Transport

Bei diesen Projekten könnt ihr Fahrrad fahren und die Welt retten

Fahrrad Sonnenuntergang
Foto: Pixabay / renategranade0
geschrieben von Marinela Potor

Fahrradfahren ist gesund und gut für die Umwelt. Doch Fahrradfahrer können darüber hinaus auch noch die Welt retten. Wir stellen euch sieben Projekte vor, bei dem ihr den Spaß am Radfahren mit einem guten Zweck verbinden könnt.

Sich aufs Rad schwingen macht nicht nur Spaß, ist gut für die Gesundheit und schont die Umwelt – man kann damit auch noch Menschen in Not helfen.

Fahrräder für Freiheit

Eins der bekanntesten internationalen Fahrrad-Hilfsrojekte ist World Bicycle Relief. F.K. Day and Leah Missbach Day riefen WBR 2005 ins Leben, ein Jahr nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean.

WBR glaubt, das Fahrräder Menschen auf der ganzen Welt nicht nur mobil machen, sondern ihnen auch Freiheit und Unabhängigkeit verleihen.

Aus diesem Grunde baut und verteilt World Bicycle Relief selbstgebaute Fahrräder an Menschen in Asien, Südamerika und Afrika.

World Bicycle Relief ist eine der wenigen Profit-Hilfsorganisationen, die Gewinne aus eigenen Unternehmungen erwirtschaftet, auch wenn sie sich größtenteils über Spendengelder finanziert.

Weg vom Laptop, rauf aufs Rad

Diese kommen nicht nur von Privatleuten und Unternehmen, sondern auch von anderen Organisationen, wie zum Beispiel von den Techbikers  aus Deutschland. Techbikers begann im Jahr 2012 auf dem Google-Campus in London.

Dahinter stecken Lea Bauer von Google, Bettine Schmitz von Axel Springer Plug and Play und Jan Bechler Gründer vom Wein-Start-up Navinum, Finc3 und Partner der Online Marketing Rockstars.

Die Gründer wollten zeigen, dass die Start-up-Branche mehr kann als am Laptop sitzen und Fair-Trade-Kaffee in Hipster-Cafés zu schlürfen. So mobilisieren Techbikers seit 2013 die Gründerszene (und auch Fahrradbegeisterte darüber hinaus) zu ihrem jährlichen Spendenradeln.

Die Erträge daraus kommen dem World Bicycle Relief zugute.

Am Ende konnten die Techbikers dieses Jahr ihr gesetztes Ziel von 50.000 Euro nicht nur erreichen, sondern auch übertreffen. Insgesamt wurden 62.000 Euro erradelt.

Hilfe vor Ort

Einen lokaleren Ansatz verfolgt Radfahren für Kinder e.V. Radfahren für Kinder ist ein Hilfsverein aus Ravensburg, der mit Fahrradfahren Spendengelder für regionale Kinderhilfsprojekte sammelt.

Anstatt also in die große, weite Welt zu blicken, will der Verein Kindern vor Ort helfen. „Oft ist die Not der Kinder näher als man denkt. Uns ist es wichtig regionale Projekte zu unterstützen, aber auch Einzelfallhilfe wird eingesetzt – einfach überall dort, wo eine unbürokratische, finanzielle Unterstützung notwendig ist.“

Der Verein organisiert regelmäßig Charity-Radtouren. Manchmal sind das kurze Fahrten in der Region, manchmal aber auch große Touren kreuz und quer durch Europa. Das nächste Event – die RfK Sternfahrt – wird am 15. Juli veranstaltet.

Warum nicht die eigene Gemeinde unterstützen?

Wer sich einmal auf die Suche macht, wird feststellen, dass es in Deutschland sehr viele lokale Radfahr-Projekte gibt, bei denen man für einen guten Zweck in die Pedale treten kann. Eins von vielen Beispielen ist das Social Project Racing Team aus Hasborn-Dautweiler im Saarland.

Dahinter stecken die zwei begeisterten Mountainbiker Manuel Spohn und Thomas Hammer, die seit 2016 das Projekt leiten. Ihre Idee ist etwas anders als die typischen Spendenradel-Aktionen.

Denn beim Social Project Racing Team hängt das gesammelte Geld von der sportlichen Leistung von Spohn und Hammer ab. Je besser sie bei Rennen abschneiden, desto mehr Geld kommt zusammen.

Das Geld wird an lokale Sportprojekte weitergegeben. Eine schöne Idee für alle Radbegeisterte, um ihre eigene Gemeinde zu unterstützen.

Willkommen im fahrradfreundlichen Deutschland

Das ist auch die Grundidee hinter dem Fahrradprojekt der Ford Freiwillige in Köln. Die Freiwilligen-Initiative des Autobauers kooperiert mit der Kölner Willkommensinitiative Nippes (WiN) sowie der Kölner Polizei, um geflüchteten Menschen das Fahrradfahren beizubringen.

Für viele von ihnen ist das Radtraining in Theorie und Praxis eine Möglichkeit mobil und sicher unterwegs zu sein und auch, um Menschen aus ihrer Stadt kennenzulernen.

Die Freiwilligen stammen aus der Belegschaft von Ford, die Räder werden von Deutsche Bahn Connect, dem Bikesharing-Kooperationspartner des Autobauers zur Verfügung gestellt.

Ford Fahrradtraining mit Geflüchteten mit (Foto: obs/Ford-Werke GmbH)

Jeder Kilometer hilft

Wer nicht nur punktuell bei Charity-Aktionen helfen möchte, sondern jedes Mal, wenn er aufs Rad steigt, kann dies mittlerweile natürlich auch per App tun.

Eins der bekanntesten App-Programme weltweit ist Charity Miles*. Damit können Sportler mit jedem gelaufenen oder geradelten Kilometer Geld an eine Hilfsorganisation spenden. Die App trackt im Prinzip eure sportliche Leistung per Smartphone.

Jedes Mal, wenn sich die App öffnet, könnt ihr dann eine Hilfsorganisation wählen für die ihr Geld erschwitzen könnt. Das Geld kommt über Werbung zusammen. Jedes Mal, bevor Charity Miles anfängt zu tracken, müssen Nutzer sich einen kurzen Werbeclip anschauen.

Charity Miles App

Erst wenn man losläuft oder radelt, sammelt die App Spendengelder

Auch Radfahrer sollten belohnt werden

Die deutsche Variante dieser Radspende-App heißt Radbonus*. Gründerin Nora Grazzini verfolgt damit aber in Wirklichkeit einen ganz anderen Ansatz. Anstatt die Radfahrer für einen guten Zweck „zu nutzen“, möchte sie mit ihrer App lieber die Radfahrer selbst belohnen.

Denn sie glaubt, dass Radfahren ein toller Beitrag für unsere Gesellschaft ist, der durchaus belohnt werden sollte. So arbeitet Grazzini mit verschiedenen Arbeitgebern, Krankenkassen und E-Shops zusammen.

Radbonus App

Mit der Radbonus-App werden die Fahrradfahrer selbst belohnt (Foto: Radbonus)

Die Idee ist dabei eigentlich ganz einfach: Je mehr ihr radelt, umso mehr Belohnungen bekommt ihr. Den Ansporn bilden dabei „Challenges“. Diese können über gefahrene Kilometer geknackt werden. Am Ende winkt eine Belohnung.

Das kann ein Preisnachlass im Online-Shop sein, ein Wellness-Paket oder sogar ein zusätzlicher Urlaubstag.

Warum auch nicht? Es spricht schließlich nichts dagegen, sich als radfahrender Weltretter auch mal selbst etwas zu gönnen!

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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