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Kommunikation rund um den Globus: Wie kommunizieren eigentlich digitale Nomaden?

geschrieben von Marinela Potor

Egal, ob ihr als digitale Nomaden multilokal lebt, Deutschland ganz den Rücken gekehrt habt oder jedes Jahr in einem anderen Land lebt, es gibt immer liebe Menschen, die ihr an einem Ort zurück lasst und zumindest eine Weile nicht sehen werdet. Das kann die beste Freundin aus dem Heimatdorf sein, die coole Nomadencrew aus Chiang Mai oder die neuen Freunde, die ihr auf dem Coaboat-Trip kennen gelernt habt.

Wer ständig den Ort wechselt, steht damit also automatisch vor der Frage: Wie kann ich mit all diesen netten Menschen, die weit weg von mir leben, weiter in Verbindung bleiben? Glücklicherweise leben wir nicht mehr im Zeitalter von Postkutschen und Eilkurieren, wo eine Nachricht erst nach Monaten eintrudelt. Das Internet ermöglicht uns nicht nur unseren digitalen Lebensstil, sondern bietet uns auch eine Fülle an bisher nie dagewesenen Kommunikationsformen, die es uns sehr leicht machen, auch mit Freunden, die überall auf der Welt verstreut sind, in Kontakt zu bleiben.

Was mir dabei aufgefallen ist, es gibt nicht eine Technologie oder eine einzige, die wir zum Kommunizieren nutzen, sondern viele. Es gibt sicher nur sehr wenige, die nur Emails schreiben oder ausschließlich über Facebook Nachrichten verschicken. Denn jede Form der Onlinekommunikation erfüllt auch einen ganz anderen Zweck, und je nachdem, was und wie wir etwas sagen wollen, nutzen wir auch ganz verschiedene Plattformen.  Auch wenn dies sicherlich nicht nur für digitale Nomaden gilt: Als Spezies, die so viel unterwegs ist, ist digitale Kommunikation für uns das A und O, um unsere Freunde nicht aus den Augen zu verlieren.

E-Mails

Die meisten von uns nutzen E-Mails mittlerweile ja hauptsächlich im und für den Beruf. Aber hier ist mal eine ganz verrückte Idee: Man kann E-Mails tatsächlich wie elektronische Briefe nutzen, um Freunden ganz ausführlich von seinen Erlebnissen zu berichten. Ich bin tatsächlich noch jemand, der ellenlange E-Mails an Freunde schreibt. Wenn ich Zeit habe und mich wirklich ausführlich mit meinen Freunden austauschen möchte, schreibe ich wirklich E-Mails. Ich erwarte dabei natürlich nicht, dass mir alle genauso ausführlich zurück schreiben (was die wenigsten auch tun), aber für mich ist dies einfach meine Art zu sagen: „Du bist unglaublich weit weg von mir, aber ich möchte mir trotzdem die Zeit nehmen, dich in mein Leben einzubinden und ich möchte auch ganz ausführlich wissen, was Du so treibst.”

Eine Freundin von mir nutzt E-Mails, um ihren ganz persönlichen Newsletter zu verschicken. In Zeitungslayout können ihre Freunde so alle paar Monate lesen, was sie in der letzten Zeit so alles getrieben hat und wie es ihr ergangen ist. Das ist natürlich im Vergleich zu einer E-Mail etwas unpersönlich, ist aber eine tolle Möglichkeit, wenn man einem großen Bekanntenkreis von seinen Abenteuern erzählen möchte.

Facebook

Im Gegensatz zu den ausführlichen E-Mails nutze ich Facebook eher, um kurz auf einer Pinnwand ein „Hallo“ zu lassen oder um auf den Profilen meiner Freunde zu sehen, was sie gerade so treiben. Mein Profil-Stalken von Freunden ist für mich der virtuelle Ersatz für den gemeinsamen Kaffeeklatsch: „Oh, du sitzt grade im Stammlokal – viele liebe Grüße, trink einen für mich mit!“ Oder: „Ah, du hast dein Wohnzimmer neu gestrichen, schicke Farbe!“ Für mich ist Facebook so etwas wie die Internet-Version des alten Slogans „mittendrin statt nur dabei“. Klar schreibe ich auch Nachrichten, die fallen aber eigentlich immer sehr kurz aus, meistens auch, weil die meisten meiner Freunde mir direkt per Messenger antworten und man so eigentlich fast eher chattet als sich Nachrichten zu schreiben.

