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Das ist das Ruheabteil! Ist das so schwer?

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Für einen besseren Handyempfang in ICEs testet die Bahn eine "Löcherfolie". (Foto: Pixabay / holzijue)

Ich fahre gerne und häufig mit dem Zug. Wenn ich im Fernverkehr mit dem ICE unterwegs bin, reserviere ich mir stets einen Platz im Ruheabteil. Doch es gibt immer wieder Menschen, die die Bedeutung des Wortes „Ruhe“ offenbar nicht verstehen. Ein Kommentar.

Ich liebe Musik. Sie ist ein essenzieller Bestandteil meines Lebens. Ich höre fast den ganzen Tag lang Musik – am liebsten Reggaeton. Das beginnt übrigens schon damit, dass ich selbst für den fünfminütigen Weg zum Bäcker meine Kopfhörer auspacke.

Ein Leben ohne Musik ist für mich nicht vorstellbar. Ganz ehrlich: Ich habe nicht einmal etwas dagegen, wenn jemand in der Öffentlichkeit laut über seine Boxen seine Songs genießt. Doch es gibt eine Ausnahme: das Ruheabteil im ICE!


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Das Ruheabteil: ein Ort der Entspannung

Das Ruheabteil ist so etwas wie der heilige Gral der Entspannung für Zugfahrer. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Menschen sehe ich in der Regel keinen Vorteil darin mit dem Flugzeug zu fliegen und ein eigenes Auto besitze ich ebenfalls nicht.

Dementsprechend viel Geld verdient die Deutsche Bahn mit mir. Besonders auf dienstlichen Reisen – aber auch wenn ich privat unterwegs bin – kaufe ich mir, wenn möglich, stets eine Sitzplatzreservierung im Ruheabteil. Denn in absoluter Stille lässt es sich einfach besser arbeiten oder entspannen – je nachdem.

Und sogar die Deutsche Bahn selbst bezeichnet den Ruhebereich als Ort der „Ruhe und Entspannung“. Im Detail heißt es dazu:

In diesem Bereich sind Handytelefonate, Klingeltöne, lautes Musikhören (auch via Kopfhörer) oder sonstige lärmende Tätigkeiten nicht erwünscht.

Wissen Sie eigentlich, wo Sie sitzen?

Eine Reise im Ruheabteil verspricht also eigentlich einen glückseligen Aufenthalt. Keine nervigen Gespräche, keine lautstarken Telefonate und keine Kaffee-Kränzchen von ein paar Seniorinnen, die mit Sekt den Ausflug zum Fernsehgarten feiern wollen.

Die Realität sieht leider anders aus. Zugegeben: Die Deutsche Bahn könnte ihre Ruhezonen besser kennzeichnen. Die paar Aufkleber lassen sich leicht übersehen – zumindest, wenn man denn unbedingt möchte.

Trotzdem sollte den Business-Vieltelefonierern nach ein paar eindeutigen Augenkontakten und einem freundlichen Hinweis klar sein: Hier herrscht Ruhe! Da jedoch schon drei Minuten nach dem Hinweis das nächste ewige Gespräch beginnt, geht es manchmal nicht anders.

Dann ist der Zeitpunkt gekommen, um den Leuten einmal lautstark zu erklären, dass sie gerne telefonieren können. Im Gang.

Es geht dabei einerseits darum, dass es wie oben beschrieben eine offizielle Anweisung der Deutschen Bahn ist. Andererseits sind diese Lärmmacher einfach eine Frechheit, weil sie sich selbstbestimmt und egoistisch über ihre Mitreisenden stellen. Diese Form der Intoleranz ist nicht akzeptabel.

