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Carsharer Getaway bei DHDL: Keine optimalen Bedingungen für Investitionen

DHDL Edgar Scholler Getaway
Bild: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer
geschrieben von Marinela Potor

Heute wirbt Carsharing-Anbieter Getaway in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) um die Gunst der Investoren. Nachdem „myschleppapp“ in der vorigen Woche Investor Carsten Maschmeyer überzeugen konnte, steht heute Abend ein weiteres Mobilitätsstart-up vor den Löwen. Wir haben mit Gründer Edgar Scholler über seine Erwartungen, seinen Wunsch-Löwen und die Blind-Date-Erfahrung bei DHDL gesprochen.

Das Start-up Getaway bietet seit rund zwei Jahren privates Carsharing in Deutschland an. Einfach, schnell, flexibel und rentabel – das ist der Anspruch, den Gründer Edgar Scholler an seinen eigenen Peer-to-Peer-Service hat. Per App laden Autobesitzer ihr Auto als „verfügbar“ ins System. Wer es mieten will, sieht ebenfalls über die Applikation wo ein freies Auto steht, wie lange er es fahren darf – und natürlich den Preis. Dieser bestimmt der Autobesitzer selbst. Somit verdient nicht nur das Unternehmen an dem Modell, sondern auch die Autobesitzer.

Kann der private Carsharer Getaway bei DHDL punkten?

Diese müssen sich übrigens auch nicht umständlich verifizieren lassen. Sie laden lediglich ihren Kfz-Schein als Fotodatei ins System, Getaway prüft die Angaben und das Automodell, und schickt dann einen Techniker zu den Autobesitzern, um das Carsharing-Kit im Fahrzeug zu installieren. Das Auto kann von den Mietern wiederum einfach per App am Smartphone geöffnet werden.

Genau dieses Konzept wird Gründer Edgar Scholler heute Abend in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ vorstellen. Er erhofft sich davon nicht unbedingt Investorengelder, sondern vielmehr strategische Partner, wie er Mobility Mag im exklusiven Mini-Interview vor der Ausstrahlung der Sendung verraten hat.

Mobility Mag: Wieso hat sich Getaway bei DHDL beworben?

Gründer Edgar Scholler (Bild: Getaway)

Edgar Scholler: Ehrlich gesagt sind wir nicht wirklich selbst auf die Idee gekommen und haben uns auch nicht proaktiv darum beworben. Wenige Tage vor der Aufzeichnung wurden wir von der zuständigen Redaktion kontaktiert und daraufhin sehr schnell eingeladen. Wir haben nur wenige Tage Vorbereitungs- und Bedenkzeit gehabt, bevor die Aufzeichnung begann. Letztlich haben wir uns für das Format entschieden, da es eine einmalige Chance ist, Millionen von Autobesitzern vor den Fernsehgeräten darauf aufmerksam zu machen, dass ihr parkendes Auto ganz nebenbei Geld verdienen und einen Beitrag zur Umweltentlastung beitragen könnte.

Was ist das eine Argument, das alle Löwen von eurem Carsharing-Modell überzeugen wird?

In Deutschland stehen über 40 Millionen PKW im Durchschnitt 23 Stunden am Tag still. Wenn die Auslastung auf nur zwei Stunden verdoppelt werden würde, reicht bereits die Hälfte an Fahrzeugen und keiner müsste auf einen PKW verzichten. Mit Getaway können parkende Privatautos erstmals spontan, bequem und nur über das eigene Handy gemietet und vermietet werden – rundum versichert, inklusive Tankkarte, und unabhängig von Geschäftsgebietsgrenzen. Mit unserer kilometerbasierten Abrechnung bezahlt man nur, was man tatsächlich verfährt.

Wer wäre dein Wunsch-Löwe für ein Investment?

Gründer und Löwen treffen erstmals in der Sendung aufeinander und haben nur wenige Minuten Zeit, ein Gefühl füreinander zu entwickeln. DHDL ist eine Mischung aus Blind Date und Speed Date – keine optimalen Bedingungen für seriöse Investitionsentscheidungen für beide Seiten. Aber das macht ja auch den Reiz aus!

Positives Feedback, zum Beispiel von Frank Thelen, der ja immer wieder den Mut zur „disruptiven“ Innovation von deutschen Gründern insbesondere im Mobility-Sektor fordert, wäre schmeichelnd. Unser eigentliches Publikum, die es zu überzeugen gilt, sind jedoch die Fernsehzuschauer.

Was würde sich bei Getaway durch eine Finanzspritze der Löwen verändern?

Wir sind nicht primär auf der Suche nach Kapital, sondern vielmehr nach Partnern, die unsere Vision teilen und gemeinsam mit uns den bundesweit größten Fuhrpark aus Privatautos aufbauen möchten.

Wenn es ein „Nein“ von den Löwen gibt: Was passiert dann mit dem Unternehmen?

Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir das Produkt bisher ohne externes Investment entwickeln können. Unser Fokus liegt aktuell auf dem Aufbau der Flotte. Denn im Gegensatz zu den konventionellen Marktbegleitern können wir On-Demand-Carsharing unabhängig von Geschäftsgebietsgrenzen auch fernab der Großstädte etablieren.

In wenigen Tagen dürfen sich beispielsweise die Magdeburger freuen. Hier werden wir Getaway als nächstes einführen. In welchen Regionen es danach weitergeht, entscheiden die Nutzer selbst. Je mehr sich aus einer Region anmelden und die App herunterladen, desto schneller kommen wir in die Nähe.

Vielen Dank für das Gespräch.

Was die Löwen zu Getaway sagen, könnt ihr heute Abend ab 20.15 Uhr in „Die Höhle der Löwen“ bei Vox sehen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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