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Jetzt kannst du sogar deinen Führerschein online machen

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Das Start-up Driveddy will den Führerschein digitaler machen. (Foto: Driveddy)

Digitale Fahrschule? Das geht jetzt! Driveddy ist eine neue App, mit der du deinen Führerschein online organisieren kannst.

Arbeit, Schule, Sport oder ein Arzttermin – in Corona-Zeiten gibt es fast nichts, was du nicht digital erledigen kannst. Warum also nicht auch die Fahrschule?

Das hat sich auch die Berliner Driveddy GmbH gedacht – und kurzerhand eine App entwickelt, mit der du deinen Führerschein online machen kannst. Zumindest einen Teil davon.


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Driveddy verbindet Fahrlehrer mit Schülern

Denn genau genommen ist Driveddy eine digitale Plattform, auf der Fahrschüler und -lehrer zusammenkommen. Fahrschulen können darauf ihren Service anbieten, Fahrlehrer Dokumente verwalten und unterschreiben, Schüler wiederum die Theorie büffeln und zudem Fahrstunden über die App buchen.

Nach jeder Stunde bekommen Schüler außerdem Feedback.

Insbesondere Fahrschulen können so Ressourcen besser bündeln. Denn nach Angaben von Driveddy fehlen in Deutschland etwa 17.000 Fahrlehrer. Wenn Schulen aber über die App ihr Angebot poolen, können Schüler flexibler den Fahrlehrer wechseln.

Fällt etwa der Stammlehrer aus, kann über die App eine Partnerfahrschule Ersatz anbieten. Dadurch fallen weniger Stunden aus und der Führerschein lässt sich schneller abschließen.

Führerschein online: Theoriestunden bislang nur in NRW erlaubt

Warum kann man dann eigentlich nicht den kompletten Theorie-Unterricht online über die App abhalten? Weil das bislang in Deutschland nicht zulässig war. Erst im Juni erklärte Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland den Online-Theorieunterricht für Fahrschüler per Ausnahmeregelung für gültig.

Hier können die Fahrschüler daher schon per Driveddy ihre Theoriestunden auch online ablegen. Sollten weitere Bundesländer folgen, steht die App schon in den Startlöchern.


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Angregt wurde die gesetzliche Lockerung natürlich vom Corona-Lockdown. Durch die erhöhte Anfrage nach den Lockerungen kamen Fahrschulen mit ihrem Angebot kaum noch hinterher. Zudem bietet das E-Learning in Zeiten einer Pandemie auch eine sicherere Lern-Umgebung als ein Klassenraum.

Im Vergleich zum klassischen Schulunterricht lässt sich bei 17-jährigen Fahrschülern der reine Online-Unterricht auch sicher leichter vertreten als bei Kindern.

Für Führerschein online pauken: So läuft der Unterricht ab

Die Online-Theoriestunden sind interaktiv und beinhalten auch einen Live-Chat, bei dem Schüler Fragen stellen können.

Um zu verhindern, dass Schüler die Videos nicht einfach im Hintergrund laufen lassen, gibt es zwischendurch unvermittelte Fragen. Werden diese nicht beantwortet, schmeißt die App die Schüler aus der Stunde heraus – und die Stunde wird nicht angerechnet.

Von diesem System profitieren Schüler und Fahrschulen.

Denn die Pandemie hat die Fahrschulen hart getroffen. Driveddy schätzt, dass etwa 30 Prozent der Fahrschulen in Deutschland kurz vor der Pleite stehen, und das, obwohl die Nachfrage nach wie vor hoch ist.

Online-Theoriestunden wären darum auch eine gute Möglichkeit für Fahrschulen, um Ressourcen zu sparen und so wirtschaftlich zu bleiben.

Schüler können wiederum ihre Theoriestunden schneller absolvieren und zahlen weniger. Allerdings ist die Ausnahmeregelung in NRW zum 30. September ausgelaufen.

VR-Simulationen geplant

Neben der App hat Driveddy auch ein erstes stationäres Lehrzentrum in der Prenzlauer Allee in Berlin eröffnet. Darin können nicht nur Theoriestunden (in großen Räumlichkeiten mit viel Platz) abgehalten werden. Der Eddy Club, wie das Zentrum heißt, bietet auch Fahrlehrerausbildungen an.

Eddy Club Berlin, Fahrschule

Der sozial distanzierte Eddy Club in Berlin. (Foto: Carlos Hernandez Toimil)

Langfristig möchte das Start-up auch VR-Simulationen und VR-Schulungen mit ins Programm nehmen. Nach und nach sollen weitere Städte einen Eddy Club bekommen.

Das Angebot der App von Driveddy ist für Fahrschüler kostenfrei. Schulen bezahlen eine Fixgebühr, um die Plattform nutzen zu können. Das Angebot wird angeblich von 15.000 Fahrschülern im Monat genutzt.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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