Transport

Leute, schafft Euer Auto ab! Jetzt!

Stau auf der Autobahn
Stau auf der Autobahn
geschrieben von Ekki Kern

Heute mal ein zugegebenermaßen etwas ketzerischer Beitrag. Ich frage mich, wer in unserem Land wirklich ein Auto braucht. Reichlich absurd mutet es an, wenn man sieht, dass die Mehrzahl der Autos doch nur eines tut: sinnlos herumstehen. Viele, die ein Fahrzeug besitzen, fahren mangels Parkplätzen oder aufgrund hoher Parkgebühren erst gar nicht mit ihm zur Arbeit, sondern nutzen stattdessen den öffentlichen Personennahverkehr oder sogar das Fahrrad.

Auf dem Land brauchen viele ein Auto

Ja, zwischen Land und Stadt muss man hier auf jeden Fall unterscheiden, denn wer einen mehr als drei Kilometer langen Weg zum nächsten Supermarkt hat und nicht auf exzellent vertaktete Öffis setzen kann, braucht ein Auto. Keine Frage.

In der Stadt jedoch müssen sich manche Leute den Vorwurf gefallen lassen, dass sie mit ihrem Auto lediglich die Luft verschmutzen und Platz wegnehmen. Man stelle sich einen Ballungsraum vor, in dem die Straßen frei sind von geparkten Fahrzeugen, in dem viel Wert auf gut ausgebaute Fahrradwege gelegt wird und in dem vielleicht sogar das Nutzen der öffentlichen Verkehrsmittel besonders kostengünstig oder sogar kostenlos ist.

Eine Woche kostenlose Öffis

Wie wäre es, wenn Städte das „Auto-Problem“, nämlich zu Stoßzeiten völlig überfrachtete Straßen, Parkplatznot, Luftverschmutzung und aggressives Verhalten im Straßenverkehr, einmal wirklich offensiv angehen würden?Wie wäre es mit einer Woche im Monat, in der alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos genutzt werden können, also Bus, Straßen-, S- und U-Bahn?

Sicher, in Deutschland denkt man da zunächst an die Finanzierung: Wer soll denn das bezahlen? Doch ohne eine Vision zum Thema Mobilität in der Stadt der Zukunft werden sich die Probleme immer weiter verschärfen. Und an einer solchen Vision scheint es noch immer zu mangeln!

Kein Mensch muss in seiner Blechkiste sitzen, um von A nach B zu kommen! Kein Mensch ist verpflichtet, permanent im Stau zu stehen und sich darüber aufzuregen!

Wir müssen unser Auto hinterfragen

Nein, wir alle müssen die Art und Weise überdenken, wie wir unterwegs sind. Und dazu gehört in letzter Konsequenz auch, das eigene Auto zu hinterfragen. Eine nüchterne Kosten-Nutzen-Rechnung dürfte bei vielen Leuten ergeben, dass die am Straßenrand dauerhaft geparkte Blechschüssel keinen wirklichen Sinn ergibt.

Gern als Argument herangezogen wird dann die scheinbare Freiheit, die sich einem durch den Besitz eines Fahrzeuges angeblich auftut. Doch ist man wirklich freier, wenn man ein Auto besitzt? Macht einen die oft fieberhafte Suche nach einem (kostenlosen) Parkplatz nicht eher unfrei? Und was ist mit den notwendigen Inspektionen und dem TÜV? Ist man freier, nur weil man ständig zur Tanke fahren muss und sich den oftmals nicht nachvollziehbaren Preisschwankungen der Ölmultis aussetzt? Ist man freier, wenn man hinter jedem Busch eine Radarfalle vermuten muss? Wohl kaum.

Sobald es flächendeckend Standard wird, dass wir uns Lebensmittel gut gekühlt nach Hause liefern lassen, dürften viele Menschen die Sache mit dem eigenen Auto überdenken, da bin ich mir sicher. Denn die Fahrt zum Supermarkt ist für viele noch DER Grund, sich ein Auto zu halten. Die Fortentwicklung der Elektromobilität und des Car-Sharings werden ebenfalls dafür sorgen, dass Menschen die Sinnhaftigkeit ihres am Straßenrand geparkten PKW überdenken.

Aber jetzt sind Sie dran, liebe Leser. Schreiben Sie in den Kommentaren, was Sie zum Thema zu sagen haben. Wir sind gespannt.


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Über den Autor

Ekki Kern

Ekki Kern war von 2016 bis 2018 Chefredakteur von Mobility Mag. Ausbildung zum Medienredakteur an der Berliner Axel Springer Akademie und bei der "Welt". Gerne unterwegs in Bahn, Bus und Auto, mag sein Rennrad und interessiert sich beruflich wie privat auch für Film, Fernsehen und Radio.

53 Kommentare

  • Die Vision einer „autofreien“ Stadt finde ich ebenfalls sehr verlockend. Es wäre umwerfend, wenn sich dieses durchsetzen würde.

    Dann würde ich mir nur noch eine eng getaktete Pendler-Anbindung aus dem Umland mit Transportmöglichkeit für das eigene Fahrrad für den städteinternen Individualverkehr wünschen, um auch als Landbewohner in den Genuss dieser Vision kommen zu können.

    • Daumen hoch für diesen Beitrag !!!

      Meine persönliche Erfahrung:
      Ich habe vor ca 4 – 5 Jahren mein Auto verkauft, weil ich in der Stadt allein jeden Monat gut 100 € nur für den Stellplatz hätte berappen müssen. Dann noch Steuer, Versicherung etc obendrauf – und dann das Auto noch keinen Kilometer bewegt!
      Nein, das war mir zu blöd. Im Zug kann ich wenigstens schlafen, bei einer richtigen Verspätung, die ich allerdings schon lang nicht mehr hatte – und ich bin viel unterwegs! – gehe ich mit dem Geld schön mit meiner Frau essen (hehe, das will ich mal sehen, wann man Geld bekäme nach im Stau stehen). Bahncard 50 + Partnerbahncard sind obligat und haben sich nach einer längeren Fahrt quasi schon rentiert.

      Mittlerweile auf dem Rad durch den täglichen Arbeitsweg echt fit geworden. Und genieße es, die Jahreszeiten und die Umgebung direkter mitzubekommen und nicht mehr wie in Watte bzw in Blech gepackt. Abschalten nach der Arbeit gelingt viel besser.
      Keine Sekunde vermisse ich Parkplatzsuche, miefige Parkhäuser, widerliche Rastplätze, monotone Autobahnen, stressiges Ampelstehen.
      Freiheit und Auto hat heutzutage echt nichts mehr miteinander zu tun.

  • Groooooßartig! Bestelle gerade mein neues Auto: Größer, stärker und schneller als je zuvor. Und je mehr Menschen Bahn fahren, umso freier sind die Straßen…

  • Mit 5 Kindern und Hund sind die vielen kleinen und großen Fahrten mit den Öffis aus meiner Sicht nicht zu bezahlen. Und wenn Freunde (der Kinder) auf dem Land besucht werden, ist auch aus der Stadt ein Auto nötig, wenn Öffis das nicht adäquat abdecken.
    Unser 7-Sitzer mit Anhänger fürs Gepäck ist durch keine Bahn oder Bus zu ersetzen.
    Gruß Manuel Oepping

    • @Kölnradler

      ich weiß nicht wieso man (fast) gleich schon wieder persönlich werden muss. Das Argument für das Auto mit dem Land, Kindern und Hund finde ich schon schlüssig. Das Problem mit der Bahn ist doch das hier viele Ziele eben nicht mehr zu erreichen sind oder nur durch Umwege. Alle fordern immer mehr Tolerant gegenüber Menschen mit einem anderen Glauben oder einer anderen Hautfarbe aber bei Menschen die ihr Auto behalten wollen hört die Toleranz wohl leider auf.

