Future Transport

Ioki startet in Hamburg: Was das für On-Demand-Mobility in Deutschland bedeutet

Ioki Hamburg On-Demand-Mobility
Foto: Deutsche Bahn AG / Wolfgang Köhler
geschrieben von Marinela Potor

Seit gestern fährt in Hamburg Deutschland neuester On-Demand-Service – Ioki Hamburg. Ist das der Startschuss für mehr On-Demand-Mobility im Land?

Es ist zumindest ein Anfang. Ziel ist es, die Bestell-Shuttles von Ioki in den öffentlichen Nahverkehr von Hamburg zu integrieren und die bekannte „letzte Meile“ – also den Weg vom und zum ÖPNV-Anschluss – abzudecken.

Fahrpläne gibt es nicht

Das bedeutet: Fahrgäste können Ioki mit den HVV-Tickets benutzen und werden mit den Shuttels von jedem beliebigen Standort im Betriebsgebiet (aktuell sind das Lurup und Osdorf) zu einer gewünschten Haltestelle gefahren – und andersherum.

Es gibt dabei logischerweise keinen festen Fahrplan und auch kein Liniennetz. Stattdessen werden die Fahrzeuge über die Ioki Hamburg App* bestellt.

Die Ioki-Fahrzeuge sind Elektroautos des britischen Herstellers LEVC, sie bieten Platz für sechs Personen, auch Kinderwagen passen hinein und sie sind barrierefrei.

Bis Mitte August fahren die Shuttles im Testbetrieb von Montag bis Freitag, immer zwischen vier Uhr morgens und ein Uhr nachts. Danach soll der Rund-um-die Uhr-Betrieb beginnen.

Ioki ist Teil des New-Mobility-Konzeptes der Deutschen Bahn. Die DB hatte das Projekt bereits 2017 vorgestellt. Neben dem On-Demand-Angebot und der Elektromobilität möchte die DB langfristig die Fahrzeuge auch auf autonomen Betrieb umstellen.

Dazu wird bereits das erste autonome Ioki-Shuttle in der Bayrischen Gemeinde Bad Birnbach getestet.

Ioki hat schon Konkurrenz

Nun startet Ioki also zum ersten Mal – allerdings noch mit Fahrern – in einer Großstadt. Damit gibt es in Deutschland nun schon eine Handvoll On-Demand-Angebote, erstaunlich viele davon übrigens in Hamburg.

So bietet das Start-up Clever Shuttle zum Beispiel seit 2017 in Hamburg Ridesharing in Elektro- und Wasserstoff-Autos an. Daneben gibt es auch ein Ridepooling-Angebot von My Taxi und bereits seit mehreren Jahren bietet auch die deutsche Version von Uber Black – der Limousinenservice Blacklane – Luxuswagen on-demand an.

Und ein weiterer Player scheint sich langsam aber sicher wieder in den deutschen Markt zu integrieren: Uber.

Nachdem die Geschäftspraxis des Ridehailing-Anbieters aus den USA vom Frankfurter Oberlandesgericht 2016 als gesetzeswidrig eingestuft wurde, zog Uber sich beinahe vollständig aus Deutschland zurück.

Es blieben einzig On-Demand-Angebote mit professionellen Fahrern in Berlin und München. Nun scheint es, dass Uber seine Dienste in Deutschland ausweiten möchte. Neben dem Start seines Bikesharing-Services Jump in Berlin testete Uber in einem Pilotprojekt in München in diesem Jahr „Uber Green“. Dabei konnten Kunden Elektrofahrzeuge bestellen.

Die Nachfrage war größer als erwartet, sodass Uber die Elektroflotte nun ebenfalls in Berlin einführen wird. Weitere Städte sollen folgen.

Auch wenn man angesichts dieser Angebote noch nicht vom Durchstarten der On-Demand-Mobility in Deutschland sprechen kann – es tut sich was.

Und noch eine gute Nachricht gibt es: Die Dienste suchen aktuell Fahrer.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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