Gmail-Chat

Da wir gerade von Chats sprechen. Ich weiß nicht, ob das kulturell bedingt ist, aber vieler meiner Freunde in den USA und fast alle meine Freunde in Chile sind sehr aktiv im Gmail-Chat. Sobald der grüne Punkt leuchtet, sind sie tatsächlich erreichbar – und gesprächsbereit. Das Gute an diesem Chat: Man kann sich hier nicht nur super unterhalten, man kann auch die Videofunktion des Chats nutzen und so noch direkter kommunizieren. Ich hege auch den heimlichen Verdacht, dass der Gmail-Chat besonders zu üblichen Bürozeiten besonders intensiv genutzt wird.

Whatsapp

Ich habe mich ja sehr lange gegen Whatsapp gesträubt, aber ich muss gestehen: Es macht vieles unkomplizierter. Freunde aus der ganzen Welt können mich immer auf meinem Handy erreichen, mal eben ein Foto schicken und – was ich ja besonders nett finde – auch Sprachnachrichten. Da ich gefühlt die dicksten Finger habe, wenn es um Smartphone-Tastaturen geht, habe ich vor allem die Voicemails auf Whatsapp für mich entdeckt. So kann ich meinen Freunden sehr viel erzählen, ohne dass es für mich oder sie sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.

Skype

Skype ist natürlich ein absoluter Klassiker, wenn es um weltweite Videochats geht. Dabei ist Skype natürlich bei Weitem nicht der einzige Service, den ihr nutzen könnt, aber wohl immer noch der beliebteste. Skype ist toll für ausgedehnte Gespräche mit Freunden und Familie und verglichen mit allen anderen virtuellen Kommunikationsformen, das was dem direkten persönlichen Kontakt am nächsten kommt. Der Nachteil von Skype ist für mich, dass es nicht so spontan ist, wie beispielsweise Whatsapp. Jeder kann mal eben aus der Bahn auf eine Whatsapp-Nachricht antworten, aber für Skypegespräche muss ich erstens sicher stellen, dass meine Internetverbindung gut genug ist und auch, dass ich Ruhe und Zeit habe, um mich mit meinen Freunden zu unterhalten. Und bei digitalen Nomaden, die sich oft in komplett unterschiedlichen Zeitzonen aufhalten, ist es zudem auch nicht immer so leicht, eine gute gemeinsame Skype-Zeit zu finden.

Postkarten

Postkarten sind für mich eher wie ein kleines Souvenir oder ein Winken aus der Ferne für meine Freunde oder Verwandte, vor allem für diejenigen, die einen festen Ort haben, an dem sie diese auch aufbewahren können. Es scheint dabei aber immer schwieriger zu werden, an Postkarten heranzukommen, aber ich finde sie nach wie vor eine schöne Form, um meinen Lieben eine kleine Erinnerung zu schicken und ihnen auf diese Weise zu sagen, dass ich an sie denke. Für diejenigen unter euch, die nicht so wie ich an archaischen Papierformen festhalten, kann ich Apps wie Saycheese empfehlen. Hier könnt ihr einfach euer Foto als Postkarte verschicken – alles läuft digital ab, aber eure Freunde bekommen eine real ausgedruckte Postkarte.

Öffentliche Kalender

Ein öffentlicher Online-Kalender auf eurem Blog oder eurer Webseite ist vielleicht nicht die direkteste Form der Kommunikation, macht es aber für eure Freunde sehr leicht zu sehen, wo ihr gerade seid. Gerade wenn ihr viele mobile Freunde habt, ist das ideal um zu sehen, ob man nicht zur gleichen Zeit am gleichen Ort ist und dann die beste Kommunikationsform der Welt nutzen kann: ein persönliches Treffen!

Und übrigens: Wer für diverse Chat-Kanäle eine tolle App sucht, mit der ihr Skype, WhatsApp, Facebook und Co. in einem checken könnt – hier hätten wir da einen Tipp für euch.

Wie sieht das bei euch aus? Welche Plattformen, Apps oder Technologien nutzt ihr als digitale Nomaden vorwiegend, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben?


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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