    • @Marcel, Es gibt kein Recht auf bedingungslose Toleranz. Auch wer sich als tolerant bezeichnet, muss deswegen nicht alles dulden müssen. Denn die Freiheit des Einen sollte die Freiheit des Anderen nur so gering wie möglich (oder gar nicht) einschränken. Und Autofahrer schränken nun mal die Freiheit anderer ein. Und das, obwohl es für den Autofahrer durchaus Alternativen gäbe.

      @Manuel Oepping
      Ich habe auch drei Kinder und manage alles mit Fahrrad und ein bisschen ÖPNV. Ist auch nix besonderes. Und da auch ich Ingenieur bin, bin ich der Technik keineswegs abgeneigt und leihe mir für bestimmte Situationen auch ein Auto aus. Aber für daily business ist ein Auto nicht notwendig. Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch.

    • @Adrian
      In der Großstadt kein Problem. Als ich in Hamburg wohnte hatte ich kein Auto.
      Aber jetzt im Saarland. Geht garnicht. Meiner Kinder fahren mit dem Zug zur Schule und müssen, damit sie um 8 Uhr in der Schule sind um 6:45 losfahren.
      Nachmittags zum Sport? Vergiss es ! 40 min hin und 53 min zurück für 1 bis 1,5 Stunden Sport. UND 80 Euro für die Monatskarte PRO Kind! Nix Mengenrabatt. Und als die Bahner streikten und ein paar die kein Auto hatten meinten ihre Kinder kämen nicht zur Schule wurde mit Schulpflicht und Polizei gedroht.
      Diese IHR braucht kein Auto wo ein Wille ist ein …. Schreiberei ist was für wohlsituierte ein Kind Familien mit am Besten fussläufigem Weg zur Arbeit.
      Es GÄBE Möglichkeiten, aber dafür müssten die Rahmenbedingungen stimmen. Und das tun sie laut meiner Erfahrung derzeit nur in Großstädten

    • @Adrian

      vom Recht auf bedingungslose Toleranz ist ja auch nicht die Rede. Doch kann ich doch nicht als außenstehender einem Man und Familienvater, dessen Situation und Lebensumstände ich nicht kenne, erzählen wollen das er natürlich ohne Auto auskommt, am besten auskommen muss nur weil ich das will und das bei mir persönlich vielleicht auch funktioniert.

      Ich meine was würden Sie den bitte schön sagen wenn ich jetzt bestimmen würde wie Sie zu leben hätten. Sie würden doch argumentieren das ich das garnicht kann da ich sie doch garnicht kenne. Und sie hätten Recht.

      Was mich aber am meisten stört, neben diesem immer öfter auftretenden Besserwissertum ist der letzte Absatz von kölnralder „Und wo keiner ist, erfindet man Ausreden, die jeder kluge Mensch sofort zerpflücken kann. Sturheit ist ein Privileg der Dummen“. So was ist einfach eine Frechheit. Punkt.

    • @Marcel:
      Also zuerst möchte ich sagen, dass Herr Oepping eindeutig und augescheinlich als wichtigstes Argument, seine Familie als Vorwand benutzt, täglich ein Auto zu fahren. Und da kann ich entgegnen, dass man es auch ohne schafft. Meine Familiensituation ist identisch. Auf Extrasachen, wie den Handwerker, den physisch Behinderten, Alte, Landarbeiter etc pp. brauch ich nicht eingehen. Es versteht sich von selbst, dass auch das Auto seine Daseinsberechtigung hat. Ich sagte ja bereits, dass ich es auch hin und wieder nutze (carsharing).

      Aber woraus Sie schließen, dass ich anderen nicht vorschreiben darf, wann sie ihr Auto benutzen, erschließt sich mir nicht. Wir leben in einer Gemeinschaft und wir haben uns Regeln aufgestellt. Und diese Regeln kann man in einer Demokratie jederzeit in Frage stellen und sich ggf. neue Regeln geben. Auch zum thema Autofahren. Da gibt es kein Verbot zu in der Verfassung/Grundgesetz oder in den Menschenrechten.
      Zum Beispiel gibt es so eine Regel, dass ich nicht stehlen soll. Das ist eine Abmachung, die es sogar seinerzeit in die Bibel geschafft hat. Ich finde bspw. dass ich meine Freiheit deutlich verbessern könnte, wenn ich nicht täglich arbeuiten ginge, sondern einmal pro Woche bei Ihnen, Marcel, mit – oder von mir aus auch ohne – Waffe vorbeikomme und meine 1000 Euro einfordere. Da sehen Sie doch sicherlich auch die vernünftige, aber die Freiheiten einzelner Personen einschränkende Regeln die sich heuer im StGB wiederfindet ein. Leider steht in der Bibel noch nicht drinn, dass man seinen Nachbarn nicht mit seinem Autogestank vollmiefen darf. Gab wohl damals noch keine Autos. Aber sowas kann man ja zum Glück in einer Demokratie ändern.
      Übrigens, kennen Sie die StVo? Die ist auch ziemlich Intolerant gegenüber dem Einzelnen und sehr freiheitsberaubend, oder?

      Man muss auch nicht alles gesetzlich festlegen. Die Menge des Autoverkehrs geht wahrscheinlich nur schwer festzulegen. Aber allgemeine Moralvorstellungen sind manchmal auch nütze.Und genau dazu hat der Blogautor geschrieben. Finde ich gut, wollte ich dazu nochmal abschließend bemerken.

    • In dem Punkt muss ich Ihnen Recht geben. Ich war letztens total schockiert, weil eine Frau im Zug für Ihren Hund nachbezahlen musste, obwohl der Hund keinen Sitzplatz benötigte. Auch war der Zug noch nicht einmal zu 10 % belegt, da hätte man doch eine Ausnahme machen können. Passiert ist dies in „ländlicher“ Gegen am Ammersee in Bayern.

  • Was für eine schöne Vorstellung.

    Genau so würde ich einen Tag in der Woche das Fernsehprogramm abschalten und dafür müssen an diesem Tag, alle Museen, Kinos, Freizeitparks etc. kostenlosen Eintritt offerieren.
    Und wenn man dann noch mit ebenfalls kostenlosen Öffis zu den genannten Einrichtungen kommt……

    Mein Auto steht auch die meiste Zeit nur rum. ich fahre nicht mal 5000 km im Jahr. Einkaufen könnten ich mit einem Taxi und längere Strecken kann man mit einem Mietauto zurück legen, wenn die Bahn unpraktisch ist.

    Meine Stadt ist eine Autofahrerstadt. Radfahren auf Grund der geographischen Lage äußerst unpraktisch und deshalb wegen fehlender Radwege, nahezu lebensgefährlich. Als Fußgänger wird man oft genötigt, wegen zugeparkter Bürgersteige auf die Straße auszuweichen.

    Stadtlinien fahren lediglich im Halbstundentakt und am Wochenende sogar nur stündlich. Der letzte Bus fährt abends kurz nach 19:00 Uhr!

    Also laufe ich, was ich erlaufen kann.

