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Genfer Autosalon 2018: Vom fliegenden Taxi bis zum schizophrenen Auto

Genfer Autosalon 2018 Atmosphäre
Der Genfer Autosalon ist eine Spielwiese für ausgefallene Konzepte (Bild: gims.swiss)
geschrieben von Marinela Potor

Wo kommen fliegende Taxis, Autos mit gespaltenen Persönlichkeiten und rasende Mini-Autos zusammen? Richtig, auf dem Genfer Autosalon! Noch bis zum 18. März tummeln sich Autokonzerne, Start-ups und Mobilitätsexperten auf der ersten großen Automesse des Jahres 2018 in Europa. Wir stellen euch vier der ausgefallensten Konzepte vor.

Bereits zum 88. Mal treffen sich Branchengrößen, Neulinge und Autofans auf dem Genfer Autosalon. Die Automesse ist dabei immer auch eine Spielwiese für ausgefallene Konzepte. Diese vier sind besonders abgefahren.

Snap: Das schizophrene Auto

Wenn es um ausgefallene Autokonzepte geht, darf ein Unternehmen beim Genfer Autosalon nicht fehlen: Rinspeed. Seit 40 Jahren stellt Visionär Frank M. Rinderknecht seine Studien und Concept Cars auf dem Autosalon vor.

Vom Rinspeed Splash, das übers Wasser fuhr (2004) über den Rinspeed Squba, das sogar unter Wasser tauchen konnte (2008) bis hin zum Rinspeed Bamboo, dem Elektroauto aus Bambus (2011) scheint dem Schweizer Unternehmen kein Konzept zu außergewöhnlich zu sein.

In diesem Jahr überrascht es mit Rinspeed Snap, dem Auto mit einer leicht gespaltenen Persönlichkeit.

Das zweigeteilte Auto besteht in der oberen Hälfte aus einer Kabine und im Unterteil aus Rädern. Die beiden Hälften lassen sich auseinander nehmen und so beliebig austauschen.

Snap Konzeptauto Rinspeed

Das gespaltene Auto: Oben Kabine, unten Räder (Bild: Rinspeed)

Das gespaltene Auto soll ein Problem der automatisierten Fahrzeuge lösen, das wir bereits von Computern oder Smartphones kennen. Die Software ist spätestens nach wenigen Jahren überholt, während die Hardware viel länger hält. Bei autonomen Autos wird dies nicht viel anders sein.

Doch wer kauft sich schon alle zwei Jahre ein nagelneues Auto? Stattdessen, so die Idee von „Snap“, tauscht man einfach das Unterteil aus, wenn die Technik aktualisiert werden muss.

Diese Bauweise hat zudem noch einen anderen Vorteil: Das Auto kann mehrere Persönlichkeiten annehmen. Verschiedene Pods oder Kabinen könnten mit verschiedenen Untersätzen kombiniert werden.

Wer in den Urlaub fährt, könnte eine Art Wohnwagen-Pod auf die Räder setzen, wer pendelt, nimmt sein Büro mit. Ärzte könnten sogar mit ihrer ganzen Praxis zum Patienten fahren, die Pizzeria zum Kunden oder man kann die Kabinen auch einfach ohne Untersatz nutzen, als Gartenhäuschen oder als Anbauwohnung für die Kinder.

Warum? Weil, warum nicht?!

Snap Kabine Konzeptauto Rinspeed

Snap kann auch ganz ohne Räder genutzt werden (Bild: Rinspeed)

Pop.Up.Next: Das autonome Lufttaxi

Auch beim autonomen Lufttaxi Pop.Up.Next scheint man sich nicht festlegen zu wollen. Das gemeinsame Konzept von Airbus, Italdesign und Audi ist Auto, Flugzeug, Drohne und On-Demand-Mobil in einem.

