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Mit E-Flugzeugen in den Urlaub? Das könnte schon in 10 Jahren möglich sein

E-Flugzeug Kurzstrecken
Bild: Airbus Group
geschrieben von Marinela Potor

Es tut sich was bei den Elektroflugzeugen. Es gibt immer mehr konkrete Projekte für reine E-Flugzeuge. Könnten wir schon in den nächsten 10 Jahren komplett elektrisch fliegen?

Zumindest für Kurzstrecken scheint das machbar. Routen wie Berlin – Barcelona oder London – Paris könnten, damit schon bald zu reinen E-Strecken werden.

Weniger Emissionen, weniger Lärm, günstigere Tickets

Das glaubt jedenfalls Easyjet. Die britische Fluglinie hat angekündigt, im kommenden Jahrzehnt einige seiner Kurzstreckenflüge (Flüge unter zwei Stunden) nur noch mit Elektroflugzeugen zu betreiben. Geplant sind unter anderem die Strecken London – Paris, London – Amsterdam sowie Edingburgh – Bristol.

Dazu arbeitet Easyjet mit dem Start-up Wright Electric zusammen. Das Ziel ist es, ein Passagierflugzeug mit einer Reichweite von 335 Meilen (etwa 540 Kilometer) zu bauen. Damit könnte Easyjet ein Fünftel all seiner Strecken elektrisch betreiben. Wright Electric behauptet, die E-Flugzeuge seien nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch 50% leiser und 10% günstiger als die mit Kerosin betriebenen Maschinen. Theoretisch könnte das auch dazu führen, dass Flugpreise durch Elektroflugzeuge noch günstiger werden.

Die offizielle Mission von Wright Electric ist es daher, sämtliche Kurzstreckenflüge in den nächsten 20 Jahren mit E-Flugzeugen zu betreiben. Für Easyjet soll demnächst ein Flugzeug mit 10 Sitzen und schließlich mit einem ganzen Fluggang getestet werden.

Norwegen: Ab 2040 alle Kurzstrecken elektrisch

Easyjet und Wright Electric sind aber nicht die einzigen, die glauben, dass Kurzstrecken in naher Zukunft mit E-Flugzeugen geflogen werden können. Auch Norwegen hat angekündigt, all seine Kurzstreckenflüge bis 2040 elektrisch zu betreiben. So möchte der staatlich betriebene norwegische Flughafenbetreiber Avinor, dass alle Flüge unter 1,5 Stunden mit E-Flugzeugen geflogen werden. Es ist interessant, dass gerade Norwegen – der größte Gas- und Ölexporteur gleichzeitig führend in der Elektromobilität ist.

Doch die Vorteile der Umstellung liegen für Avinor auf der Hand: Es werden weniger giftige Emissionen ausgestoßen, der Lärm wird drastisch reduziert und auch Avinor glaubt, dass E-Flugzeuge billiger sind.

Deutsche Start-ups testen E-Flugzeuge erfolgreich, aber…

Auch in Deutschland haben bereits mehrere Start-ups haben im vergangenen Jahre demonstriert, dass E-Flugzeuge kein Ding der Unmöglichkeit sind. Das Münchner Start-up Lilium testet seit April 2017 deine E-Flugzeuge mit VTOL-Technologie. Das Bruchsaler Start-up Volocopter wiederum absolvierte mit seinem E-Flugzeug im September 2017 einen erfolgreichen Testflug in Dubai.

Auch der deutsche Flugzeugbauer Airbus hat mit Pop-up ein rein elektrisches Passagierflugzeugt entwickelt und das Unternehmen testete erst vor wenigen Tagen sein autonomes, elektrisches Fluggerät Vahana – eine Art Drohnen-Lufttaxi.

Doch auch wenn diese Flugversuche schon beeindruckend sind, zeigen sie auch die Schwierigkeiten eines E-Flugzeugs. Denn die Motoren reichen lediglich für sehr kurze – urbane – Strecken und die Flugzeuge können nicht mehr als 4 Passagiere transportieren. Für den kommerziellen Flugbetrieb ist das natürlich zu wenig.

Einige Experten zweifeln daher an der Machbarkeit der E-Flugzeuge für kommerzielle Flüge. Bevor es elektrische Maschinen gäbe, müssten daher erst einige Zwischenschritte erfolgen. Gerade Airbus hat seine Pläne, ein reines E-Flugzeug zu betreiben aufgegeben und setzt statt dessen auf ein Hybridflugzeug. Der E-Fan X soll mit einer Kombination aus Batterien und Gasmotor ab 2025 Langstreckenflüge absolvieren können. Im gleichen Jahr hat auch Wright Electric angekündigt, seinen elektrischen 19-Sitzer zu testen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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