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Klein, billig, ausklappbar: Das Elektroauto für Minimalisten

iev x iEV1 Elektroauto
Foto: iEV1
geschrieben von Marinela Potor

Eins muss man den Entwicklern von Elektroautos lassen: An Ideen fehlt es ihnen nicht. Der neueste Beweis dafür ist das Elektroauto des Düsseldorfer Unternehmens iEV1. Es ist weniger als einen Meter breit, lässt sich auf Knopfdruck vom Einsitzer zum Zweisitzer verwandeln und kostet weniger als 5.000 Euro.

16 Jahre. So lange haben angeblich die Entwickler von iEV1 an diesem Konzept gefeilt. Herausgekommen ist der iEV X, ein Fahrzeug, das man mit viel gutem Willen als Elektroauto bezeichnen kann. Es soll modernen Großstädtern all das bieten, was sie von einem Transportmittel erwarten: Umweltfreundlichkeit, Wandelbarkeit, Minimalismus – und all das unter 5.000 Euro.

Auf Knopfdruck vom Einsitzer zum Zweisitzer

Genau genommen kann man den iEV X bei Kickstarter in der Basisversion aktuell sogar schon für 2.650 Euro erwerben. Im Onlineshop von iEV1 kostet das Modell 4.250 Euro. Minimal ist das Fahrzeug bereits durch seine Maße. Es ist 1,80 Meter lang und 0,78 Meter breit.

Darin findet gerade mal eine Person Platz. Da aber – statistisch gesehen – selten mehr als 1,5 Personen im Auto sitzen, ist mehr vielleicht aber auch gar nicht nötig.

Falls doch kann beim iEV X aber per Knopfdruck aus dem Mini-Modell ein 2,20 Meter langes Auto werden. Hier findet entweder ein weiterer Mitfahrer oder der Wochenendeinkauf Platz. Darin liegt die Wandelbarkeit des iEV X.

Umweltfreundlich ist das Elektrofahrzeug wiederum nicht nur wegen seines Elektroantriebs, sondern auch, weil sich die Lithium-Ionen-Akkus über Solarzellen aufladen lassen und man sich auf Wunsch auch ein Modell mit Pedalantrieb bestellen kann.

Das Fahrzeug wiegt übrigens nur 115 Kilogramm und lässt sich in drei Stunden komplett aufladen. Eine weitere Besonderheit sind die Seitenspiegel, die sich ebenfalls aufklappen lassen und damit laut iEV1 keinen toten Winkel mehr übrig lassen.

Nutzer noch nicht überzeugt

Dafür muss man aber auch einige Einschränkungen hinnehmen. Je nach Land liegt die Spitzengeschwindigkeit des iEV X zwischen 25 und 45 Kilometern pro Stunde. Auch bei der Reichweite kommt das Fahrzeug nicht über 50 Kilometer hinaus.

Wem das zu wenig Power ist, kann sich vielleicht eher mit dem iEV X + anfreunden. In dieser Version liegt die Reichweite bei 120 Kilometern und die Spitzengeschwindigkeit bei 60 Kilometer pro Stunde.

Studien zeigen, dass damit die meisten Fahrten von Großstädtern abgedeckt wären. Nutzer scheinen aber bisher noch nicht zu 100 Prozent vom Mini-E-Auto überzeugt.

Bei der Kickstarter-Kampagne sind bisher lediglich 13.430 US-Dollar von angestrebten 186.070 US-Dollar zusammengekommen. 30 Tage läuft die Kampagne aber noch. Vielleicht kann der iEV X bis dahin noch genug Käufer überzeugen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

2 Kommentare

  • Moin, wenn das „Dingen“ nur 115 kg wiegt und so unfassbar schmal ist, wie man es im Video sehen kann, frage ich mich, ob es eine Fahrt durch die Kurve „übersteht“? Ich erinnere an den Elchtest…

    • Das Außenmaterial ist recht stabil und solche Autos müssen ja Sicherheitstests bestehen, um zugelassen zu werden (auch wenn man sich natürlich über die Tests an sich streiten kann). Ich weiß nicht, ob dich das beruhigt, aber das Unternehmen gibt als Sicherheitstipp an, dass man optional einen Helm beim Fahren tragen kann 😉

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