ZUKUNFT

Achtung SpaceX: Hier kommt Isar Aerospace aus München!

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Das Münchner Start-up Isar Aerospace will es mit SpaceX aufnehmen. (Foto: Screenshot / Isar Aerospace)
geschrieben von Marinela Potor

Drei junge Studenten aus München wollen es mit Elon Musk aufnehmen. Ihr Start-up Isar Aerospace will kleine Satelliten und Satellitenkonstellationen günstig in den Weltraum befördern. Das Unternehmen hat schon jetzt viele prominente Unterstützer.  

„Wir sind das europäische SpaceX!“ So selbstbewusst treten Josef Fleischmann, Daniel Metzler und Markus Brandl, die drei Gründer von Isar Aerospace, auf.

An Ehrgeiz mangelt es den drei Studenten der TU München also nicht. Doch an Überzeugungskraft offenbar auch nicht. In einer Investorenrunde konnten sie zuletzt 17 Millionen Euro einsammeln und sogar Airbus von sich überzeugen. SpaceX bekommt also durchaus Konkurrenz aus München.


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Isar Aerospace will kleine Satelliten ins All schicken

Dabei ist Isar Aerospace noch ein Neuling am Markt. Das Start-up hat sich 2018 gegründet. Doch die Technologie ist vielversprechend. Anders als SpaceX, das mit Raketen wie Falcon 9 große Satelliten in den Weltraum hievt, hat sich Isar Aerospace auf kleine Satelliten sowie Satellitenkonstellationen spezialisiert.

Der Star im Start-up ist daher die zweiphasige Launch-Rakete Spectrum. In der ersten Phase kann Spectrum mit neun Triebwerken Satelliten mit bis zu 1.000 Kilogramm Traglast in die niedrige Erdumlaufbahn bringen.

In der zweiten Phase schaltet sich noch ein weiteres Triebwerk ein und hier erreicht die Rakete die sonnensynchrone Umlaufbahn mit einer Traglast von maximal 700 Kilogramm.

Die Technologie erinnert durchaus an Falcon 9, aber in sehr viel kleineren Dimensionen. Diese kann nämlich bis zu 23.000 Kilogramm in die niedrige Erdumlaufbahn bringen.

Dennoch ist die leichtere Gewichtsklasse von Satelliten ein durchaus interessanter Markt. Kleinstsatelliten, die so groß sind wie ein Schuhkarton, liegen nämlich im Trend.

Bei Satellitenkonstellationen wiederum schickt man Hunderte oder Tausende kleiner Satelliten ins All – zum Beispiel für einen globalen Internetzugang. Dabei müssen die Satelliten aber präzise in ihre Umlaufbahn gebracht werden.

Genau darauf hat sich Isar Aerospace spezialisiert. Zudem will das Unternehmen günstiger sein als die Konkurrenz und füllt damit eine Marktlücke.

Prominente Unterstützer

Darum hat auch Airbus bei der jüngsten Finanzierungsrunde eine Absichtserklärung mit dem Jungunternehmen unterzeichnet.

Denn gerade weil die 17 Millionen Euro Investment definitiv nicht reichen, um die Raketen von Isar Aerospace in den Weltraum zu schicken (dafür fehlen wohl noch 90 weitere Millionen), ist eine solche Erklärung für das Start-up Gold wert.

Doch Airbus ist nicht der einzige prominente Unterstützer der Münchner Gründer. Einer der Gesellschafter von Isar Aerospace ist etwa Bülent Altan, ehemaliger SpaceX-Ingenieur und auch die europäische Weltraumagentur ESA und das Bundesland Bayern gehören zu den Unterstützern des Start-ups.

Weltraummüll vermeiden

Isar Aerospace macht sich zudem Gedanken über die Umweltverträglichkeit seiner Raketen.

So will Isar Aerospace langfristig über die Wiederverwertung seiner Raketen nachdenken. Aktuell kann Spectrum immerhin bei der Abspaltung von der ersten zur zweiten Phase den gängigen Abfall von Haltevorrichtungen und Verkleidungen komplett vermeiden, sodass kein Weltraummüll entsteht.

Auch der Treibstoff ist nachhaltig. Man weiß zwar nicht sehr viel Genaues über den verwendeten Treibstoff, außer, dass er flüssigen Sauerstoff und leichten Kohlenwasserstoff erhält.

Doch laut Gründer Daniel Metzler stößt Spectrum damit 20 bis 40 Prozent weniger CO2 pro Kilogramm beförderter Satellit aus als andere Raketen.

Der erste Testflug ist schon für Ende 2021 angesetzt.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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