Mobile Work

Drei Organisationstools für mobile Arbeiter

geschrieben von Marinela Potor

Egal ob Freiberufler, Selbstständiger oder Webworker – eine der größten Herausforderungen für mobile Arbeiter ist die Selbstorganisation. Wenn es keine vorgeschriebene Arbeitszeit gibt, fehlt einfach eine feste Struktur. Dadurch sind unabhängige Arbeiter einerseits viel freier und selbstbestimmter als Angestellte, andererseits bedeutet das aber auch, dass sie sich selbst organisieren und sehr diszipliniert sein müssen. Zum Glück gibt es mittlerweile viele Organisationstools, die euch genau dabei helfen können.

Wer seine Arbeitszeit selbst bestimmt, muss auch herausfinden, wie er sich selbst am besten organisieren kann. Wie kann ich ohne vorgeschriebene Zeiten dennoch produktiv arbeiten? Wie kann ich meine Zeit am besten selbst einteilen? Auf all diese Fragen gibt es mittlerweile auch Antworten in Form von Applikationen. Sehr vielen Applikationen.

Denn in den letzten Jahren haben Entwickler (gefühlt) Tausende von Organisationsapps für Webworker auf den Markt gebracht. Bei diesem Organisationsapp-Dschungel ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Da es aber auch nicht DAS eine perfekte Organisationstool gibt, stellen wir euch immer wieder nützliche unter ihnen vor, die euch bei der Arbeit helfen können. So könnt ihr selbst verschiedene Tools ausprobieren, und die besten für euch herausfiltern.

Im Folgenden nun drei Organisationstools für die Strukturierung von Aufgaben, Tagesplanung und Zeitmanagement.

Wunderlist: Die einfache To-Do-Liste

Hinter der Organisationsapp „Wunderlist“ steckt das Berliner Startup 6Wunderkinder, das sich 2010 gegründet hat und fünf Jahre später für rund 200 Millionen Euro von Microsoft übernommen wurde.

Kurz zusammengefasst ist Wunderlist eine „To-Do-App Plus“, also eine digitale To-Do-Liste mit zusätzlichen Features. Es gibt sowohl eine Gratisversion als auch eine Pro-Version für Teams und Unternehmen für alle Endgeräte.

Was kann die App?

Mit dem Organisationstool von Wunderlist könnt ihr To-Do-Listen erstellen, die euch dabei helfen, nicht nur eure Arbeit, sondern auch eure Tagesaufgaben insgesamt zu strukturieren.

Gerade wer ein großer Fan von To-Do-Listen ist, wird mit dieser App große Freude haben. Denn die Listen können, anders als bei Papierlisten, besser strukturiert werden. Ihr könnt euch für jede Aufgabe eine Tageszeit als Deadline setzen – und euch per Pop-up, Klingelton oder Email daran erinnern lassen. Schön ist, dass ihr selbst wählen könnt, wie penetrant die Erinnerungsfunktion sein soll.

Darüber hinaus könnt ihr Tasks auch mit Hashtags versehen, Kommentare dazu verfassen und – was für die Arbeit in Teams sehr hilfreich ist – diese auch mit anderen Nutzern teilen.

Schade ist nur, dass ihr – zumindest in der Gratisversion – Wunderlist nicht mit eurem Kalender synchronisieren könnt.

Fazit

Insgesamt ist Wunderlist eine hilfreiche Organisationsapp für mobile Arbeiter, insbesondere für Menschen, die ihre Arbeit in Aufgaben unterteilen möchten. Gerade zur Anwendung auf dem Smartphone ist die App sehr intuitiv, auch wenn es schön wäre, die Aufgaben von Wunderlist mit dem persönlichen Kalender verbinden zu können.

Any.do: Das digitale Organisationstalent

Any.do ist ein Organisationstool, das 2011 von Omer Perchik, Itay Kahana und Yoni Lindenfeld aus Tel Aviv gelauncht wurde. Die App gibt es für iPhone, iPad, Android, Tablets, als Webapplikation sowie für den Desktop. Auch hier könnt ihr zwischen einer Gratisversion und einer Premium-Version wählen und die Macher arbeiten bereits an einem Assistenten, also einem Chat-Bot, der die Planung für euch übernehmen kann.

Was kann die App?

Wie bei Wunderlist könnt ihr mit dieser App zwar ebenfalls To-Do-Listen erstellen. any.do fokussiert sich dabei aber eher auf eure Tagesplanung. Ihr könnt hier nämlich nicht nur Aufgaben planen und diese dann mit einer Deadline versehen, ihr könnt auch andersherum eine Tageszeit wählen und für diesen Zeitraum Aufgaben einplanen.

