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Wie ich Teil einer Mastermindgruppe wurde – und kläglich scheiterte

Mastermind Gruppe
geschrieben von Marinela Potor

Dies ist die lehrreiche Geschichte einer digitalen Nomadin (a.k.a. ich), die auszog, um einer Mastermindgruppe beizutreten – und dabei kläglich versagte. Aus diesem Misserfolg habe ich aber einige sehr wertvolle Lektionen gelernt. Nämlich: wie man es genau am besten nicht anstellt. Also, Kinder, Folgendes bitte genau lesen und dann NICHT nachmachen!

Tretet einer Mastermindgruppe bei, wenn ihr absolut keine Zeit für neue Projekte habt

Ich bin jemand, der sich manchmal vor dem eigenen Elan bremsen muss. Neinsagen fällt mir nach wie vor sehr schwer, noch problematischer ist es aber, wenn ich mir selbst zu viel vornehme. Also zum Beispiel einer Podcast Mastermindgruppe beitreten während ich mit dem Rucksack durch Zentralamerika reise und mehr als genug mit diversen Freelance-Projekten ausgelastet bin und eh schon kaum Zeit zum Schlafen habe?

Klar doch!

Die Idee leuchtete mir sofort ein. Ich würde mir auf der Reise bei den Masterminds genau den Input holen, den ich dafür brauchte, um im Anschluss mit meinem Podcast voll durchzustarten.

Der Haken dabei: Anstatt konzentriert von Woche zu Woche an meinen Zielen zu arbeiten, hatte ich neben dem Reisen und Arbeiten genau 0,0% Energie, um micht mit Podcasten zu beschäftigen. Dementsprechend habe ich es geschafft, in gut sechs Monaten sage und schreibe zehn Minuten Rohfassung einer Podcast-Folge zusammenzuschneiden. Endnote: ungenügend!

Mastermindgruppen machen sehr viel Spaß, wenn dir alle nötigen Tools fehlen

Während man für die Umsetzung eines Blogs meist nur einen Laptop und gutes WLAN braucht, sieht das bei einem Podcast etwas anders auf. Ihr braucht eine gewisse technische Grundausstattung. Dazu gehört mindestens ein Mikrofon und ein Schnittprogramm. Ein zusätzlicher Ploppschutz, ein gutes Handaufnahmegerät und eine Aufnahmesoftware für Skypegespräche machen das Ganze sogar noch professioneller.

Da mir aber gut die Hälfte dieses Equipments bei meinem Einstieg in die Mastermindgruppe fehlte und ich es auch nicht unterwegs kaufen konnte, lag es selbstverständlich nahe, genau in dem Moment voll einzusteigen.

Selbst wenn ich also die nötige Zeit und Energie gehabt hätte, um an meinem Podcast zu arbeiten – ich hätte eigentlich gar nichts Vernünftiges aufnehmen und produzieren können.

Wenn du willst, dass deine Mastermindgruppe scheitert, stelle keine Regeln auf

Neben meinem inneren Chaos, schien es mir ganz hervorragend, dass unsere Mastermindgruppe so gar keine Regeln hatte.

Es gab keine Vorgaben, wie die Gesprächsrunden aufgebaut waren, wie lange die Treffen laufen sollten, wer in welcher Form seine Projekte vorstellen sollte und es gab erst recht keine Strafen für Mitglieder, die sich zu spät dazu schalteten oder gar nicht erst auftauchten.

Warum eine Gruppe mit Regeln aufstellen, wenn es ohne absolut nicht funktioniert? Mit dieser Logik hangelten wir uns also komplett ohne Struktur durch unsere Meetings. Das trug so wunderbare Früchte wie etwa eine sehr ausführliche Diskussion zu Aufläufen als Abendessen.

Merke: Eine Mastermindgruppe muss keine Militärakademie sein, aber Regeln machen den Austausch nicht nur leichter, sie betonen auch die Ernsthaftigkeit einer Gruppe. Denn ohne Regeln machen alle was sie wollen und keiner hat auch nur einen Funken Respekt für die Gruppe.

Such dir eine Mastermindgruppe, in der alle genau so chaotisch sind wie du

All das wäre vielleicht noch irgendwie gegangen, wenn alle Mitglieder voll motiviert gewesen wären. Doch leider war unser Gruppenleiter oft bei unseren Treffen verhindert, ein Mitglied musste aus persönlichen Gründen zwei tolle Podcast-Projekte abbrechen und eine Teilnehmerin stellte nach zwei Treffen fest, dass ihre eigene Webseite erstmal vor dem Podcast Vorrang hatte.

Zusammen ergaben wir ein ziemliches Häufchen Elend. Anstatt uns zu motivieren, anzuspornen und von der Energie und den Prozessen der anderen zu profitieren, zogen wir uns gegenseitig nur weiter runter.

Am Ende waren wir alle so frustriert, dass wir die Gruppe auflösen mussten.

Und die Moral von der Geschicht’…

… lasse Mastermindgruppen schleifen nicht!

Wenn du nämlich gut vorbereitet, motiviert und mit Ernsthaftigkeit an die Mastermindgruppe herantrittst, wirst du auch garantiert nicht so glorreich scheitern wie ich!

Nutze also die Chance der Mastermindgruppen, denn sie können dich und deine Projekte ungemein voran bringen.


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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