Future Start-ups

Mit diesem Reifen aus dem 3D-Drucker habt ihr nie wieder einen Platten

BigRep Fahrradreifen 3D-Druck
Foto: Screenshot / BigRep
geschrieben von Marinela Potor

Da tritt man gerade fröhlich in die Pedale und plötzlich macht es „Wumm“. Der Fahrradreifen ist platt. Bislang hieß das: Reifen wechseln. Doch jetzt gibt es eine neue Lösung. Die Reifen von BigRep kommen aus dem 3D-Drucker, haben keine Luft und versprechen Radfahrern: So habt ihr nie wieder einen Platten.

Logsich! Wenn der Reifen keine Luft hat, kann er folglich auch nicht platzen. Ist das die nächste große Revolution beim Fahrradfahren?

Fahrradpanne, ade!

Noch ist der gedruckte Reifen des Berliner Start-ups BigRep im Prototyp-Stadium. Das Unternehmen hat bisher zunächst nur vorgestellt, wie das Prinzip funktionieren könnte.

Im 3D-Drucker entsteht durch das additive Verfahren ein Reifen, der von der Konsistenz her weich und elastisch wie Gummi ist, aber keine Luft enthält. Die Außenstruktur erinnert eher an eine Häkeldecke.

Der Clou an der Sache: Wenn der Reifen ohne Luft fährt, kann er folglich nicht mehr platzen. Für Fahrradfahrer bedeutet das, dass sie mit einem solchen Reifen nie wieder einen Platten hätten.

Darüber hinaus wäre der Reifen sehr einfach zu recyceln, da er nur aus einem einzigen Material besteht.

Ob dieser Reifen jedoch jemals in Serie produziert wird, ist noch unklar. Denn aktuell dauert das Verfahren acht Stunden. Für die Massenproduktion ist das zu lange.

Dennoch ist BigRep als 3D-Druck-Unternehmen für seine innovativen Ideen bekannt. So hat das Start-up zum Beispiel auch eine voll funktionsfähige, klangvolle Geige gedruckt.

Die Visionen der Reifenhersteller

Damit ist BigRep aber nicht das einzige Unternehmen, das den Fahrradschlauch neu denkt.

Auch Reifenhersteller Michelin hat ein 3D-Druck-Konzept für Autoreifen vorgestellt. Der Reifen wird aus einem organischen Material gedruckt, das biologisch abbaubar ist. Der Michelin-Reifen kommt ebenfalls ohne Luft aus, ist allerdings in erster Linie für Autos gedacht, nicht für Fahrräder.

Der visionäre Reifen ist aber, wie auch bei BigRep, bislang nur ein Konzept-Design.

Ein weiteres interessantes Konzept für Fahrradreifen stammt vom Reifenhersteller Goodyear. Unter dem Namen „Oxygene“ stellte das Unternehmen beim Genfer Autosalon seine Idee eines modernen Fahrradreifens vor.

Auch Oxygene entsteht im 3D-Drucker, das Material dafür wird aus recycelten Autoreifen gewonnen. Goodyear verspricht aber nicht nur Fahrradfahren ohne Pannen, sondern auch noch einen intelligenten Reifen.

Denn Oxygenes Außenschicht besteht aus Moos, welches wiederum durch Photosynthese CO2 aus der Luft absorbieren kann. Dabei produziert der Reifen auch noch Strom und kann über LiFi mit anderen intelligenten Gegenständen kommunizieren.

Wie auch die Reifen von BigRep und Michelin ist auch Oxygene aber bislang nur ein Konzept.

Auch ohne 3D-Druck schon innovative Fahrradreifen auf dem Markt

Schon viel weiter ist da das Start-up GAADI Bicycle Tube GmbH aus Mönchengladbach. Zwar wird der Gaadi-Schlauch nicht im 3D-Drucker produziert, doch ihn gibt es immerhin zu kaufen.

Das neuartige Design, bei dem der Schlauch zwei Enden hat und so einfach zusammengesteckt wird, sorgt dafür, dass der Schlauchwechsel ganz unkompliziert ist und nur wenige Minuten dauert.

Fahrradpanne Gaadi Schlauch

Foto: Gaadi

Auch der innovative Schlauch Tubolito ist schon im Handel und zielt darauf ab, einen resistenteren Schlauch zu schaffen.

Tubolito Fahrradschlauch

Screenshot: Facebook / Tubolito

Dabei haben sich die Wiener Gründer hinter Tubolito, Christian Lembacher und Ákos Kertész von Lautsprechern in Smartphones inspirieren lassen und so einen völlig neuartigen Schlauch geschaffen.

Egal, ob mit oder ohne 3D-Druck, der Fahrradreifen wie wir ihn kennen, könnte schon bald der Vergangenheit angehören.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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