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Auf die Schulbank, bitte! Wir haben eine E-Scooter-Fahrschule absolviert

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Wir haben die E-Scooter-Fahrschule von Voi getestet. (Foto: Voi)
geschrieben von Christian Erxleben

Wie fahre ich eigentlich richtig mit dem E-Scooter? Diese Fragen stellen sich immer mehr Menschen. Der schwedische E-Scooter-Anbieter Voi bietet sogar eine eigene Fahrschule an. Wir haben daran teilgenommen. Unser Fazit fällt positiv aus. Doch es gibt einen großen Kritikpunkt.

Was fällt dir als erstes ein, wenn du an E-Scooter denkst? Rasende Fahrer, die durch die Innenstadt heizen? Zwei Jugendliche, die gemeinsam auf einem Roller die Straße entlang fahren? Roller, die mitten auf dem Gehweg liegen und dir den Weg versperren?

Keines dieser Bilder ist unrealistisch und häufig sind es wohl tatsächlich diese Bilder, die den Befragten in den Kopf kommen. Das Problem daran ist: Wenn es nach den Verkehrsregeln in Deutschland und den Regeln der E-Scooter-Anbieter geht, handelt es sich bei allen Szenarien um Verstöße.


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#RideLikeVoila: Voi bietet eigene Online-Fahrschule an

Dass die meisten Roller-Fahrer trotzdem ungestraft davon kommen, liegt primär daran, dass es nicht genügend Polizisten gibt, um diese kleinen Strafen zu unterbinden.

Trotzdem wirft jeder einzelne regelwidrige Fahrer natürlich ein schlechtes Licht auf den E-Scooter-Anbieter, den er durch seine Fahrt vertritt. Schließlich haben Tier, Lime und Co. kein Interesse daran, dass die Streitigkeiten zu Konflikten mit den lokalen Behörden führen.

Deshalb geht der schwedische E-Scooter-Hersteller Voi einen besonderen Weg. Mit #RideLikeVoila hat das Unternehmen eine Kampagne für die eigene Online-Fahrschule für E-Scooter gestartet.

Der besondere Anreiz für den Nutzer: Wer die Fahrschule erfolgreich absolviert, erhält drei Freifahrten geschenkt.

Einmal die Verkehrsregeln im Schnelldurchgang

Wer sich für die Teilnahme am Kurs entscheidet, muss sich lediglich mit seiner E-Mail auf der Website anmelden und das eigene Land auswählen. Schließlich gelten in Schweden andere Gesetze als in Deutschland. Außerdem braucht Voi natürlich deine Daten, um dir die Freifahrten gutschreiben zu können.

Insgesamt warten auf den Fahrschüler fünf Kategorien:

  • Schilder und Signale
  • Scooter-Wissen
  • Verkehrsregeln
  • Parken
  • Allgemeines

In allen fünf Kategorien gibt es zwischen sieben und 15 mehr oder weniger Themen-spezifische Fragen. So fragt Voi dich beispielsweise „Was bedeutet Bremsweg?“ oder „Wie solltest du auf einem Voi-Scooter bremsen?“.

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Eine Beispielfrage aus der Voi-Fahrschule. (Foto: Screenshot / Ridelikevoila.com)

Die einzelnen Kategorien sind dabei auch mit hilfreichen Bildern bestückt. So ist insbesondere der Schilder-Teil für die Fahranfänger äußerst hilfreich – und manchem Autofahrer würde eine Auffrischung sicherlich auch nicht schaden.

Durch die Fragen vermittelt Voi seinen Fahrschülern zentrale Aussagen. Zum Beispiel: Voi-Scooter dürfen nur auf Radwegen oder Straßen mit einer Maximalgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern gefahren werden. Sie gelten im Straßenverkehr defacto als Fahrrad.

Deshalb dürfen Scooter-Fahrer auch nicht entgegen von Einbahnstraßen oder in Fußgängerzonen fahren. Da ist es natürlich hilfreich, wenn man die entsprechenden Schilder auch erkennt.

Das Problem der Fahrschule: die Kluft zwischen Theorie und Praxis

Nach jeder beantworteten Frage gibt es wie in der klassischen Fahrschule eine kleine Erklärung. Darin heißt es dann beispielsweise:

  • „Du solltest IMMER einen Helm tragen, wenn du mit Voi unterwegs bist.“
  • „Pro Scooter ist nur EINE Person erlaubt. Keine Ausnahme!“
  • „Du musst mindestens 18 Jahre sein, um einen Voi-Scooter zu fahren.“

Genauso lernst du unter anderem, dass du niemals unter Alkohol-Einfluss fahren solltest.

Das ist alles schön und gut. In der Praxis jedoch können die einzelnen Lektionen ihre Wirkung leider nicht wirklich entfalten. Das zeigen die zahlreichen Verstöße im täglichen Straßenverkehr.

Die grundlegende Problematik besteht darin, dass das Absolvieren der Fahrschule als Zusatz betrachtet wird. Klar, zu ein paar Freifahrten sagt kein Nutzer nein. Es wäre jedoch viel sinnvoller, wenn die Nutzung des E-Scooters an das (erfolgreiche) Absolvieren der Fahrschule geknüpft würde.

Oder anders ausgedrückt: Wer die Hinweise in der Fahrschule nicht zumindest zur Kenntnis genommen hat, sollte keinen Zugang zu den E-Scootern erhalten. Und das gilt im Idealfall natürlich nicht nur für Voi, sondern für alle Anbieter. Jedoch wird das Angebot dadurch für spontane Nutzer natürlich sehr unattraktiv.

Doch womöglich wäre eine verbindliche Fahrschule sogar eine Idee für eine gesetzliche Anordnung, um das Chaos auf den Straßen einzudämmen und die E-Scooter-Fahrer für Gefahren, Funktionen und Regeln im Straßenverkehr zu sensibilisieren.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit 2017 Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking und Mobility Mag. Sein Weg zu führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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