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Schräger Trend: Warum Millennials Kleingärten plötzlich cool finden

Garten, Kleingarten, Schrebergarten, Schubkarre
Kleingarten-Sharing könnte ein neuer Trend werden. (Foto: Pixabay / andreas160578)

Kleingärten sind spießig? Von wegen! Die Plattform Datschlandia bringt Kleingarten-Besitzern mit Hobby-Gärtnern zusammen und könnte damit Teil eines neuen Trends werden.  

Das Wort „Kleingarten“ ist nicht unbedingt etwas, was die meisten von uns mit „cool“ oder „hip“ assoziieren. Wahrscheinlich denkt man eher an öde Schrebergärten und biedere Kleingartenvereine.

Doch es scheint: Sobald man eine Sache zu einem Sharing-Modell umfunktioniert, erhöht sich der Coolness-Faktor – und die junge Generation fährt darauf ab. Dementsprechend bietet die Plattform Datschlandia Kleingarten-Sharing an, und hat damit durchaus Erfolg.


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Die Idee ist dabei sehr simpel. Datschlandia agiert als Vermittlungsplattform, die Kleingartenbesitzer mit Hobby-Gärtnern zusammenbringt.

Kleingärten haben 75% Leerstand

Auf der einen Seite sind nämlich die Pächter der Kleingärten. Diese nutzen natürlich ihre Gärten, aber auch nicht täglich. Im Schnitt nutzt ein Kleingarten-Pächter sein Grundstück etwa zweimal pro Woche, rechnet Datschlandia vor. Das bedeutet, dass die Fläche hochgerechnet in etwa einen Leerstand von 75 Prozent hat.

Hinzu kommt, dass viele Kleingartenbesitzer Senioren sind, für die die körperlich schwere Arbeit im Garten oder am Grundstück eine große Herausforderung ist.

Auf der anderen Seite gibt es junge Menschen, die gar keinen Garten-Zugang haben oder auch einfach Großstädter, die mal ein Stück Grün zum Grillen mit Familie und Freunden oder auch einfach mal als Abwechslung zum Park oder Balkon genießen wollen – es aber im Normalfall nicht können.

Genau diese zwei Seiten bringt Datschlandia zusammen.

Wie bei vielen Sharing-Plattformen, wie etwa beim Boot-Sharing oder Campersharing ist also auch beim Kleingarten-Sharing die Idee, dass ein Gut – in dem Fall die Kleingärten – nicht so oft genutzt werden wie sie es könnte, und das verschenktes Potenzial ist.

Entsprechend ist Datschlandia nicht das erste Garten-Sharing-Projekt. Die Trend-Plattform Trendhunter bemerkte schon vor Jahren eine Bewegung der jungen Generation hin zum urbanen Gartenteilen.

In Corona-Zeiten könnte der Trend auch auf andere Gruppen überschwappen, die einfach dem Lagerkoller entkommen wollen.

Eins ist beim Teilen der Kleingärten auf Datschlandia aber anders als auf den anderen Sharing-Plattformen: Es fließt kein Geld.

Hilfe statt Geld

Es findet kein Geldaustausch zwischen Pächtern und Nutzern statt. Auch Datschlandia selbst kassiert nichts für die Vermittlung. Für die Nutzung der Kleingärten findet stattdessen eine andere Art des Austausches statt – Hilfe. Die Plattform nennt das „Einsatz“.

Wer seinen Kleingarten auf der Plattform anbietet, beschreibt, was er dafür erwartet. Das reicht von Rasenmähen über Obst pflücken bis hin zu kleinen Gartenarbeiten.

Die Hobby-Gärtner sehen so direkt, was für die Nutzung erwartet wird und können so die Kleingärten gegen eine Form nachbarschaftlicher Hilfeleistung an einem Wochenendtag nutzen.

Beide Seiten füllen zunächst ein Kontaktformular aus. Die Kontaktherstellung übernimmt die Plattform dann anhand der gesuchten und angebotenen Kriterien.

Dabei entsteht auch eine dauerhafte Verbindung zwischen Pächter und Nutzer. Schließlich verpflichtet man sich gleich für einen Austausch, der eine ganze Saison dauert. Das heißt: Wer die Kleingärten nutzen möchte, muss dies natürlich nicht jedes Wochenende tun. Er muss aber schon seine Pflichten gegenüber dem Pächter erfüllen.

Mit dem Projekt hofft der Initiator der Plattform, Karsten Roth aus Berlin, dass so nicht nur ein Nutzgeschäft entsteht, sondern sich auch Mehrgenerationen-Gemeinschaften oder auch Freundschaften entwickeln können.

Das wäre wiederum ganz im Sinne der Sharing-Economy: Sharing ist Caring.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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