    Aber, das Auto ganz abschaffen? Dieser Gedanke ist sowas von abstrakt und „revolutionär“.

  • Ich wohne in einer Stadt, zugegebenermaßen liegt der Stadtteil etwas außerhalb. Der einzige Bus, den es hier gibt, fährt in 40 Minuten die 5 km zur Stadtmitte. Das dauert so lange, weil er vorher noch ne Runde durch die umliegenden Dörfer fährt. Der Bus fährt dreimal am Tag nach starren Fahrplanzeiten , aber nur wenn man ihn mindestens 90 Minuten vorher telefonisch bestellt. Am Wochenende fährt er gar nicht. Die Strecke mit dem Fahrrad fahren ist wegen der steilen Steigung im bergigen Gelände nicht möglich. Zu Fuß geht nur im Hellen, da 3 der 5 km über unbeleuchtete Landstraße ohne Fußweg oder Seitenstreifen und Waldweg gehen. Bevor wir hergezogen sind, fuhr der Bus noch 2 mal stündlich in 5 Minuten zum Stadtzentrum, dann wurde die Linie radikal zusammengekürzt. Ich habe vorher 35 Jahre ohne Auto gelebt und wollte das weiterhin tun. Jetzt werde ich mit knapp 40 einen Führerschein machen müssen, da ich nichtmal Brötchen holen kann, ohne daß mich jemand fährt. Ein Elektrowagen ist schon gekauft (Twizy). Mein Mann arbeitet Schicht und kann ohne Auto gar nicht. Wenn er um 3 Uhr nachts zur Arbeit muß, fährt noch nicht mal in der Stadt ein Linienbus, geschweige denn hier. Der ÖPNV ist keine Lösung. Als ich noch studiert habe, brauchte ich für die 35 km in die Unistadt 3 Stunden einfache Strecke (dreimal umsteigen mit Wartezeiten), zurück noch länger, da der Bus nur stündlich hier herauffährt und wenn man ihn verpaßt hatte, durfte man wieder eine Stunde herumstehen. Eine Tagesreise von 8 Stunden für den Arbeitsweg von 70 km? Nein danke.

  • Na klar, ich werde mein Auto abschaffen, damit ich bei Wind und Wetter zur nächsten Bushaltestelle laufen muss, um da im Winter in der Kälte auf den nächsten ÖPV zu warten, der mir für eine Fahrt viel Geld abnimmt. Hat natürlich den Vorteil, anstatt in meiner Auto gemütlich mit Klassik im Radio und schön gewärmt oder gekühlt zu sitzen, mitzubekommen, wer am Vortag viel Knoblauch gegessen hat oder wer die Flasche Bier am Morgen schon toll findet. Besser informiert bin ich dann allerdings, da ich so einige Handygespräche zwangsweise mit anhören muss.
    Ich fahre 25 km einfache Fahrt zur Arbeit und stehe so gut wie nie im Stau. Das Auto, obwohl groß und stark, braucht wenig Sprit, da ich gemütlich rollen kann. Meine Enkel kann ich transportieren, ohne die oben genannten Unannehmlichkeiten.
    Warum sollte ich also das Verkehrsmittel wechseln??

  • Und genau /das/ ist für mich Freiheit.

    Die Freiheit, spontan in die Stadt zu fahren, ohne vorher Fahrpläne studieren zu müssen.

    Die Freiheit, spontan eine Einkaufstour zu verlängern oder zu verkürzen, ohne mein Leben vom Bus- oder Bahnanbieter takten zu lassen.

    Die Freiheit, bei Regen im trockenen Inneren meines Autos zu sitzen anstatt an einer zugigen Bushaltestelle zu stehen.

    Die Freiheit, in einem gemütlichen Ledersitz zu sitzen, mich entweder mit meiner Freundin zu unterhalten oder das Radio mit meinem Lieblingslied lauterzustellen, anstatt in einem überfüllten Bus stehen zu müssen, Tasche in der einen Hand, die Ausdünstungen der Leute um mich herum in der Nase, und von irgendwo plärrt ein Walkman oder MP3-Player herum.

    Die Freiheit, das Auto auch mal ein Wochenende in der Garage stehen zu lassen, wenn ich nicht weg muss.

    Und diese Freiheiten lasse ich mir gerne etwas kosten.

    • Danke für den letzten Beitrag.
      Genau diese Freiheit schätze ich auch.
      Und manchmal macht es mir Angst, dass wir uns mehr und mehr zu einer kollektiven Gesellschaft entwickeln, in der die Freiheit des Einzelnen immer stärker in der Kritik steht.
      In einer Zeit, die mehr und mehr von äußeren Zwängen bestimmt wird, ist das Auto aus meiner Sicht ein Relikt aus einer anderen Zeit. Und das meine ich nicht negativ. Ein Auto ist old School, aber genau das liebe ich. Es ist ein blechernes Stück Freiheit in einer Vollkasko Gesellschaft, die den Menschen das Rauchen, das Schnellfahren, das freie Leben schleichend abgewöhnt.

  • Eine sehr schöne Vision, die Sie hier vorstellen, ich wäre sofort dabei! Leider haben wir in Deutschland eine extrem schwerfällige Verwaltungsstruktur, die sich nur millimeterweise vorwärts bewegt. Hinzu kommt die ausgeprägte Skepsis und Schwarzmalerei der Deutschen, die in jeder Veränderung gleich eine Bedrohung sehen und sich dagegen stemmen. Wenn ich z.B. nach Kopenhagen schaue, um nur mal ein positives Beispiel zu nennen, kann ich als Frankfurterin nur resigniert sein. Frankfurt wäre von seiner Größe und der Flachheit her ideal als Fahrradstadt, stattdessen wird es von endlosen Autokolonnen dominiert, die alles verpesten und verschandeln. Es gibt kein Gesamtkonzept für eine Fahrradstadt Frankfurt, nur Flickwerk. Als Stadtbewohnerin habe ich noch niemals ein Auto besessen und bewege mich per Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ist mangels ausgereifter Konzepte und wegen des Autoverkehrs nicht immer schön, aber machbar. Es könnte alles noch viel besser sein, aber das werde ich in den nächsten 30 Jahren sicher nicht erleben. Jedenfalls nicht in Deutschland, wo einfach der Pragmatismus und der Mut zu neuem Denken komplett fehlen.

  • Wir haben unser Auto schon vor Jahren abgeschafft. Wir nutzen die Öffentlichen, die besser sind als ihr Ruf. Per Carsharing, Leihwagen und Taxiunternehmen haben wir immer (auch kurzfristig) ein Auto zur Verfügung, wenn wir es brauchen, oft sogar mit Chauffeur. Um die Autos müssen wir uns aber nicht selber kümmern (keine Werkstatttermine etc.). Insgesamt sparen wir eine Menge Geld, das wir lieber in Urlaubsreisen und andere schöne Dinge (z.B. Kunst) investieren. Wer ein Auto will, soll gerne eins haben. Wir jedenfalls brauchen und wollen keins (bzw. kein eigenes).