Schön ist auch die Vor-Strukturierung des Hauptmenüs in persönliche Aufgaben, Arbeit und Einkaufsliste. Diese Listen könnt ihr selbstverständlich auch beliebig weiter ergänzen. Wie bei Wunderlist könnt ihr auch hier selbst zu jeder Aufgabe Unterpunkte erstellen, Kommentare einfügen, Dateien zu euren Aufgaben hochladen, Erinnerungsfunktionen setzen und die Listen mit anderen Nutzern teilen.

Seit November 2016 haben die Macher ein weiteres Widget für any.do entwickelt, Cal. Eine Kalenderfunktion, die persönliche Kalender wie beispielsweise den Google Calendar mit any.do synchronisiert und so auch diese Aufgaben in der App anzeigt.

Fazit

Any.do ist ideal für Webworker, die sich gerne komplett digital organisieren, von der To-Do-Liste bis zur Tagesplanung. Gerade am Anfang kann es aber eine Weile dauern, bis man als Nutzer all die Funktionen des Organisationstools erkennt und versteht.

focus booster: Die App für fokussiertes Arbeiten

Wer vor allem sein Zeitmanagement in den Griff bekommen möchte, wird mit dem Organisationstool „focus booster” gut zurechtkommen. Die Desktop-Applikation gibt es in drei Preisklassen: Die freie Version mit 20 Sitzungen pro Monat, die individuelle Version für 3 Dollar pro Monat und 200 Sitzungen und die professionelle Version mit unbegrenzten Sitzungen für 5 Dollar im Monat. Wer die App zum ersten Mal herunterlädt, bekommt dazu ein 30-tägiges Gratis-Trial der Profiversion.

Was kann die App?

Dieses Tool basiert auf der Pomodoro-Methode. Das ist eine Technik, die euch dabei, Aufgaben in Zeitblöcke einzuteilen. Die Theorie ist, dass ihr so effektiver und konzentrierter arbeiten könnt. Die Pomodoro-Technik wurde in den 1980er Jahren von Francesco Cirillo erfunden und unterteilt Arbeit in 25-Minuten-Blöcke. Alle 25 Minuten klingelt der Wecker, man legt eine kurze Pause ein und geht dann an den nächsten Arbeitsblock heran.

Focus booster ist ein simples, aber effektives Tool für euer Zeitmanagement. Einmal installiert, könnt ihr die Applikation für jede Arbeitseinheit launchen und den Timer setzen. Die App hat einen Zeitticker voreingestellt, den man zum Glück aber auch abstellen kann.

Ein hilfreiches Feature ist auch das Einprogrammieren des Stundenlohns. Das ist besonders praktisch für Freelancer, die auf Stundenbasis bezahlt werden. Darüber hinaus könnt ihr auch eure Tagesproduktivität nachverfolgen und so euer Zeitmanagement anpassen.

Fazit

focus booster ist ein einfaches Organisationstool, ohne viel Schnickschnack – und daher ideal für mobile Arbeiter, die ihre Zeit kontrollieren und fokussiert arbeiten möchten.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

3 Kommentare

  • Danke für das spannende Blog, welches ich jetzt schon einige Zeit interessiert lese. Bei diesem Artikel möchte ich aber gerne meinen ersten Kommentar posten, da mich dieses Thema lange beschäftigt habt. Organisationstools gibt es natürlich fast so viele wie Sand am Meer und letztlich entscheidet sich der persönliche Geschmack darüber, mit welchem man glücklich wird. Mit meiner Agentur haben wir vor einiger Zeit auch den Weg der Digitalisierung gewagt um auch Mobile Workern von überall auf der Welt die Integration ins Team zu ermöglichen bzw. den aktuellen Mitarbeitern mehr Möglichkeiten bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes zu geben. Lange Rede, kurzer Sinn: Wunderlist und Any.do haben wir dabei auch getestet und für gut befunden. Letztendlich sind wir aber bei Asana hängen geblieben und damit sehr glücklich. Die Web-Version arbeitet perfekt und auch für Smartphone und Tablet gibt es gute Apps. Bis 15 Personen ist die Anwendung kostenfrei und sehr zuverlässig. Darüber hinaus gibt es sehr viele Schnittstellen zu anderen Cloud-Applikationen, so dass hier keine Insellösung entsteht. Dies nur als meine persönliche Ergänzung und als zusätzlicher Tipp, denn wir gesagt: Jeder hat seine eigenen Vorlieben.

    • Hallo Carsten,
      wir freuen uns erstmal natürlich sehr, dass du uns gerne liest *tanzendes Emoji*! Wie du schon sagst, es gibt so viele Organisationstools und ich glaube wirklich, man muss einfach mal ein paar ausprobieren, bis man für sich (oder sein Team) das richtige gefunden hat. Je nachdem, was einem wichtig ist, funktionieren auch einige Tools besser als andere. Danke daher für den Hinweis auf Asana.

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