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Diese süßen E-Roller erobern derzeit Deutschland

geschrieben von Marinela Potor

E-Roller erleben gerade ein Comeback. Vor allem in deutschen Großstädten erfreuen sich die elektrischen Gefährte großer Beliebtheit. Egal ob als Sharing-Modell oder für den persönlichen Gebrauch, gerade die Modelle mit niedrigen Geschwindigkeiten haben es den Nutzern angetan. Wir stellen sechs deutsche E-Roller-Hersteller und ihre niedlichsten Modelle vor.

Irgendwie dachte man ja, die Zeit der Motorroller mit bizarren Tiernamen wie Vespa, Schwalbe oder Wiesel sei schon längst wieder vorbei. Zu klein, zu kraftlos und zu umweltschädlich, urteilten viele. Gerade die Fahrzeuge im Geschwindigkeitsbereich unter 45 km/h schienen niemanden mehr begeistern zu können. Motorradfans wollten kraftvollere Maschinen, Familien wollten Minivans und Millennials wollten anscheinend am liebsten gar nichts mehr mit Kraftfahrzeugen zu tun haben.

Klassischer Look mit moderner Technologie

Bis vor einigen Jahren eine Mischung aus Rollerfans, Hipstern und umweltbewussten Gründer irgendwie alle gleichzeitig einen Haufen italienischer Filme aus den 60er Jahren geschaut haben müssen (die einzig logische Erklärung für das Phänomen) – und die Roller aus der verstaubten Fahrzeug-Kiste wieder hervorkramten.

Herausgekommen sind dabei viele neue Modelle, die den nostalgischen Look der klassischen Roller aufgreifen, gleichzeitig aber auf neue Technologien, vielseitigere Nutzbarkeit und das Sharing-Modell setzen. Ein neuer Trend war geboren: Die urbanen E-Roller.

Neben Traditionsunternehmen wie Piaggio stoßen dabei auch immer mehr innovative Designs „made in Germany“ auf den Markt vor, gerade im Geschwindigkeitsbereich von bis zu 45km/h. Wir stellen euch daraus sechs der bekanntesten deutschen E-Roller-Bauer und ihre niedlichsten Modelle vor.

Govecs

In München sitzt die GOVECS GmbH, gegründet 2009 von Thomas Grübel. Die E-Roller von Govecs werden im polnischen Breslau produziert und das Unternehmen bezeichnet sich selbst als „europaweit führender Hersteller von Elektrorollern“.

Govecs bietet zwei GO-Modelle an, die GO! S Serie als Stadtflitzer sowie die GO! T Serie für Lieferungen. Darüber hinaus produziert Govecs auch einen elektrischen Klapproller für die niederländische Firma GiGi sowie das Sport-Dreirad Sway für die US-Firma SWAY Motorsports.

Das Unternehmen vermietet ebenfalls Roller für Sharing-Modelle. Das neueste Produkt von Govecs ist aber eindeutig das mit dem größten Hingucker-Potential: die Schwalbe.

Bild: Govec Group

MZ

„Charly“, der Schlager unter den MZ-Rollern, ist nicht totzukriegen. Obwohl es seit der ersten Auflage im Jahr 1993 mehrere Pleiten von Vertriebs- und Produktionsfirmen gab, war die Nachfrage nach dem Roller aus Schneeberg im Erzgebirge so groß, dass Charly seit dem 1. März 2017 wieder auf dem Markt ist.

Bild: MuZ Vertriebs GmbH

Kein Wunder! Wer kann schon diesen Kulleraugen widerstehen?

Scuddy

Scuddy ist ein Kieler Start-up und vielen aus dem Fernsehen von „Schlag den Raab“ oder der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“ bekannt. Das Design des Scuddy-Rollers ist eine Mischung aus Einkaufstrolley, Segway und Tretroller, und dabei überraschend schnell. Die Modelle erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 45 km/h. Dabei ist Scuddy auch noch sehr wandelbar und lässt sich nicht nur als Fahrzeug, sondern auch als Packesel nutzen sowie zusammenfalten – und ist damit auch ein ideales Produkt für Pendler, wie die Gründer finden.

Tante Paula

Tante Paula kommt aus Hamburg und vertreibt E-Roller mit so königlichen Namen wie „Ferdinand I.“ oder „Maximilian II.“. Die Roller wuseln mit maximal 20 km/h bis 32 km/h, je nach Modell, durch die Stadt und gelten offiziell als Mofas.

Bild: Tante Paula Konsumartikel GmbH

Der E-Roller war unter anderem Testsieger bei Auto Bild und dem ARD ratgeber Auto & Verkehr.

Trinity Electric Vehicles

Die Trinity Electric Vehicles GmbH sitzt im niedersächsischen Meinersen zwischen Hannover und Wolfsburg. Das Unternehmen setzt bei seinen E-Rollern auf Qualität und Vielseitigkeit. So bietet Trinity nicht nur Elektroroller im Bereich von 20 km/h bis 100 km/h an, sondern auch zum Beispiel spezielle E-Roller für Senioren. Ein echter Hingucker ist dabei der Romex im nostalgischen Design.

Bild: Trinity Electric Vehicle GmbH

Walberg Urban Electrics

Die Walberg Urban Electrics GmbH ist ein Hamburger Start-up, das 2012 von Florian Walberg gegründet wurde. Der faltbare E-Roller EGRET ONE wird vom Unternehmen auch gerne als “E-Scooter2Go” bezeichnet.

Egret befindet sich mit seiner Namensgebung (Egret ist das englische Wort für Fischreiher) in guter alter Tiernamenstradition für Roller. Vom Design her wirkt der Zweiräder zwar eher wie ein Tretroller für Kinder, ist aber mit einer Geschwindigkeit von bis zu 35 km/h ein richtiger Flitzer.

Genau damit ist EGRET ONE aber auch gewissermassen in einer regulatorischen Sackgasse. Der E-Roller darf derzeit nicht im Straßenverkehr eingesetzt werden, sondern nur dort wo die Straßenverkehrsordnung nicht gilt.

Wie findet ihr den neuen Roller-Trend? Und welcher E-Roller ist euer Favorit?

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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