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Nachhaltige Techno-Party: Diskogänger strampeln auf Fahrrädern für Strom

DJ Disko Club Plattenteller Musik
Foto: Pixabay / 6091236
geschrieben von Marinela Potor

Ihr geht am Wochenende gerne in Clubs feiern? Dann könnte diese Freiburger Fahrraddisko eine Inspiration für euch sein, um gleichzeitig Spaß zu haben und dabei auch noch etwas Gutes für die Umwelt zu tun.

Techno-Beats dröhnen aus den Lautsprechern des DJs. Buntes Licht zuckt durch den Raum. Der Strom dafür kommt aber nicht von einem Stromanbieter, sondern von acht Fahrradfahrern auf der Bühne.

Fahrraddisko ist Freiburgs einzige nachhaltige Techno-Party

Bei der Freiburger Fahrraddisko kommen die Diskogänger nämlich nicht nur durchs Tanzen ins Schwitzen, sondern auch durch das Fahrradfahren.

Das Ganze ist aber nicht etwa ein neues Fitnesskonzept, es geht vielmehr um nachhaltige Stromerzeugung. Denn die Radfahrer erzeugen durch ihre Bewegung Energie. Diese wird über einen Generator in einer Batterie gespeichert und erzeugt so schließlich den Strom für das Licht und die Musik im Club.

Die Fahrraddisko ist Freiburgs bislang einzige nachhaltige Techno-Disko und möchte durch das Konzept Nachhaltigkeit mit Spaß verbinden.

Konzept startete 2010 auf der Green Berlin Music Week

Die Idee der Fahrraddisko ist aber nicht neu. Bereits 2010 startete die Green Music Initiative ein ähnliches Projekt in Berlin.

Als Teil der Green Berlin Music Week fuhren Festivalbesucher mit dem Fahrrad zu einem geheimen Ort. Hier war eine Disko aufgebaut. Musik gab es aber nur, wenn mindestens vier Menschen in die Pedale traten und so die erforderliche Energie erzeugten. Das Konzept war so erfolgreich, dass die Initiative es auch schon im Ausland umgesetzt hat.

Energie aus eigener Muskelkraft

Die Freiburger Fahrraddisko hat sich sicherlich auch davon inspirieren lassen, auch wenn in der Stadt selbst seit mehreren Jahren mehrere vergleichbare Projekte umgesetzt wurden.

Hinter der aktuellen Aktion steckt unter anderem auch der Verein Solare Zukunft Freiburg e.V. Der Verein möchte mit seiner Arbeit die Verbreitung von erneuerbaren Energien fördern.

Initiativen wie die Fahrraddisko sind ein Weg, um Menschen zu zeigen, dass nachhaltige Energie kein langweiliges Thema ist, sondern auch Spaß machen kann.

Der Verein hat durchaus Erfahrung mit dem Konzept. Von 2012 bis 2014 rief er das Projekt „Fahrradkino“ ins Leben. Nach dem gleichen Prinzip wie bei der Fahrraddisko erzeugten Freiwillige durch ihre Muskelkraft auf 30 Fahrrädern so den nötigen Strom, um Kinofilme auszustrahlen.

Der Höhepunkt der Aktion war die nachhaltige Übertragung des WM-Endspiels von 2014. Darüber hinaus beteiligt sich der Verein mit seinen Strom-Fahrrädern ebenfalls am Freiburger Greenmotions Filmfestival.

All diese Projekte erinnern ein wenig an die Folge von Black Mirror, bei der ein großer Teil der Menschheit Fahrrad fahren muss, um den wachsenden Energiebedarf der Welt zu decken und dabei entweder depressiv, obsessiv oder apathisch wird.

Der Ansatz der Fahrraddisko ist dagegen wesentlich optimistischer und beruht einzig und allein auf der Bereitschaft von Freiwilligen. Der Geschäftsführer von Solare Zukunft e.V., Ralf Behringer, sieht es sogar als besonderes Erlebnis: „Es ist sehr speziell, Energie mit eigener Muskelkraft zu erzeugen.“

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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