-Scooter du noch ausleihen kannst, zeigen wir dir hier.

Lime

US-Anbieter Lime fährt sein Angebot derzeit weltweit zurück. In einem offenen Brief auf der Website des Unternehmens heißt es: „Das Covid-19-Virus ist eine noch nie dagewesene Herausforderung für Städte und Gemeinschaften weltweit. Genau wie du, machen wir uns auch Sorgen über die Städte, die wir lieben und die wir unser Zuhause nennen.“


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Deswegen hat Lime beschlossen vorübergehend aufgrund von Corona seine E-Scooter-Angebote in den USA sowie in nahezu ganz Europa herunterzufahren und nach und nach einzustellen. Zu den betroffenen Ländern in Europa gehören neben Deutschland, Österreich und der Schweiz unter anderem auch Belgien, Frankreich, Norwegen, Italien, Spanien und Schweden.

Voi

Seit dem 26. März ist auch beim schwedischen Anbieter Voi erstmal Pause mit Leihscootern auf deutschen Straßen. Bis dahin hatte der Betreiber – wenn auch mit reduzierter Flotte – den Betrieb aufrecht erhalten.

Doch ab sofort kannst du dir auch keine Voi-Scooter mehr ausleihen. Dennoch wirst du womöglich noch den ein oder anderen Voi-Scooter sehen. Denn: „Wir verleihen unsere E-Scooter jetzt als Übergangslösung an öffentliche und private Institutionen – zum Beispiel neu eingerichtete Lieferdienste und zur Beförderung von systemrelevanten Personal“, erklärte Voi gegenüber Mobility Mag.

Auch das erfolgt mit verschärften Hygienemaßnahmen. „Wir desinfizieren unsere Scooter bei allen Einsammel-, Aufladungs- und Wartungsvorgängen. Unser Personal hat eine zusätzliche Einweisung erhalten und ist seit letzter Woche mit spezieller
Schutzkleidung ausgestattet.“ Gleiches gelte für die Betriebsstätten, sagt Voi.

Die Voi-Mitarbeiter, die nicht in den Betriebsstätten arbeiten, sind derzeit im Homeoffice.

Bird (Circ)

Erst vor Kurzem hatte US-Anbieter Bird das Leihscooter-Unternehmen Circ übernommen. Schon steht es vor der Krise. „Die COVID-19-Pandemie betrifft uns alle auf globaler Ebene. Wir haben entschieden, unseren Dienst in Europa vorübergehend einzustellen“, sagte DACH-Sprecher Fabian Lebersorger gegenüber Mobility Mag.

Das bedeutet: Vorerst kannst du keine Bird-Scooter ausleihen, weder in Deutschland noch in anderen europäischen Städten. Diese Entscheidung sei aber im Fluss, sagte Lebersorger.

Man sei im steten Austausch mit Städten und Behörden und sobald es wieder sicher sei, möchte Bird sein E-Scooter-Angebot in Deutschland wieder ausrollen.

Uber

Uber hat sich bislang auf mehrfache Nachfrage von Mobility Mag nicht zu seinen Plänen zu seinem E-Scooter-Angebot „Uber Jump“ geäußert. Der Tagesspiegel berichtete jedoch, dass das Unternehmen derzeit alle seine E-Tretroller aus Deutschland abziehe. Auch auf der deutschen Website des Unternehmens finden sich momentan keine Informationen zu Covid-19.

Tier

Der Berliner Anbieter Tier hat sich zur neuen Gesundheitssituation positioniert. In einigen Ländern hat das Berliner Unternehmen den Betrieb komplett eingestellt. Dazu gehören Italien, Frankreich, Spanien, die Schweiz, Österreich und die Vereinigten Arabischen Emirate.

In Deutschland operiert Tier weiter, allerdings mit einer reduzierten Flotte sowie mit neuen Hygieneprozeduren. Dazu gehören:

  • Bei jedem Akku-Tausch erfolgt auch eine sorgfältige Desinfizierung der Scooter
  • E-Scooter, die repariert werden, werden anschließend ebenfalls gereinigt und desinfiziert, bevor sie dann nach einer Sicherheitsprüfung wieder auf die Straße gestellt werden.
  • Alle Mitarbeiter sowie die Stadt-Mitarbeiter folgen den von der WHO empfohlenen Hygienebestimmungen.
  • Die Schichtarbeit wurde neu aufgeteilt, um Mensch-zu-Mensch-Kontakt zu reduzieren.
  • Nutzer erhalten Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien per App, über Social Media und die Website
  • Büro-Mitarbeiter arbeiten, wo es möglich ist, derzeit im Homeoffice

Je nach Entwicklung der Pandemie kann sich die Situation natürlich auch schnell wieder ändern. Aktuell wirst du aber definitiv weniger E-Scooter auf deutschen Straßen sehen als bisher.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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