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Buchkritik: „Der perfekte Augenblick“ von Jochen Schweizer – zwischen Leben und Tod

Jochen Schweizer Der perfekte Augenblick
geschrieben von Tobias Gillen

Jochen Schweizer polarisiert. Auf der einen Seite ist er der verrückte Ex-Stuntman, der regelmäßig aus Flugzeugen springt oder im Windkanal schwebt. Auf der anderen Seite sitzt er im schicken Outfit in der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“ und investiert in Start-ups. In „Der perfekte Augenblick“ beschreibt er seinen Lebensweg. Wir haben es gelesen.

Abentuer. Leben und Erleben. Reisen. Jochen Schweizer verkörpert all das mit seiner Personenmarke, die er über die vergangenen Jahrzente aufgebaut hat. In seinem Buch „Der perfekte Augenblick“ geht er ein paar Jahre zurück, die Geschichte beginnt bei seiner ganz persönlichen „Höhle der Löwen“ in New York, vor Investoren, die ihm nicht das nötige Kleingeld für seine Geschäftsidee geben wollten: Erlebnisse in Geschenkboxen zu verkaufen und so ladenfähig zu machen.

Geschafft hat er es dann doch irgendwie. So wie auch durch seine große Krise 2003, als ein Mensch an seinem Bungeeturm in Dortmund ums Leben gekommen ist. Kurz vor dem Ruin kämpft er sich heraus, gründet seine heute populäre Website im noch jungfräulichen Internet und beginnt mit dem Wiederaufbau. All das erzählt er in seinem Buch distanziert und eher großväterlich, eben irgendwie stark auf Selbstreflexion getrimmt. Hin und wieder wünscht man sich mehr Action statt Weisheiten, an anderer Stelle ist man dann wieder nah genug dran.

„Der perfekte Augenblick“: Irgendwo zwischen Leben und Tod

Der perfekte Augenblick / Jochen Schweizer

Der perfekte Augenblick von Jochen Schweizer

Etwa als er im tiefsten Urwald mit einem von der Außenwelt weitgehend abgeschottetem Volk auf dessen Einladung den Sprung von einem wackeligen Holzturm zelebriert hat. Oder als er sich beim Kayak fahren, seiner großen Leidenschaft, die Beine gebrochen hat und fast ertrunken wäre. Jochen Schweizer spricht bei den großen Momenten im Leben vom „perfekten Augeblick“. Wenn er da ist, merke man das schon und müsse genau dann die Chance ergreifen.

Das macht uns freilich nicht gleich zum mutigen Fallschirmspringer. Es soll uns aber anhalten, uns öfter selbst zu überwinden, um uns selbst näher zu kommen. Und es soll uns lehren, den perfekten Augenblick zu ergreifen, wenn er denn dann da ist. Bei „Die Höhle der Löwen“ schickt Schweizer häufig Start-ups ohne Investment nach Hause, weil sie zu lange zögern – der perfekte Augenblick ist dann nicht mehr perfekt, die Chance vorbei.

Kein Ratgeber für den Unternehmensaufbau

Das entscheide laut Schweizer über Erfolg und Misserfolg. Und natürlich das Wiederaufstehen. Wer sich für den Lebensweg des Jochen Schweizer interessiert und gerne mehr Abentuer in seinem Leben spüren möchte, verschwendet mit „Der perfekte Augenblick“ keine Zeit. Wer einen Ratgeber für den Unternehmensaufbau sucht, sollte dagegen weitersuchen – das Anwenden des Geschriebenen auf das eigene Leben oder die akute unternehmerische Situation ist dann doch teils etwas weit hergeholt und nicht jedermanns Sache.

„Der perfekte Augenblick“ ist im Gräfe und Unzer Verlag erschienen und kostet zwischen 14 und 17 Euro, je nach Medium. Hier gibt es das Buch bei Amazon.


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist Chefredakteur des Online-Magazins BASIC thinking. Als Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH wirkt er zudem dort und bei Mobility Mag im Hintergrund.

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