Pop.Up.Next auf dem Genfer Autosalon 2018

Pop.Up.Next ist Lufttaxi, Drohne und autonomes Shuttle in einem (Bild: gims.swiss)

Wir haben euch das Konzept des autonomen Flugtaxis vor einiger Zeit bereits vorgestellt. Damals hieß es noch Pop.Up und war eine Kooperation zwischen Airbus und dem italienischen Designunternehmen Italdesign. Nun ist Audi als weiterer Kooperationspartner dazu gekommen und so nennt sich das Ganze jetzt Pop.Up.Next.

Das neue Modell, das in Genf vorgestellt wurde, ist leichter als sein Vorgänger und das Innendesign wurde etwas abgeändert. Die Technologie ist aber im Kern die gleiche. Ähnlich wie Snap nutzt auch Pop.Up.Next das Baukastenprinzip.

In der Basisversion handelt es sich dabei um einen autonomen, elektrisch betriebenen Pod, der von Nutzern per App bestellt und wie ein Taxi genutzt werden kann.

Bei Bedarf kann sich Pop.Up.Next aber auch in ein Lufttaxi verwandeln. Dazu bestellt man – ebenfalls per Smartphone – den zweiten Teil des Gefährts, eine Art Drohne. Diese montiert sich von selbst auf das Dach und kann damit Passagiere zu ihrem Ziel fliegen.

Das Superauto mit Gesichtserkennung

Wer für autonome Lufttaxis nichts übrig hat, dafür aber auf superschnelle, superdynamische, superfuturistische Elektroautos steht, findet garantiert Gefallen am Rimac Concept Two.

Rimac Concept Two

Das Hyperauto mit Gesichtserkennung (Bild: Rimac Automobili)

Die Specs des kroatischen Super-Duper-Autos – Elektromotor mit 120 kWh Akku, über 600 Kilometer Reichweite, 1.914 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 400 km / h – lesen sich wie ein wahr gewordener Traum für alle, die gerne schnell und elektrisch fahren. Doch das ist nicht wirklich das Besondere an dem Rimac Concept Two.

Das Konzeptauto des kroatischen Herstellers Rimac Automobili hat darüber hinaus auch ein paar ziemlich coole autonome Features. Es entspricht dem Autonomielevel 4, sodass man sich bei Bedarf auch mal zurücklehnen und das Auto machen lassen kann. Der Clou ist jedoch, dass man keinen Schlüssel braucht, um das Auto zu öffnen oder zu starten, sondern nur sein eigenes Gesicht.

Die Gesichtserkennungssoftware des Rima Concept Two macht damit das Gesicht des Fahrers zum Autoschlüssel, was irgendwie doch viel beeindruckender ist als knapp 2.000 PS, oder?

Dr!ft: Das Miniaturauto mit Riesentechnologie

Nicht ganz so bombastisch ist das Konzept Dr!ft des deutschen Start-ups Sturmkind. Dafür erfüllt es aber garantiert genau so viele Kinderträume. Bekannt aus der ProSieben-Show „Das Ding des Jahres“ sorgt Dr!ft auch beim Genfer Autosalon für viel Aufsehen.

Dr!ft nimmt die klassische Carrera Bahn und macht daraus eine authentische Rennautosimulation 2.0. Die Mini-Rennautos werden dabei mit dem Smartphone gesteuert und sind so konstruiert, dass sie die Bewegungen eines echten Rennwagens nahezu perfekt simulieren.

Das war Gründer Martin Müller sehr wichtig, wie er gegenüber Cars & Details erklärt: „Wenn man ein Auto im Modellmaßstab verkleinert, gehen die Dynamik und die originalgetreuen Fahreigenschaften verloren. Denn man kann die physikalischen Gesetzmäßigkeiten natürlich nicht mit skalieren.”

Genau das macht Dr!ft anders und begeisterte damit nicht nur Fernsehzuschauer, sondern auch Autofans in Genf. Per Smartphone-App wird das Modellauto gesteuert. Dieses legt sich nicht nur wie ein echter Rennwagen in die Kurven, sondern klingt auch noch genau so rasant.

Es mag vielleicht nicht für jeden nachvollziehbar sein, aber Mini-Autos wie bei einem echten Rennen auf dem Bürotisch rasen lassen ist offensichtlich für viele eine noch nie dagewesene Sensation.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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