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Kurioser Trend: Elektroauto an der Tankstelle laden

Total Tankstelle
An Total-Tankstellen wie dieser soll es bald auch Strom für Elektroautos geben. (Foto: Total Group)
geschrieben von Marinela Potor

Benzin und Diesel tankt man an der Krafstoff-Tankstelle. Strom für Elektroautos an der Elektrotanke. Wieso eigentlich? Zwei Tankstellenbetreiber wollen jetzt Ladesäulen für Elektroautos aufstellen. Was steckt hinter dem kuriosen Trend?

Wenn du mit deinem Benziner oder Diesel losfährst, machst du dir eigentlich keine Gedanken darüber, wo und wann du tanken wirst. Denn man weiß ja: Die nächste Tankstelle kommt bestimmt.

Bei Elektroautos ist das komplett anders. Elektrotankstellen gibt es verhältnismäßig wenige. Gerade, wer auf längeren unbekannten Strecken unterwegs ist, muss daher sehr gut vorplanen.


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Das könnte sich bald ändern. Denn es gibt einen kuriosen neuen Trend: Kraftstoff-Tankstellen stellen nun auch Ladesäulen für Elektroautos auf.

Elektroauto an der Tankstelle laden

Gestern hat zum Beispiel das Unternehmen Total beim Electric Vehicle Symposium in Lyon seine neuen Leistungen rund um Elektromobilität vorgestellt. Unter anderem: Ladestationen an den eigenen Tankstellen.

Total möchte langfristig aus Zapfsäulen „Tankstellen-Terminals“ machen – auch und insbesondere für Elektrofahrzeuge. Neben Kraftstoff für Benziner und Diesel sollen also auch Elektroautos an Total-Tankstellen Strom laden können.

Das mutet vor allem dann seltsam an, wenn man weiß, dass Total das viertgrößte Mineralölunternehmen der Welt ist.

Ähnliche Nachrichten vernimmt man in diesen Tagen auch von Shell. Shell bietet schon seit einigen Jahren elektrische Ladestationen an seinen Tankstellen in Großbritannien, China oder den Niederlanden an. Das Ganze ist Teil des neuen Konzeptes „Shell Energy“, mit dem Shell sich in den Energiemarkt bewegt.

Die Ladestationen sind ein Tel davon. Diese möchte Shell nun auch in Deutschland gemeinsam mit dem Energieversorger Energie Baden-Württemberg umsetzen.

Der Strom dafür stammt angeblich zu 100 Prozent aus nachhaltigen Quellen.

Insgesamt sollen dabei 50 Stationen mit insgesamt 100 Ladepunkten entstehen. Dabei handelt es sich um Schnellladesysteme, bei denen der Ladevorgang nur wenige Minuten dauern soll. Angedacht sind Leistungen von 150 Kilowatt. Damit könnte man in vier Minuten Strom für eine Strecke von 100 Kilometern tanken.

Damit würden sich die Elektro-Tanker gar nicht mehr so sehr von den Benzin- oder Diesel-Tankern unterscheiden.

Genau das erklärt, warum dieser kuriose Trend eigentlich gar nicht so kurios ist.

Neue Kunden in die Shops locken

Denn Tankstellen verdienen nicht nur mit dem Kraftstoff Geld, sondern auch mit ihren Läden – und das zu keinem geringen Anteil. Klar, wie oft kauft man sich im Tankstellen-Shop nicht noch ein Getränk, Zigaretten oder Knabbersachen für die Autofahrt? Wer am Sonntag tankt, holt sich nicht selten auch noch Milch oder andere Lebensmittel, weil der Supermarkt geschlossen ist.

Eine Tankstelle in Deutschland macht mit ihren Warenverkäufen im Shop einen durchschnittlichen Jahresumsatz von knapp einer Million Euro.

Je mehr Kunden man also in den Shop lockt, desto besser. Und nun rate mal, wer die Top drei Verdiener in diesem Bereich sind? Genau! Aral, Shell und Total.

Konzerne wie Shell oder Total setzen mit ihren Ladestationen also darauf, dass die Anzahl von Elektrofahrzeugen künftig steigen wird und sie damit schon frühzeitig eine neue Zielgruppe erreichen können.

Denn für den Shop ist es schließlich egal, ob der Kunde vorher Benzin oder Ökostrom getankt hat.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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