  • Mich stören am Straßenrand geparkte Autos nicht wirklich. Wer sein Auto behalten möchte, sollte sich auch nach dem Lesen dieses Artikels dafür nicht rechtfertigen müssen. Ich selbst habe keines, fahre mit dem Fahrrad und ab und an mal mit der Bahn, obwohl ich im eher ländlichen Pfälzer Wald lebe. Viel wichtiger als das Auto gleich zu verkaufen, wäre allerdings, sich selbst zu hinterfragen, ob und wann man ins Auto steigt, anstelle die eigenen Füße oder das Fahrrad zu benutzen. Ein parkendes Auto verschmutzt die Umwelt nur, wenn Öl raustropft. Leider sind viele Autobesitzer von dem Argument beseelt: „Ich zahle KFZ-Steuer, ich zahle Versicherung, da muss ich das Auto auch bewegen, damit es sich lohnt.“ Bei den Kosten für eine Fahrkarte des ÖPNV zum Normalpreis ist dies allerdings auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen ist allerdings immer noch günstiger als ÖPNV oder das Auto.

    • Mich stören die Autos am Straßenrand seit dem Moment, in dem ich mir die Straße mal ohne parkende Autos und mit entsprechend verbreiterten Bürgersteigen vorgestellt habe. Und das wäre einfach traumhaft. Plötzlich hätten die Fußgänger wieder Platz, anstatt sich auf einem schmalen Band zu drängeln. Und vielleicht könnten sogar wieder Kinder auf den Bürgersteigen spielen, ohne dass jeder nicht richtig geschossene Ball direkt einen Schaden von mehreren hundert bis über tausend Euro verursacht.
      Die Lebensqualität würde jedenfalls massiv steigen.
      Nur sind die Alternativen zum Auto leider noch nicht gut genug, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

      Im Endeffekt sind wir doch alle betriebsblind. Schaut man sich mal Fotos aus den 70ern oder davor an, sieht man Straßen, die Aufenthaltsräume waren. Heute meidet man den Aufenthalt auf Straßen, wann immer es geht. Wir sind einfach daran gewöhnt.

  • Was ein Unfug. Öffentliche Verkehrsmittel im Nahverkehr sind in Ordnung wenn man x-fach im Jahr von A nach B fährt. In der Regel von Zuhause zur Arbeit und zurück. Das kann sich rechnen.

    Aber für alles andere sind die Öffis so nützlich wie ein Zahnstocher zum Baumfällen.

    Individualverkehr heisst so weil jeder individuell entscheiden kann wann er wo mit wem hinfährt, was er dort ein- oder auslädt wie lange er verweilt und kann weiterfahren wenn alle Öffis schon lange schlafen.

    Die Grünen gehen immer von der These aus dass die Leute zu blöd sind zu begreifen wie toll die Öffis sind und dass man sie deswegen mehr oder minder zwingen muss umzusteigen.

    Die Leute sind aber nicht zu blöd. Sie haben getestet und abgewogen und finden ihr Auto besser.

    Echte nützliche Innovationen setzen sich durch. Siehe Internet und Smartphone.

    Öffis sind aber keine nützliche Innovationen für die Mehrzahl der Menschen.
    Eine echte Innovation könnten selbstfahrende E-Autos sein die überall innerhalb von 1-2 Minuten verfügbar sind, die einen komfortabel mit ausgeklügelter Navigation von A nach B bringen, allen Komfort an Bord haben und die man am Zielort einfach wieder verlässt. Das Taxi des 21.Jahrhunderts.

    Und die Grünen werden sich wieder wundern wieso DIESE Öffis plötzlich angenommen werden. Und sie werden es wieder nicht verstehen.

    • Die Grünen gehen immer von der These aus dass die Leute zu blöd sind zu begreifen wie toll die Öffis sind und dass man sie deswegen mehr oder minder zwingen muss umzusteigen.

      Mag sein, dass die Grünen das so sehen. Mein Hauptargument ist ein anderes: Jedes Auto verursacht ständig Nachteile für die Anwohner. Wenn es steht, steht es halt im Weg, wenn es fährt, macht es Lärm und Dreck.
      Ein Autofahrer muss diese Nachteile für die Anwohner aber nicht in seine Kosten-Nutzen-Rechnung mit einbeziehen. Deshalb wird – volkswirtschaftlich betrachtet – aktuell zu viel mit dem Auto gefahren. Denn jede Autofahrt beschert den Insassen einen Mehrwert auf Kosten der Umgebung.

  • Wenn der Supermarkt weiter als 3km entfernt ist, braucht ein Auto – keine Frage. ??? Aua. Wenn man keine Ahnung hat wovon man da eigentlich schreibt, sollte es keine Schande sein den Artikel jemandem zu übergeben, der auch die Nichtautozentrierte Seite des Lebens tatsächlich kennt.

    Mit dem Fahrrad läßt sich wunderbar einkaufen, sogar wenn dann mehr als 3km Anfahrtsweg zurückgelegt werden müssen. Für größere Einkäufe gibts nen Anhänger, oder man schaffts ich direkt ein gescheites Lastenrad an.
    Ich selber hole mir ab und zu einen Kasten Malzbier, welches aber nur kleinräumig regional verkauft wird. Ich fahre dazu mit dem Fahrrad und einem Anhänger 50km bis zum Getröänkemarkt, oder 60km bis zur Brauerei und hole mir einen Kasten und dann fahre ich die 50 bzw. 60km wieder zurück. Und ich sterbe dabei nicht. Na sowas.

    Einfach mal über den Tellerrand hinausgehen und dann erst der Welt erzählen, was – keine Frage – möglich ist.

  • Die Idee der (fast) autofreien Straßen und des kostenlosen ÖVP hört sich natürlich schön an. Aber …

    Aber ein kostenloser ÖVP müsste vom Staat bezuschusst werden. Aber bevor man mehr Geld in den ÖVP steckt wäre da mehr Geld für die Schulen oder Kindergärten nicht wichtiger. Und …

    Und die Autoindustrie ist für uns unglaublich wichtig. Viele Menschen arbeiten hier und Herr Schäuble bekommt hierher sicherlich eine menge Steuern und auch wenn unsere Autobauer die meisten Autos schon lange woanders verkaufen. Würde so etwas funktionieren würde das doch Schule machen und von anderen Ländern übernommen werden. Die Folge, Arbeitsplätze und Steuern würden wegfallen.

    Und ich denke mal das dem Autor jetzt nicht die Idee vorschwebt wir deutschen haben (fast) leere Straßen und leise Städte (was ja auch eine Folge wäre) und die Menschen in den anderen Ländern würden irgendwie für uns weiterhin volle Straßen, Lärm und Smog und Abgase im kauf nehmen.

  • Hmm, keine Autos mehr. Ein schöner Gedanke, solange man jung ist und keine Beeinträchtigung hat.
    Bei ihren schönen Gedanken, lassen sie allerdings außer Acht, dass es auch anders geht.
    Ich pflege seit ein paar Jahren meine Schwiegermutter, die schwer gehbehindert ist und trotzdem nicht die ganze Zeit in der Wohnung sein möchte und kann. Ich schiebe und ziehe sie zum Auto. Wir brauchen in ihrem Tempo, ohne sie zu überfordern 10 Minuten zum Einstieg und bis sie sich wohl fühlt.
    Jetzt erzählen sie mir bitte, wie ich das mit öffentlichen machen sollte, wo der Bus meist schon losfährt, bevor der noch „gehfähige“ Senior sich setzen konnte.
    Wie gesagt ein netter Beitrag, leider nicht lange über den Inhalt nachgedacht.
    Mit freundlichen Grüßen

  • Wir brauchen ein faires Preissystem:
    Mit dem ÖPNV hin und her kostet 5 Euro.
    Mit dem Auto 10km durch die Stadt kostet nur 1 Euro an Sprit.
    Wenn Auto und Öffi wenigstens gleich teuer wären (z.B. 2,50), dann wäre uns in den Städten schon viel geholfen. Und jeder kann fahren mit was er will; das mit zwei Personen besetzte Auto wäre dann immer noch billiger als die ÖPNV Tickets.
    anti-flatrate-maut

  • Tatsächlich ist der Aufruf richtig!. Warum?. Rein ökonomisch! Ab 2020 wird ein Robotertaxi für gerade mal 9 Cent pro Kilometer jeden von der Haustür zum Supermarkt, zur Arbeit, ins Kino und in den Urlaub bringen können … das ist ungefähr ein Zehntel dessen was heute ein Kleinwagen mit Wertverlust kostet. Und wenn es google gut meint, dann ist die Fahrt sogar umsonst – wenn man ein wenig Werbung genießt. Der Restwert eines eigenen Autos tendiert dann gegen Null!

