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Arbeiten auf Reisen: Mit diesen 7 Jobportalen für digitale Nomaden findest du garantiert einen Job

Jobportale für digitale Nomaden
geschrieben von Marinela Potor

Oft werde ich gefragt, wie und wo ich als digitale Nomadin eigentlich meine Jobs finde. Denn so schön der Traum vom digitalen Nomadenleben auch ist, ohne einen Online-Job, den man von jedem Ort der Welt ausüben kann, geht es nun mal nicht. Nun gibt es nicht DEN Job für digitale Nomaden. Einige arbeiten als Blogger, andere entwickeln Apps und weitere verdienen ihr Geld mit Mädchen-Aufreißen. Für mich als freiberufliche Journalistin sind aber vor allem Freiberufler-Portale interessant. Ich möchte euch in diesem Text die vorstellen, die ich vornehmlich genutzt habe.

Freelance Market

Freelance Market war mein erster Kontakt mit einer Plattform für ortsunabhängige Jobs. Hier können Freiberufler ein Profil erstellen und auch angeben, ob sie an eine spezifische Region gebunden sind oder weltweit arbeiten. Sobald du dein Profil erstellt hast, können Kunden dich kontaktieren.

Vorteile: Auf diesem Portal muss man nicht selbst nach Jobs suchen, sondern wird von interessierten Kunden direkt angesprochen.

Nachteile: Für jede Kontaktaufnahme müssen Freelancer das Zweifache ihres Stundenlohns an Freelance-Market als Provision zahlen.

Meine Erfahrung: Über diese Seite habe ich sicherlich die meisten Arbeitsaufträge bekommen. Die Gebühr and Freelance-Market halte ich durch einen niedrigen Stundenlohn gering, da ich nach einiger Zeit festgestellt habe, dass Gehälter sowieso mit jedem Kunden und jedem Projekt neu verhandelt werden. Die meisten Aufträge über Freelance-Market waren einmalige Projektarbeiten, aber ich habe über diese Seite auch zwei sehr gute langfristige Kunden gewonnen, mit denen ich immer noch zusammen arbeite.

freelance.de

Wie Freelance Market ist auch freelance.de ein Portal für Selbständige und Freiberufler, vom Programmierer bis zum Übersetzer. Freelancer erstellen hier ein sehr ausführliches Profil, mit dem auch Dokumente und Referenzen hochgeladen werden können. Es gibt eine kostenlose Basis-Mitgliedschaft sowie eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft, mit der die Nutzer direkte Kontaktinformationen der Auftraggeber einsehen können.

Vorteile: Wer gerne aktiv nach Jobs sucht, kann sich hier per Newsletter über relevante Stellenangebote informieren lassen oder selbst auf der Seite suchen und Auftraggeber direkt kontaktieren. Das Nutzen das Basis-Service ist gratis.

Nachteile: Obwohl die Seite auch ortsunabhängige Freelancer anspricht, sind viele der angebotenen Stellen doch ortsgebunden.

Meine Erfahrung: Ich habe bisher über freelance.de generell sehr wenig Feedback von potentiellen Auftraggebern erhalten. Ich habe aber auch einen Kunden gefunden, für den ich 6 Monate lang gearbeitet habe – und der mir ein komplett neues Themenfeld eröffnet hat.

Bloggerjobs

Bloggerjobs ist eine deutsche Plattform und bietet, wie der Name schon sagt, viele Stellen speziell für Blogger.

Vorteile: Die Suche ist denkbar einfach und die Kontaktaufnahme meist sehr herzlich und offen.

Nachteile: Die meisten Stellen, die ich hier gesehen habe, zahlen nichts.

Meine Erfahrung: Ich habe über Bloggerjobs einige interessante Kooperationen mit anderen Bloggern gehabt, aber zahlende Jobs habe ich hier nie gefunden. Wer aber mehr Reichweite für seinen Blog erhalten möchte oder mit anderen Bloggern netzwerken will, der ist hier sehr gut aufgehoben.

Problogger

Problogger ist ein englischsprachiges Portal, das unter anderem viele Jobs für Blogger anbietet. Hier müssen User weder ein Profil erstellen noch zahlen, sie können direkt die Jobangebote einsehen und die Kunden kontaktieren.

Vorteile: Wer gut auf englisch unterwegs ist, findet hier sehr viele spannende Projekte, die oft auch gut zahlen.

Nachteile: Die Konkurrenz ist groß und dementsprechend ist es nicht einfach, einen dieser begehrten Jobs zu ergattern.

Meine Erfahrung: Es sind viele Angebote für ortsunabhängige digitale Nomaden dabei, aber auch wenn ich mich für viele Stellen beworben habe, habe ich auch sehr viele Absagen bekommen.

