Transport

Mein erstes Mal – mit Blacklane

Blacklane Flyer
Foto: Blacklane
geschrieben von Marinela Potor

Wie fährt es sich eigentlich mit dem Limousinenservice von Blacklane? Wir haben den Dienst getestet – das ist unser erster Eindruck.

Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn man wie die Reichen und Schönen dieser Welt mit einem schicken schwarzen Wagen vorfährt? Genau das habe ich jetzt ausprobiert und bin das erste Mal mit Blacklane gefahren.

Was ist Blacklane?

Blacklane ist ein Berliner Unternehmen, das Chauffeurdienste anbietet. Die Fahrer – mitsamt schickem schwarzen Auto – können also über die Webseite oder die App gebucht werden. Vereinfacht gesagt ist Blacklane damit so etwas wie Uber für schöne Autos.

Darüber hinaus bemüht sich Blacklane aber um immer neue, besondere Angebote für seine Kunden. Nutzer können zum Beispiel in bestimmten Städten Elektroautos von Tesla buchen oder einen „Airport-Concierge“. Vor Kurzem hat Blacklane eine Kooperation mit Babbel gestartet. So können die Chauffeure über die Sprachlern-App ihre Sprachkenntnisse verbessern.

Blacklane verspricht also flexible Mobilität, schicke Autos und das gewisse Extra an Service. Doch wie sieht dies in der Praxis aus?

Bestellen oder buchen? Beides!

Das erste, was Blacklane von klassischen Ridehailing-Angeboten unterscheidet ist, dass man nicht nur in dem Moment ein Auto buchen kann, wann man es braucht, sondern es auch vorbestellen kann. Tatsächlich braucht eine Bestellung eine Stunde Vorlauf. Das klingt etwas nach antiquiertem Taxi-Dienst, hat aber auch in unserer On-the-Go-Gesellschaft seine Vorteile.

Ich hätte zum Beispiel einmal beinahe meinen Flieger verpasst, nur weil kein einziger Uber- oder Lyftfahrer um 05.00 Uhr morgens in meiner Nähe unterwegs war, um mein Fahrgesuch anzunehmen. Die Vorbestell-Funktion hilft hier nicht viel, da dies nur bedeutet, dass die Apps automatisch ein Gesuch losschicken, man aber immer noch in dem Moment auf einen aktiven Fahrer angewiesen ist.

Auch ist es manchmal extrem nervig, nach einem langen Flug in einem fremden Land anzukommen, festzustellen, dass es kein WLAN am Flughafen gibt und dann mühsam mit einem örtlichen Taxifahrer Zielort und Preis verhandeln zu müssen.

Es gibt also durchaus Gelegenheiten, in denen eine Vorbestell-Funktion wie bei Blacklane sehr angenehm ist. Am Flughafen empfangen die Blacklane-Fahrer die Kunden übrigens auch noch ganz klassisch mit dem Namensschild. 🙂

In meiner spezifischen Situation war ich gerade in Israel unterwegs und selbst in Tel Aviv ist es am Sabbat kein Vergnügen einen Taxifahrer aufzutreiben, vor allem nicht um 07:00 Uhr morgens. Deshalb war auch ich über diese Möglichkeit sehr dankbar.

Der Buchungsprozess: Einfacher geht es kaum

Die Autos von Blacklane können entweder über die Webseite oder über die App bestellt werden. Dazu erstellt man ein Kundenprofil und trägt als Zahlungsmethode seine Kreditkarte ein. Wenige Minuten später kann man schon das erste Auto bestellen.

Dabei gibt es drei Kategorien:

  • Business-Class für maximal drei Personen und zwei große Gepäckstücke: Mercedes-Benz E-Klasse, BMW 5 Serie, Cadillac XTS oder Ähnliches
  • Business Van / SUV für maximal fünf Personen und Gepäckstücke: Mercedes-Benz V-Klasse, Chevrolet Suburban, Cadillac Escalade, Toyota Alphard or Ähnliches
  • First Class für maximal drei Personen und zwei Gepäckstücke: Mercedes-Benz S-Klasse, BMW 7 Serie, Audi A8 oder Ähnliches

Ich habe aus Testzwecken zunächst mein Profil auf der Webseite erstellt und hierüber auch den Fahrer und das Fahrzeug gebucht. Anschließend habe ich die App heruntergeladen. Hier musste ich mich lediglich anmelden und alle meine Informationen waren sofort verfügbar, inklusive der gerade abgeschlossenen Buchung.