  • Wohnung und Arbeitsplatz liegen 50 km auseinander. Der Arbeitgeber verlangt die tägliche Anwesenheit im Büro. Die Verbindung mit dem ÖPNV wird nur zwei oder dreimal am Tag bedient, aber nicht zu Zeiten, die mit der Arbeitszeit vereinbar sind. Die Fahrzeit mit dem ÖPNV alleine ist mehr als doppelt so lang wie mit der Kombination Auto+ÖPNV.
    In der Situation führt kein Weg am Auto vorbei, um zumindest zu einem P+R-Parkplatz zu kommen, von dem der Arbeitsplatz mit angemessener Warte- und Fahrzeit erreichbar ist.

  • Top Kommentar!
    Ich habe vor fünf Jahren mein Auto verkauft und fahre seitdem nur noch Rad. Die Vorteile sind so offensichtlich:
    – 300€ im Monat gespart, die ich für tolle Urlaube und schönes Essengehen ausgeben kann,
    – 10 Kilo abgenommen, ohne sonst etwas zu ändern und ein sportlicher Körper, den ich vorher nie hatte,
    – ich werde höchstens noch einmal im Jahr mit einer Erkältung krank, da mein Immunsystem so viel besser aufgestellt ist,
    – die frische Luft und die Abwesenheit von Auto-Stress auf den Straßen machen meinen Arbeitsweg zu meiner kleinen Auszeit des Tages und wenn ich zu Hause angekommen bin, muss ich nicht mehr ´runterkommen, weil ich dazu schon auf dem Rad Gelegenheit hatte,
    – ich bin der Welt, der Natur und den Menschen so viel näher und sehe alles mit anderen (schöneren!) Augen und nicht zuletzt
    – mit der Bahn, einem Leihwagen oder Carsharing komme ich die paar Male im Jahr, wenn es unbedingt nötig ist, ohne Probleme ÜBERALL hin -für einen Bruchteil der vorherigen Kosten!

    Und auch das Einkaufen ist absolut kein Problem – zwei- bis drei Mal in der Woche muss man eh einkaufen gehen, wenn man frische Lebensmittel essen möchte und wer gesundes Leitungswasser trinkt, muss auch keine Wasserflaschen schleppen. Das Leben kann so günstig und einfach sein.

    Und so tun mir alle Autofahrer einfach nur leid – denn eine besondere „Freiheit“ kann ich genauso wenig wie auch nur einen einzigen Vorteil in einem Auto sehen.

    Schön also, dass immer mehr Menschen sich besinnen und „umsteigen“!

    • Na das ist doch schön für sie.
      Wahrscheinlich wohnen sie noch in einer Toplage und haben 200 qm Wohnung für sich alleine, weil man sich ja sonst nix gönnt.
      Kinder? Schule? Sport?
      Ich fahre im Sommer auch mal aus „Spass“ mit dem Fahrrad zur Arbeit.
      Dummerweise kann ich mich da weder duschen noch ordentlich waschen. Immernoch dummerweise muss ich die letzten 2 km den Berg rauf und die letzten 500 m eine starke Steigung. Dafür liegt das Büro fantastisch. Dummerweise muss ich mich also auf der Toilette komplett umziehen und es beschweren sich immer noch Leute, dass ich nicht „frisch“ aussehe, den Geruch überdeckt ein Deo.
      Mit Öfi bin ich 70 min unterwegs. Mit dem Fahrrad 45 mit dem Auto 15 min, wenn ich so fahre, dass kein Stau ist.
      Meine Kinder freuen sich über den Frühstücksservice, wenn ich später los muss, meine Frau über s Abendessen wenn ich früher zu Hause bin (ach ja meine Frau will auch arbeiten und sich nicht den Luxus gönnen zu Hause zu bleiben, dann wäre das mit der Zeit natürlich kein Problem mehr )

  • Danke für diesen interessanten Artikel.
    Auch wenn ich täglich mit dem Rad fahre und versuche das Auto so viel wie nur möglich stehen zu lassen – missen möchte ich es nicht.
    Ein grosser Teil ist natürlich der Bequemlichkeit geschudelt (Einkaufen, Transport, Urlaub), dafür bezahlt man aber auch mehr.
    Für mich ist das Auto ein Luxus, den ich meiner Familie und mir gönne.
    Anders sieht es allerdings mit Zweitwagen aus. Die werden wirklich hauptsächlich dafür genutzt, nicht auf ÖPNV oder Muskelkraft ausweichen zu müssen. Hier sollte als erstes angesetzt werden, in Form einer höheren Besteuerung.
    Generell ist es gerade in Grossstäden mehr als überfällig, dem MIV entgegen zu wirken. Wer zum Shoppen oder Kaffeetrinken mit dem Auto in die City fährt, der soll auch dafür bezahlen. London hat vorgemacht dass es funktioniert. Wäre wünschenswert, wenn auch Berlin, Hamburg, Frankfurt, etc. nachziehen.

  • Bis vor einem Jahr hatte ich eine Strecke von 28 Kilometern zur Arbeit, und das selbe nochmal zurück. In der Ausbildung bevor ich mir ein Auto leisten konnte war ich für diese Strecke auf den ÖPNV angewiesen. Für diese Strecke habe ich von der Haustür bis Arbeitsbeginn 83 Minuten benötigt. Ich musste umsteigen, musste Verspätungen einplanen, denn im Schichtdienst ist Pünktlichkeit angesagt. Ich hab bei Wind und Wetter am Bahnsteig gestanden und mit jeder Sekunde, die die Bahn später kam stieg die Wahrscheinlichkeit, dass ich meinen Anschlussbus verpasse. Und dann wurde es richtig eng. Abends fuhr die Bahn auch nicht bis in die Ewigkeit, wenn ich mir also kein Taxi nehmen wollte mussten sich die Überstunden in Grenzen halten. Der Chef hatte das akzeptiert, aber nur missmutig.
    Finanziell war das natürlich optimal, das Jobticket hatte die Firma bezahlt. Das würde sie auch immernoch… Wenn ich mich nicht für den Stellplatz im Firmenparkhaus entschieden hätte. Denn als die Ausbildung zuende war habe ich mir ein Auto finanziert. Das stand nun direkt vor dem Haus. Keine 10 Minuten mehr bis zum Bahnhof laufen. Das Auto ist im Winter warm und im Sommer kühl. Es ist immer trocken, ich muss nie stehen, habe meine Musik dabei… Und meine Wegzeit auf Arbeit hatte sich auf die Hälfte verkürzt.
    Inzwischen bin ich umgezogen, habe nurnoch 12 Kilometer bis auf Arbeit. Der Bus fährt sogar fast direkt vor meiner Haustür. Trotzdem bräuchte ich über eine Stunde, da ich immernoch umsteigen müsste, immernoch mit Verspätung rechnen müsste…
    Ich könnte mit dem Fahrrad fahren. Im Frühjahr hab ich darüber nachgedacht. Aber leider ist nicht immer Frühling und bei 35 Grad verschwitzt auf Arbeit ankommen, oder von einem Regenschauer überrascht zu werden ist dann doch nicht so nach meinem Geschmack. Und nach einer anstrengenden Schicht setzte ich mich lieber in mein Auto und bin in 12 Minuten Zuhause, als mich noch eine halbe Stunde auf’s Rad zu schwingen.
    Ich habe das ganze durchgerechnet. Mit Sprit, Durchsichten, Steuern, Versicherung und was sonst noch anfällt kommt ja jeden Monat schon ein stattlicher Betrag zusammen, den man gern auch für etwas anderes ausgeben könnte. Wenn ich dann aber die Bequemlichkeit dagegenstelle, und vor allem die ersparte Zeit, ist die Sache ohne den kleinsten Zweifel geklärt. Denn über 100 Stunden pro Jahr, die ich mit den öffentlichen allein auf dem weg zur Arbeit verlieren würde – das sind mehr als 4 tage – kann man kaum mit Geld aufwiegen.