Upwork

Digitale Nomaden finden auf Upwork eine Vielzahl von Angeboten. Jeder Neueinsteiger muss ein Profil erstellen, das erst einmal überprüft und dann akzeptiert wird. Mit einem neuen Profil erhält man auch eine Punktzahl. Jeder Kontakt zu einem Auftraggeber kostet Punkte. Über erfolgreich absolvierte Projekte erhält man wiederum neue Punkte.

Vorteile: Upwork bietet für jede Branche eine Vielzahl an spannenden Tätigkeiten. Die Bezahlung wird auch direkt im Gesuch eingegrenzt (sehr gut bezahlt, mittelmäßige Bezahlung oder Niedriglohnjob), sodass man gleich weiß, was man zu erwarten hat.

Nachteile: Als Neueinsteiger ohne Referenzen und Punkte hat man es schwer, sich gegen erfahrenere Freelancer durchzusetzen.

Meine Erfahrung: Ich habe Upwork bisher nur genutzt, um einen Vertrag mit einer deutschen Firma mit Sitz in Kalifornien aufzusetzen. Da es sonst rechtlich für mich nicht erlaubt ist, ohne Greencard für eine US-Firma zu arbeiten, konnte ich dies wunderbar (und ganz legal) mit Upwork umgehen.

tripsbytips.de

Auf diese Seite bin ich über freelance.de aufmerksam geworden. Hier werden schreibwillige digitale Nomaden gesucht, die Reisetexte schreiben wollen. Um als Autor aufgenommen zu werden, muss man vorher ein Formular ausfüllen und einen Probetext schicken.

Vorteile: Die Arbeit ist ideal für digitale Nomaden, die gerne und viel schreiben. Man kann so viel oder so wenig arbeiten wie man möchte und sich aus einem großen Themenpool seine Aufträge selbst heraussuchen. Oft gibt es auch besondere Anreize für Vielschreiber oder für Last-Minute-Texte.

Nachteile: Die Bezahlung ist unterirdisch. Umgerechnet bekommt man gerade mal 1 Cent pro Wort und muss seitenlange Briefings von Kunden Satz für Satz umsetzen. Kreative Freiheit gibt es hier nicht.

Meine Erfahrung: Ich habe mich mit diesem Portal sehr schwer getan. Fast alle meine Texte mussten mindestens zwei Mal überarbeitet werden, da sie nicht zu 100% Prozent den SEO-Anweisungen der Kunden entsprachen. Obwohl ich schnell und viel schreibe, wurde mein tatsächlicher Lohn so noch weiter gedrückt. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass das Thema SEO hier so weit im Vordergrund stand, dass der Spaß am Schreiben völlig unterging.

Couchsurfing

Auf Couchsurfing gibt es zwei Gruppen, die ich aktiv zur Jobsuche nutze, Vagabond Jobs sowie Jobs Jobs Jobs. Hier werden spezifisch Projekte für Reisende angeboten.

Vorteile: Wer Mitglied bei Couchsurfing ist, kann ganz einfach Mitglied dieser Gruppen werden und so regelmäßig neue Jobangebote einsehen.

Nachteile: Die Jobs, die hier angeboten werden, richten sich nicht unbedingt an digitale Nomaden gerichtet, sondern eher an Reisende. So werden etwa Englischlehrer in Polen oder Erntehelfer in Marokko gesucht. Wer aber daran denkt, sich in einem dieser Orte zeitweise niederzulassen, findet hier viele spannende Projekte.

Meine Erfahrung: Ich habe über Couchsurfing den einen oder anderen Job erhalten, unter anderem auch meine Stelle, mit der ich in Chile hängen geblieben bin. In letzter Zeit ist mir aber aufgefallen, dass auch sehr viele unehrliche Menschen auf der Seite unterwegs sind und hier eher zweifelhafte Jobs anbieten. Hier sollte man unbedingt erst recherchieren, bevor man sich auf einen Job bewirbt.

Eigeninitiative

Als digitaler Nomade bist du größtenteils auf dich selbst gestellt. Du musst dich selbst vermarkten, verkaufen und aktiv um Jobs kümmern. Gerade als Freiberufler gibt es keine Jobsicherheit. Für mich ist das einerseits unglaublich befreiend, da ich mein eigener Chef sein kann, andererseits muss ich immer nach neuen Projekten Ausschau halten. Ich habe aber auch festgestellt, dass es eine Vielzahl toller Projekte gibt, die mich reizen. Als Festangestellte, könnte ich gar nicht so vielfältig arbeiten.

Neben dem ständigen Anbieten von Themen an traditionelle Medien, habe ich auch oft einfach viele Menschen angesprochen, deren Projekte mich interessiert haben, nach dem Motto: “Hi, ich bin Marinela, digitale Nomadin. Wollt ihr nicht mit mir zusammen arbeiten?” Die meisten Antworten, die ich zurückbekommen habe, waren immer sehr ermutigend – und ich verdiene auch tatsächlich den größten Teil meines Einkommens über solche Projekte. Für mich ist das wirklich ein Traum, da ich so an vielen Dingen mitarbeite, die mich begeistern – vom Frauenmagazin bis zum Reiseblog für digitale Nomaden. Sehr oft hat sich so auch aus einer Kooperation eine andere ergeben, sodass ich derzeit fast mehr Arbeit habe als ich bewältigen kann.

