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E-Fuso Vision One: Daimler präsentiert E-Truck vor Tesla

E-Fuso Vision One
Bild: Daimler
geschrieben von Marinela Potor

Tesla mit dem ersten vollelektrischen Schwer-LKW? Diese Vorstellung muss Daimler schwer zu schaffen gemacht haben. Nachdem Tesla die geplante Vorstellung seines Elektro-Trucks „Semi“ mal wieder verschoben hatte, konnte Daimler auf der Tokyo Motor Show glänzen. Mit dem „E-Fuso Vision One“ präsentierte der Autokonzern dort sein E-Truck Konzept – vor Tesla.

Teslas elektrischer Lastwagen, Tesla Semi, sollte nach Ansicht von Experten angeblich die Autowelt völlig revolutionieren. Doch die Vorstellung des Modells, das eigentlich im September der Öffentlichkeit gezeigt werden sollte, wurde – wieder einmal – verschoben.

Genau die richtige Zeitlücke für Daimler, um auf der Tokyo Motor Show nun vor Tesla den eigenen E-Truck Vision One zu präsentieren.

Alle eigenen LKWs und Busse elektrifizieren

Der Vision One wird, wie alle Fuso-Lastwagen, von der Daimler-Konzerntochter Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC) produziert. MFTBC kündigte auch gleich an, in den kommenden Jahren alle eigenen LKW und Busreihen komplett zu elektrifizieren. MFTBC ist damit der erste „Hersteller mit eigener Produktmarke für elektrische Lkw und Busse“, wie Daimler stolz verkündete.

eCanter: Erster Leicht-LKW in Serie

Seit Kurzem fährt die Leichtversion von Fuso, der Fuso eCanter, für UPS, Seven-Eleven und Yamato Transport in Japan. Er ist damit der erste vollelektrische Leicht-LKW aus Serienproduktion. „Mit dem eCanter haben wir bereits unter Beweis gestellt, dass elektrische LKW wirtschaftlich sein können. Unser eCanter spart schon heute bis zu 1.000 Euro Betriebskosten pro 10.000 Kilometer”, sagte Marc Llistosella, President und CEO der Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation und Leiter von Daimler Trucks Asia.

Vision One vorerst nur für mittlere Strecken

Der E-Fuso Vision One soll also quasi der große Bruder des eCanter werden. Er ist als vollelektrischer schwerer LKW mit einem Gesamtgewicht von rund 23 Tonnen konzipiert und soll ab 2021 in Serienproduktion gehen.

E-Fuso Vision One LKW Konzept

Bild: Daimler

Das präsentierte Modell wäre tatsächlich jetzt schon straßentauglich und könnte mit einer einzigen Akkuladung bei einer Nutzlast von 11 Tonnen eine Reichweite von 350 Kilometer erreichen. Als mögliche Einsatzfelder für den Schwer-LKW nennt Damiler allerdings vorerst nur den regionalen innen- und zwischenstädtischen Verkehr. Die Entwicklung eines Elektroantriebs für Langstrecken-Lastwagen dürfe deutlich länger dauern, sagt Daimler.

Der Konzern spielte in seiner Ankündigung ebenfalls darauf an, dass neben wachsendem Kundeninteresse auch „regulatorische Bemühungen“ die Elektrifizierung des Transportwesens antreibe. In vier Jahren seien aber Märkte wie Japan oder Europa „reif“ für die Markteinführung von LKWs wie dem E-Fuso. Ob damit Super-Charger, neue von Daimler entwickelte Akkus oder eine verbesserte Ladeinfrastruktur gemeint sind, ist nicht klar.

Und Tesla?

Nachdem die angekündigte Präsentation des Semi von September auf den 26. Oktober und jetzt erneut auf November verschoben wurde, sind viele gespannt auf das Konzept von Tesla. Ursprünglich hatte Tesla einen Elektro-Truck mit einer Reichweite zwischen 300 und 500 Kilometern angekündigt. Nun fragen sich Beobachter: Wird Tesla nach der Präsentation von Daimler hier möglicherweise noch einen drauf setzen?

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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