  • Ich gebe denen weitgehend recht, die sagen dass man in einer Großstadt nicht unbedingt ein Auto braucht.
    Dort gibt es in der Tat meistens gute ÖPNV-Anbindungen.

    Nun kommt das „aber“:
    Ich wohne mit meiner Familie nicht in einer Großstadt und würde dort auch nie hinziehen, weil es mir viel zu hektisch, viel zu laut und viel zu teuer ist.
    Ich bin somit ein bekennendes „Landei“, lebe in einer kleinen Stadt und muss täglich rd. 24 km zur Arbeit fahren. Wenn ich dies mittels ÖPNV tun müsste, wäre ich für die einfache Strecke rund 70 Minuten unterwegs. Die gleiche Strecke schaffe ich mit dem Fahrrad in 50 Minuten, mit dem Motorroller in ca. 25 Minuten und mit dem Auto oder Motorrad in rund 15 Minuten.
    Das sind die Fakten in meinem Lebensumfeld.

    Ich habe ein Auto, ein Motorrad, einen Motorroller und ein Fahrrad. Alle Fahrzeuge werden abwechselnd und je nach Wetterlage entsprechend genutzt.

    Mir kommt bei der ganzen Diskussion zu kurz, dass es Menschen gibt die gerne Auto und motorisierte Zweiräder fahren. Und das nicht weil sie müssen, sondern weil sie wollen und Spaß daran haben!

    Ich gehöre zu diesen Menschen und stehe auch dazu. Hier in Deutschland erntet man dafür aber oft keinerlei Verständnis, Toleranz gibt es meist nur für Dinge die „politisch korrekt“ sind.

    Noch eine kleine Abschlussbemerkung. Ich wundere mich immer wieder warum in Großstädten so wenig Motorroller unterwegs sind, für mich ein perfektes Stadtfahrzeug.

    • In welchem Ballungszentrum lebst Du?
      Ich finde es erstaunlich, seinen Arbeitsplatz in einer Grossstadt mit dem Auto mit einer øV von 96km/h erreichen zu können.
      Im Ballungsraum Hamburg liegt die øV bei deutlich unter 30km/h…

    • Ich arbeite nicht in einer Großstadt.
      Ich fahre von der Kleinstadt in der ich wohne zur Kleinstadt in der ich arbeite.
      Es kommt mir zugute dass ich eine direkte Autobahn-anbindung habe und mein Arbeitsplatz auch in der Nähe der Autobahnausfahrt liegt.

      Ansonsten würde ich in der Tat länger als 15, manchmal auch 17 Minuten benötigen.

    • Die Durchschnittsgeschwindigkeit von 96 km/h finde ich auch erstaunlich. Und das von Tür zu Tür? Ob Michael bei der Benutzung des ÖPNV dann nur die reine Fahrzeit angegeben hat oder von Tür zu Tür und dabei mit verschiedenen Maß mißt, würde mich auch interessieren.
      Hier ein interessanter Artikel zur effektiven Geschwindigkeit:
      http://www.urbanist-magazin.de/2015/06/das-konzept-der-effektiven-geschwindigkeit/
      „Wenn ihr das nächste Mal in euer Auto steigt, euch aufs Rad schwingt oder den Segway nutzt, erinnert ihr euch vielleicht daran, wie schnell ihr wirklich unterwegs seid. Besser noch, denkt am Ende eines langen Tages darüber nach, ob die letzten ein, zwei Stunden, die ihr im Büro sitzt, es wirklich wert sind, mit dem Auto nach Hause zu fahren. Alles in allem geht es nicht nur um zwei Stunden, sondern vielleicht um zehn Jahre.“

    • Ich finde es extrem fragwürdig, anderen Menschen meine Abgase, Feinstaub, Lärm und Raumansprüche zuzumuten, nur damit ich Spaß habe.

      Stellen Sie sich einmal vor, mir würde es Spaß machen, stinkende Gase vor Ihrem Fenster laut zu vernebeln.

      Wie würden Sie dazu stehen? Lustig fänden Sie es nicht und kommen Sie mir nicht mit „Das ist ja was ganz anderes“. Ist es nämlich nicht. Was mein Spaß ist, definiere immer noch ich.

      Aber es zu Lasten anderer zu leben, setzt meine Grenzen!

  • Selbstverständlich gibt es Fußkranke, die, obwohl deutlich diesseits der 50, nicht mal ein paar Meter zum Bäcker zu Fuß gehen wollen – die könnten in der Regel sehr gut aufs Auto verzichten.

    Fakt ist aber: Auf dem Land ist man aufs Auto angewiesen. Und selbst wer in der Stadt wohnt, aber Freunde/Verwandschaft auf dem Dorf hat, kommt dort mit dem Auto meist schneller und komfortabler hin als mit den Öffis.

    Ich hatte vor ein paar Jahren einen Job im Industriegebiet einer deutschen Großstadt, wohnte in einem mit Öffis gut versorgten Stadtteil in der Nähe – und trotzdem habe ich mit dem Auto nur die Hälft der Zeit zur Arbeit gebraucht wie mit den Öffis.

    Ehrlich: Da überlege ich nicht lang…

    Aktuell habe ich eine ähnliche Konstellation: Ich wohne in einem Vorort einer Großstadt mit S-Bahn-Anschluss vor der Haustür. Liebe Verwandtschaft wohnt ein paar Kilometer außerhalb einer anderen deutschen Großstadt. Mit dem Auto brauche ich von Haustür zu Haustür etwas mehr als drei Stunden, mit den Öffis je nach Verbindung vier bis fünf Stunden – aber auch nur, wenn alle Anschlüsse klappen. Bei mindestens zweimal Umsteigen bin ich da skeptisch…

    Eine autofreie Stadt ist eine Schwachsinnsidee. Um die Städte autoarm zu machen, muß als erstes der öffentliche Personennahverkehr billiger und deutlich besser werden. Dazu gehört auch ein sofortiger Stop von weiteren Streckenstillegungen bei der DB – im Gegenteil müssen die Verbindungen in die Fläche deutlich ausgebaut und modernisiert werden. Mehr Carsharing ist hilfreich – von ein paar Protzen abgesehen geht es den meisten Leuten ja nicht darum, ein eigenes Auto vor der Tür zu haben, sondern eine Fahrgelegenheit zu jeder Tages- und Nachtzeit zu haben.