Wenn du also demnächst einmal im Ruheabteil eines ICE einen Anschiss mitbekommst, kann es sein, dass ich das bin. Denn in einem ICE gibt es nichts Schlimmeres als Menschen, die im Ruheabteil telefonieren – okay, bis auf eine mehrstündige Verspätung vielleicht.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit 2017 Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking und Mobility Mag. Sein Weg zu führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

12 Kommentare

  • Ich stimme vollständig zu! Ich habe zwar den Eindruck, daß die Situation gegenüber früheren Jahren besser geworden ist, aber Ruhe ist dennoch nicht wirklich garantiert. In Japan habe ich im Shinkansen Hinweise an jeder Rückenlehne gesehen; diese konnte man beim besten Willen nicht „übersehen“, und hier herrschte wirklich Ruhe. Aber das sind natürlich die rücksichtsvollen Japaner…

  • Hey, ich bin absolut deiner Meinung, hab auch schonmal anschiss verteilt, als Antwort kam „dann geh in Ruhebereich“, da sagte ich dem Studenten „Check mal wo du sitzt Penner“ gut Beleidigung hätte man stecken lassen können… aber Ignoranz nervt!
    Von anderen die sich nicht trauten was zu sagen ich wäre unhöflich und würde Unruhe rein bringen. Nur hat leider kaum einer den Arsch in der Hose mal was zu sagen!

  • Hallo, da spricht mir einer aus dem Herzen. Ich bin auch Vielfahrer, da ich aus Berlin bin und meine Freundin kommt aus Hannover. So pendeln wir regelmäßig hin und her. Meistens fahre ich am Freitag, nach einem langen Arbeitstag, nach Hannover. Diese Fahrt, möchte ich dann auch im Ruheabteil genießen. Dies gelingt mir, aus deinen angeführten Gründen, selten. Noch Schlimmer aber, sind die Leute, die auf ihrem Laptop dermaßen in die Tasten hauen, als müsste der gesamte Waggon hören… „hey, ich bin wichtig“!!!!
    Das gehört, meiner Meinung nach, auch nicht in den Ruhebereich!!!!

    • Richtig Sven, das Tastengeklapper ist ebenfalls so ein Punkt der mich absolut nervt. Das müsste auch raus aus dem Ruhe Bereich!

  • Sehr ich genau so. Wo die Bahn vielleicht nachbessern könnte: wenn ich für meine Familie (2 Kinder, 4 und 6 Jahre alt, die können nicht stundenlang leise sein) reserviere, werden mir ständig Sitzplätze im Ruhebereich angeboten (der Familienbereich ist meistens eh schon ausgebucht). Da könnte der Algorithmus vielleicht nachgebessert werden: Alter eines Reisenden unter 10 -> nicht in den Ruhebereich. So lange werde ich aber weiter über die freie Platzsuche ein anderes Anteil wählen.

  • Hm, schonmal dran gedacht, dass es das Buchungssystem der Bahn zum Teil nicht hinkriegt, einen in den richtigen Bereich zu buchen? Hab nicht nur einmal Handybereich ausgewählt und Ruhebereich erhalten oder umgekehrt.

  • Wir wurden mit 2 Kindern, davon 1 Kleinkind in diesem Ruhebereich platziert. Wir haben das nicht gebucht, sondern die Bahn hat das einfach so zugeteilt.
    Dass wir uns hier sehr viel Ärger eingefangen haben, ist da wohl jedem klar.
    Diese Fahrt war wirklich sehr unangenehm für uns. Aber wir konnten auch nichts dafür.
    Habe direkt eine Beschwerde an die Bahn geschickt, mit der Bitte diese Bereiche für Kleinkinder zu sperren. Leider habe ich bisher keine Antwort erhalten.
    Aber dass Kleinkinder sich nicht stundenlang ruhig verhalten können, ist ja doch jedem klar. Ich habe mit allen Geräten bis der Accu leer war alles versucht für Ruhe zu sorgen. Leider nach 2,5 Stunden ging nichts mehr.
    Ich habe daraus gelernt, dass ich nie wieder dort sitzen möchte und in Zukunft werde ich bei der Buchungsbestätigung besser darauf achten wo wir platziert werden.

  • Sicher ist das richtig. Es ist aber technisch bestimmt möglich in dem Ruhebereich die Handysignale zu blockieren. Dann wär das Handyproblem schon mal gelöst.

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