Das zeigt auch: Das digitale Nomadenleben fällt einem nicht in den Schoß. Wer wirklich so leben will, muss auch hart arbeiten – aber glaubt mir, es lohnt sich!

Welche Portale nutzt du zur Jobsuche auf Reisen? Hast du weitere Tipps?


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

15 Kommentare

    • Hi Kate,
      danke für den Hinweis! Es gibt sicherlich einen Haufen Freelancer-Webseiten und ich vermute mal, daa hat jeder so seine Favoriten. Meine Erfahrung mit Portalen, wo man die Preise vorbestimmen kann, ist leider oft so, dass die Preise nach unten gedrückt werden. Wie ist denn deine Erfahrung mit dem Portal? Welche Jobs hast du darauf gefunden? Ist es das einzige Portal, das du nutzt?

        • Bisher nur Fiverr, und auch bisher sehr selten, da ich in meinem Bereich die meisten Sachen oft selbst machen muss und möchte. Nur wenn ich Engpässe habe, greife ich auf Kollegen zurück. Meist handelt es sich dabei um leichte Schreib- und Übersetzer-Jobs.

  • inzwischen ist es das einzige Portal, das ich nutze, da ich mit Upwork die Erfahrung gemacht habe, dass asiatische Mitbewerber den Preis so extremst drücken, dass sich das Hochfahren vom PC gar nicht rentiert. Mit Fiverr kann ich meinen Preis bestimmen, der Besteller nimmst oder sucht sich jemand anderes. Inzwischen habe ich auch so viele Aufträge, dass ich ausgelastet bin und Anfrage ablehnen kann, wenn sie mir keinen Spaß machen.

    • Also ich finde es besser, sich nicht nur auf ein Portal zu fokussieren, einfach weil man oft von der Vielfalt der Angebote vieler Portale auch profitieren kann. Gerade am Anfang kann es nicht schaden, sein Netz recht weit auszuwerten Zudem ist Fiverr z.B. keine deutschsprachige Webseite, wenn man also dort nach Aufträgen auf deutsch sucht, ist die Auswahl nicht so gross wie etwa bei Freelance.de oder Freelance-Market. Auf diesen beiden Portalen sind deine Mitbewerber z.B. auch aus dem deutschsprachigen Raum und bei Freelance-Market setzt du auch selbst deinen Preis – nur kannst du den dann auch dementsprechend höher ansetzen.

      • Was mich in dem Zusammenhang interessieren würde: Wenn ich auf einem Portal in Deutschland Jobs annehme oder vergebe, kann Deutschland dann bezüglich Steuern auf mich zukommen? Ich bin daher ehrlich gesagt etwas skeptisch mit Portalen, die in Deutschland betrieben werden. Der Staat könnte ja sagen „weil die Website / das Portal“ in Deutschland liegt müssen auch Steuern gezahlt werden?

        • Hi Simon,
          soweit ich weiss, hat Steuernzahlen nichts damit zu tun, wo sich das Jobportal befindet, sondern damit wo du deinen gewöhnlichen Aufenthalt hast bzw., wenn dieser nicht in Deutschland ist, wo deine Dienstleistungen genutzt werden. Hast du einen Arbeitsplatz in Deutschland? Werden all deine Dienstleistungen in Deutschland genutzt? Dann bist du in Deutschland im Allgemeinen (gut, es gibt immer Ausnahmen, oder einen Graubereich) eingeschränkt steuerpflichtig. Einen ausführlichen Artikel zum Thema findest du ansonsten auch hier: https://mobilitymag.de/steuern/

  • Danke für die Zusammenstellung! Ich bin gerade erst am Anfang meines Versuches, selbstständig Geld zu verdienen und kannte die Portale überhaupt noch nicht… Wie lange hat es gedauert, bis du, ich sag mal, mehr als Taschengeld verdient hast?

    • Als ich angefangen habe, hatte ich ja noch nen Vollzeitjob nebenher, mehr als ein (sehr grosszügiges) Taschengeld wollte ich da noch gar nicht verdienen. Als es dann darum ging, nur vom Freelancen zu leben, hat es so ca. 1 Jahr ernsthaftes Bemühen und Suchen gedauert, bis ich sagen konnte, jetzt habe ich etwas, das ich Einkommen nennen kann. Daher empfehlen auch viele, dass man sich erstmal ein finanzielles Polster zur Seite legt, weil es oft einfach dauern kann, bis sich der finanzielle Erfolg zeigt – und je weniger du unter Druck stehst, Geld verdienen zu müssen, desto bessere Jobs kannst du suchen.

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