Das klingt vielleicht banal, aber die Nutzererfahrung bei vergleichbaren Apps wie Uber oder Lyft war nicht immer so angenehm und unkompliziert. Sowohl App als auch Webseite von Blacklane sind sehr intuitiv in der Nutzung. In diesem Sinne ist die UX von Blacklane die wohl beste, die ich bisher bei vergleichbaren Diensten hatte.

Einen Kritikpunkt gibt es aber doch: Man muss sowohl für den Abholort als auch für den Zielort eine Landmarke oder eine genaue Adresse angeben. In den meisten Fällen ist das sicherlich kein Problem. Für mich war aber genau das kompliziert.

Mein Ziel war eine Nebenstraße am Hauptbahnhof in Tel Aviv. Von hier fahren regelmäßig Shuttles nach Jerusalem. Ich konnte aber nirgendwo eine genaue Adresse für die Haltestelle finden und musste die Hausnummer daher mehr oder weniger erraten. Auch das könnte man sicherlich einfacher über eine Karte und eine Stecknadelfunktion lösen.

Diese könnte auch beim Abholen hilfreich sein. So fand ich es zwar angenehm, dass Blacklane eine Nachricht verschickt, sobald der Fahrer zum Abholort unterwegs ist. Eine Karte mit Echtzeit-GPS, bei der man genau nachverfolgen kann, wo der Fahrer gerade ist, wäre aber vielleicht noch ein schönes weiteres Detail.

Der Chauffeur: sehr professionell, aber mit Sprachschwierigkeiten

Da ich aber den Fahrer zu einer bestimmten Uhrzeit bestellt hatte, ist das vielleicht nicht so relevant. Man weiß ja, wann er ankommen soll. Darüber hinaus garantiert Blacklane 15 Minuten kostenfreie Wartezeit (am Flughafen sogar eine Stunde).

Mein Fahrer, nennen wir ihn Viktor, kam sogar mehr als pünktlich an. Trotz der frühen Stunde war er gut gelaunt, hievte ohne Kommentar meinen schweren Rucksack in den Kofferraum und bot mir außerdem eine Flasche Wasser an (obwohl ich nur den Business-Service gebucht hatte).

Die Kommunikation während der Fahrt war allerdings etwas stockend, da Viktor zwar über grundlegende Englischkenntnisse verfügte, viele meiner Fragen aber („Wie lange fährst du schon für Blacklane?“ „Woher kennst du Blacklane?“) nicht verstand. Als Chauffeur war er jedoch hervorragend, sehr professionell und brachte mich so sicher ans Ziel.

Fazit: Ein Service für besondere Gelegenheiten

Insgesamt kann ich sagen, dass der Service von Blacklane den Transport in gewissen Situationen sehr viel angenehmer machen kann als ein Taxi oder ein klassischer Ridehailing-Service. Dafür zahlt man allerdings auch einen exklusiven Preis.

Meine Fahrt war knapp fünf Kilometer lang und hat etwa 80 Euro gekostet. Auch wenn – full disclosure – Blacklane mir für die Testfahrt einen Voucher ausgestellt hat, ist das ein stolzer Preis.

Das liegt sicherlich auch daran, dass alles in Tel Aviv sehr teuer ist. In Berlin wird mir für eine vergleichbare Strecke ein Preis von rund 46 Euro angezeigt.

Trotzdem ist das kein Betrag, den man sich für jede Stadtfahrt leisten kann oder will. Auch sollten, meiner Meinung nach, bei diesem Preis die Fahrer besseres Englisch beherrschen.

Dennoch: Für besondere Gelegenheiten oder einen entspannteren Start in den Urlaub, kann ich Blacklane insgesamt durchaus empfehlen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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