    Eine autoarme Stadt wäre ein Jahrhundertprojekt – da Vertreter der ehemaligen Volksparteien seit Jahrzehnten unser Geld aber lieber für nutzlose Straßenbrücken, Provinzflughäfen, Schrott 21 oder die „Rettung“ von Banken und Euro raushauen, wird’s wohl fürs erste das Auto bleiben…

  • Ich bin bis jetzt noch Verfechterin der Öffis….bin erst damit zur Uni gependelt – 2STD pro Weg-, dann zur Arbeit, später dann Fernpendeln über mehrere hundert km jedes Wochenende (von der Stadt aufs Land). Ich bin quasi ein Öffi-Profi. Trotzdem denke ich in letzter Zeit öfter darüber nach, mir doch ein Auto anzuschaffen. Jeden Morgen fahre ich mit den Öffis von meiner kleinen Zweitwohnung in die Stadtmitte, wo ich arbeite und sehe links und rechts Autos stehen, Stossstange an Staossstange. Viele meiner Kollegen von weiter außerhalb (in der Stadt wohnen ist ja auch recht teuer) kommen schon möglichst früh ins Büro (so gegen 07:30), um den Staus zu umgehen und eine Chance auf einen Parkplatz zu haben. Müssen vor der Arbeit noch Kinder in die Kita/ Schule hat man da natürlich Pech. Trotzdem brauche ich ohne Auto täglich 1 bis 1,5 std zur Arbeit und zurück, grosse Mengen Einkaufen geht auch schlecht, Käufe sperriger Dinge (Baumarkt/ Möbelhäuser) kann man ganz vergessen, Fahrten nach 22:30 auch (Stickwort Ausgehen).Am We fahre ich heim ins Hinterland – mindestens 4 Std (wenn alees planmaßig klappt) wo ich mit dem Auto gerade mal 2 STD bräuchte. Und immer das Risiko des Bahnstreiks, Zugausfällen und sonstigen Katastrophen. Ich verbringe etwa 15 Std pro Woche in öffentlichen Verkehrsmitteln….auch ein schönes Hobby 🙁

    • Vielleicht ein kleiner Trost für Sie:

      Wenn Sie ein Auto anschaffen, verbringen Sie mindestens 450 Stunden im Jahr damit, für die Kosten zu arbeiten.

      So viel Zeit können Sie mit dem Auto im Leben nicht sparen, da Autos meist nur unwesentlich schneller als Öffis sind, in vielen Fällen sogar erheblich langsamer.

      Wer für eine Strecke mit Öfis 40 Minuten und mit dem Auto 20 Minuten braucht, spart 13 Std. im Monat, muss aber 40 Std. für das Auto arbeiten. Die Bilanz fällt so deutlich zugunsten der Öffis aus 🙂

  • @Stefan:
    Sie schneiden zum Einen an, dass sich etwas ändern müsste, damit Sie mehr den ÖPV (oder das Rad) nutzen. Ja, aber das ist auch ein Henne-Ei-Problem. Der ÖPV würde isch schlagartig deutlich verbessern, wenn ab morgen, alle die könnten, ihr Auto stehen lassen würden. Ich enke, dass ist als Denkanstoß ausreichend und einleuchtend.

    Natürlich kann ich Ihre persönliche Situation nicht beurteilen und deswegen halte ich ein 100%-Verbot auch völlig überzogen. Davon spricht auch keiner. Aber ich habe mir – da ich auch drei Kinder habe, die zur Schule und zur KiTa müssen eben kein schickes Haus am Stadtrand gekauft. Darüber und zur Zersiedeölung der Städte kann man auch mal nachdenken. Erst ins Umland ziehen, und sich dann wundern, dass man lange Wege hat und die Stadtbewohner mit seinen Abgasen einnebeln.

  • schön für den der es kann…… Ich wohne ich der Großstadt und fahre jeden Tag 150 KM durch „Niemandsland“ zu meiner Arbeitsstelle in den Niederlanden. die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist unmöglich da ich um 21 Uhr starten müsste um gegen 07:00 Uhr in der Firma zu sein. (Mehrere Stunden Aufenthalt mitten im Nirgendwo eingeschlossen)
    Am Wochenende fahren wir gerne in unser Ferienhaus an der Nordsee, schon bei nur 2 Personen sind Bahntickets erheblich teurer, von der Tatsache das ausser etwas Kleidung alles andere (Lebensmittel, Möbel, Werkzeuge, ……) zuhause bleiben müsste mal ganz abgesehen.
    Nee nee – schöne Vorstellung das es ohne Auto ginge – bei mir/uns sicher nicht.

    • Um korrekt zu rechnen, sollten Sie jedoch die Bahnpreise gegen den Kilometerpreis Ihres Autos rechnen. Da diese meist > 0,42 € liegen, kommen Sie meist mit Bahn und Bahncard erheblich günstiger davon.
      So kostet Bremen – Hamburg mit der Bahn mit 2 Erwachsenen und 3 Kindern 52,00 €. Mit dem Auto käme die gleiche Strecke auf mind. 104 €.

  • Weniger Autos auf den Straßen … ich muss zugeben, ein schöner Gedanke, vor allem dann, wenn ich mal wieder im Stau stehe.
    Sehr gerne würde ich die Öffentlichen benutzen – ABER, ja jetzt kommt das Aber: Ich wohne auf dem Land! Der letzte Bus fährt um 18 Uhr abends, der erste am morgen um sechs, unter der Woche… Zu meinem 15 km entfernten Arbeitsort würde ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln über zwei Stunden brauchen, mit Umstiegen zwischen Bus und Bahn… Da ich immer wieder abends oder am Wochenende arbeiten muss, bliebe mir dann nur das Fahrrad oder ein sehr langer Fußweg!
    Für mich bleibt das „Ohne-Auto“ daher leider Utopie!

  • Ich komme vom Dorf, bin also mit dem Auto aufgewachsen, eben die hier schon öfter genannte „Land“-Problematik.
    Als ich in die Großstadt zog, verkaufte ich sehr schnell mein Auto und kam während meiner Ausbildung 4 Jahre lang gut ohne zurecht, mit ein wenig Laufen oder dem Rad konnte ich jeden Teil der Stadt erreichen. Die Monatskarte für den ganzen Großbereich (Abends und an Wochenenden sogar für 2) war an sich schon günstiger als die Versicherung, was als Azubi wichtig war. Schwierigkeiten bereiteten größere Transporte (Möbel etc.) und Situationen, in denen man schnell und spontan irgendwohin musste, auch wenn man dank Überstunden die letzte Bahn verpasst hat wurde es nervig (und oft teuer). Zum Ende der Ausbildung kam der Zeitfaktor dazu: Der Arbeitsweg war Luftlinie knapp 12km, mit dem Rad war das ca. eine Stunde fahrt (nach der ich dank norddeutschem Wetter dann entweder durchgeschwitzt oder durchgeregnet ankam), mit Bus und Bahn ca. 50 Minuten und, und das hat echt genagt, mit dem Auto 15 Minuten, mit zähem Verkehr 25. Und das Argument, dass man in der Bahn ja auch entspannen oder lernen kann – Nein. Zumindest konnte ich nicht, zu viele Ablenkungen, Störgeräusche, gewackel, Gerüche (Man konnte riechen wenn der Sommer kam…).
    Insgesamt sehe ich mich selbst schon eher als Menschenfreund, aber im ÖPNV frage ich mich bei 95% aller Fahrten, ob es zu viel verlangt ist, wenigstens alle 2 Tage mal ein wenig Wasser zu benutzen und wenigstens 1 mal die Woche die Kleidung zu wechseln.
    Nach Ausbildungsende änderte sich mein Arbeitsweg, ich fuhr seitdem von der Stadt aufs Land. Und ich war froh, mir wieder ein Auto kaufen zu müssen (die Fahrpläne waren ums verrecken nicht mit meinen Arbeitszeiten kompatibel), selbst wenn ich öfter im Berufsverkehr steckte, waren es immer die gleichen Punkte, die mich positiv stimmten:
    Ich entscheide, wann ich aufbreche, 24/7, auch spontan und ohne Fahrplanstudium. Transport von größeren Gegenständen/Einkäufen? Kein Problem. Zügig an schlecht angebundene Orte kommen? Mit Leichtigkeit. Nach nem stressigen Tag Ruhe haben und nicht 3 verschiedene Handys gleichzeitig grausam verzerrte Musik abspielen hören und in Ruhe „runterkommen“ können. Rückblickend hat mich EIN MAL ein Stau so viel Zeit gekostet, dass die Öffis schneller gewesen wären, zumindest inkl. Fußwege.

    Fazit für mich: Vermutlich weil ich Dorfkind bin, schätze ich diese Freiheiten, sie überwiegen für mich eindeutig die im Artikel geschilderten Einschränkungen. Ich habe lieber 5 Minuten Parkplatzsuche als 5 Minuten zwangskuscheln um auf einen Sitzplatz zu warten. Und klar ein Einzel“schicksal“, aber seit ich einen Firmenwagen habe sind natürlich sämtliche finanziellen Nachteile dahin. Aber selbst wenn der wegfiele, ich möchte ein Auto zumindest in der Hinterhand verfügbar haben, ohne Voranmeldung, Wartezeit und Abhängigkeit von anderen.

  • Sehen Sie, als fürsorgliche Eltern sollte man doch bemüht sein, den Kindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.

    Autos verursachen vielerlei Leid:

    Abgase, Feinstaub durch Brems- und Kupplungsabrieb, 4.000 Tote und > 250.000 Schwerverletzte jährlich, Lärm und ein asoziales Stadtbild.

    Tun Sie Ihren Kindern doch den Gefallen und hinterlassen eine saubere Luft.

  • Bei schönem Wetter fahre ich meine 10km ins Büro immer mit dem Rad, bei Regen weiche ich jedoch auf das Auto aus. Habe zwar U- und SBahn vor der Haustüre, aber ich habe keinen Bock meine Zeit zusammengepfercht mit irgendwelchen Assis zu verbringen

  • Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen: Die meisten benötigen kein Auto, es dient nur der Bequemlichkeit. Weder der Wocheneinkauf noch das Vorhandensein von Kindern sind ein Grund. Natürlich gibt es Gegenden hierzulande, wo man ohne Auto nicht wirklich auskommt, weil die Infrastruktur das nicht zulässt. Ich kenne Leute, die ziehen aus einer guten Infrastruktur „auf’s Land“, haben dann 75 km Arbeitsweg (pro Richtung). Mein Mitleid und mein Verständnis dafür hält sich in Grenzen. Ach so, ich wohne rund 15 km entfernt von einer Großstadt, die nächste S-Bahn ist rund 3 km entfernt. Das ist ein für uns passender Kompromiss zwischen Infrastruktur und Ruhe. Ich habe Frau, drei minderjährige Kinder und einen Hund – und noch nie ein Auto besessen. Dafür gibt es ein paar Fahrräder und Fahrradanhänger. Da passt der Wocheneinkauf locker rein. Klar muss man einige Wege genauer planen. „Mal eben“ an einem sonnigen Sonntag spontan von Hamburg zur Ostsee und abends wieder zurück geht natürlich auch nicht. Muss aber auch nicht sein. Im städtischen Bereich ist ein Auto dann vollends überflüssig. Der Krach, der Dreck, fehlender Parkraum, die Straßen werden vom Blech dominiert. Die Straßen sind regelrechte Schneisen und Barrieren, Fußgänger müssen Umwege in Kauf nehmen, um sie zu überqueren. Radfahrer werden als Störer empfunden. Dass hier etwas schief läuft, sollte eigentlich jeder sehen. Sollte.

  • Ich habe mich noch vor meinem 16. Lebensjahr gegen ein Auto entschieden und bin nun 38. Zum einen stößt so eine Entscheidung auf Unverständnis und ist ein gesellschaftlicher Makel. Zwar wird einem immer versichert, dass man Verständnis dafür aufbringt und es ja auch Vorteile hat aber die Blicke sind fast immer ehr mitleidig oder schlicht ungläubig.

    Ich bin viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und komme fast überall hin, wo ich will, egal ob im Inland oder Ausland.

    Autofahrer haben ihre Staus, ich habe stundenlange Wartezeiten auf Kleinstbahnhöfen nachts und allein sowie überfüllte Züge ohne freien Sitzplatz.

    Auf dem Land ist es problematisch, da fahren teilweise am Wochenende gar keine und unter der Woche nur bis 17 Uhr öffentliche Verkehrsmittel.

    Wenn die Arbeitsstelle nur ein paar Kilometer vom Wohnort entfernt ist hat man den Spaß an Feiertagen und Wochenenden trotzdem pünktlich zur Arbeit zu erscheinen, obwohl nichts fährt, was nicht witzig ist, wenn der Dienst um vor 9:00 Uhr beginnt. Und ein Fahrrad ist bei Unwetter oder Winter und Regen keine echte Option. Eine Wohnung im Arbeitsort ist schon fast Pflicht.
    Es konsequent durchzuziehen kein Auto zu besitzen bringt sehr wohl Einschnitte mit sich, mit denen man sich arrangieren muss. Je kleiner der Ort, an dem man lebt oder arbeitet um so gravierender erkennt man die Vorteile eines eigenen Autos.

    Natürlich spart man auf der anderen Hand auch Geld, vor allem wenn man konsequent bleibt. Selbst die exorbitanten Fahrkartenpreise bei der Bahn, Lieferkosten für Möbel, das gelegentliche Taxi oder das Flugticket stehen in keinem Vergleich zum Wertverlust eines Neuwagens und dessen Unterhalt.

    Trotzdem bin ich froh die Ausnahme zu sein. Würden weniger Autos gebraucht hätten wir weniger Wohlstand und Arbeitsplätze in der Autoindustrie, all die Angestellten der Tankstellen hätten keinen Job mehr. Würden genug Leute aufs Auto verzichten würde dem Staat etwas anderes einfallen, was er besteuern kann.

  • Alte Autos gehören verkauft. Bei dem aktuellen Stand der Technik kann man mit den neuen Fahrzeuge Zeit und Geld sparen. Auch der Einfluss auf die Umwelt ist nicht zu vernachlässigen. In Brandenburg helfen wir euch bei der Vermarktung des alten Autos gerne.

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