Das Mobility Mag-ABC der Mobilität

Wenn es um Mobilität und Transport geht, hagelt es oft nur so von unverständlichen Fachbegriffen. Viele davon verwenden wir wiederum im Alltag, ohne genau zu wissen, was sie wirklich bedeuten.  Deswegen haben wir die wichtigsten Begriffe im Mobility Mag-ABC der Mobilität zusammengetragen.

Assistenzsysteme

Wird oft als Kurzform für Fahrerassistenzsysteme gebraucht.  Damit sind elektronische Zusatzeinrichtungen in Fahrzeugen gemeint, die den Fahrer unterstützen sollen. Dazu gehören beispielsweise Funktionen wie Cruise Control (Abstandsregler) oder ABS.

auto-

Vorsilbe. Stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie selbstbegründet oder selbstbezogen. Abgeleitete Wörter sind beispielsweise Automat, autonom oder Automobil. Das Automobil (kurz: Auto) bedeutet wörtlich „selbstangetriebenes Kraftfahrzeug“.

Automatisieungsgrad

Im Bereich der Mobilität bezieht man sich damit auf die Stufen der Autmatisierung eines Fahrzeugs. Diese reichen nach aktuellen Normen von 0 bis 5. Bei einem geringen Automatisierungsgrad übernimmt der Fahrer beinahe alle Fahraufgaben und wird höchstens von Assistenzsystemen unterstützt. Bei einem hohen Automatisierungsgrad kann das System fast alle Fahrfunktionen ausführen, der Fahrer muss diese nur überwachen oder ist, im Falle der Vollautomatisierung, gar nicht mehr in den Fahrprozess eingespannt.

autonom

Selbständigkeit, Unabhängigkeit, Souveränität. Der Wortursprung liegt im Griechischen. In der Mobilität wird der Begriff „autonom“ genutzt, um von fahrerlosen Autos zu sprechen. Das Fahrzeug kann demnach anhand eines Computersystems von selbst fahren und ist nicht mehr auf den Fahrer angewiesen.

Autopilot

Als Autopilot wird eine automatische Steuerungsanlage bezeichnet, die ein Fortbewegungsmittel automatisch lenken kann (aber nicht muss). Wenn der Autopilot eingeschaltet ist, muss der Fahrer nicht mehr in die Steuerung eingreifen. Am bekanntesten ist der Autopilot aus Flugzeugen, in denen Piloten die Steuerung an das System übergeben.

Bikesharing

Ein meist stadtweites öffentliches Fahrradverleihsystem. In Deutschland oft auch Fahrradverleih oder Fahrradvermietung genannt. Anders als bei der Verleihung von Rädern im Urlaub etwa, werden diese Systeme von Unternehmen oder Kommunen zur allgemeinen Nutzung zur Verfügung gestellt. Der Fokus ist dabei der urbane Raum.

Die Idee dahinter ist es, den Nutzern eine günstige und einfache Transportmöglichkeit per Fahrrad zur Verfügung zu stellen. Die Nutzer zahlen dafür entweder einen Nutzungs- oder Abobeitrag, müssen sich im Gegenzug aber nicht um die Wartung und Sicherung des Fahrrads kümmern. Das Finden der Fahrräder sowie die Zahlung erfolgt vielerorts per Smartphone-Applikation.

Carsharing

Carsharing kann als Autoteilen oder Gemeinschaftsauto übersetzt werden. Gemeint ist damit eine organisierte, gemeinschaftliche Nutzung von einem oder meist mehrerer Automobile. Diese werden von privaten Unternehmen und / oder Kommunen zur öffentlichen Nutzung zur Verfügung gestellt. Anders als die konventionelle Autovermietung, können Nutzer beim Carsharing die Fahrzeuge vor allem für Kurzstrecken nutzen, beispielsweise um vom Flughafen in die Innenstadt zu kommen.

E-Mobilität

Oft auch E-Mobility oder eMobility genannt. Abkürzung für Elektromobilität. Das ist der Teil der Mobilität, für den elektrische Energie für das Fahrzeug (Auto, Fahrrad, Zug, Flugzeug, Boot etc.) genutzt wird. Das kann ein batteriebetriebener Motor sein oder auch ein Hybridmotor (Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor).

E-Ticket

Anstatt eines Fahrscheins aus papier, werden beim E-Ticket entweder eine Chipkarte oder das Smartphone zum Ticket. Sie werden von einer Machine oder dem Kontrolleur mit einem speziellen Gerät gelesen.

free-floating

Der Ausdruck „free-floating“ oder stationsunabhängig wird oft im Zusammenhang mit Carsharing oder Bikesharing genutzt. Es geht hierbei um die Art und Weise wie die Fahrzeuge des jeweiligen Angebots für Kunden zur Verfügung stehen.

Beim Free-Floating-Modell steht das Fahrzeug dort, wo es der vorige Kunde abgestellt hat. Neue Nutzer orten verfügbare Auto per Smartphone. Im Gegensatz dazu sind die stationsabhängigen Angebote ortsgebunden. Bei einem stationsbasiertem Angebot wird das Auto an einer Station in der Nähe abgeholt und dort auch wieder abgegeben.

Hybridmotor

  1. Bei einem Hybridmotor ist der Motor eines Kraftfahrzeugs aus zwei verschiedenen Motoren zusammengesetzt. Oft ist damit die Kombination aus Brennmotor und Elektromotor gemeint.
  2. Ein Hybridmotor kann auch ein Motor sein, der verschiedene Kraftstoffe verwenden kann.

Jetlag

Im Deutschen manchmal auch „Zeitzonenkater“ genannt, kommt ursprünglich aus dem Englischen und setzt sich zusammen aus „jet“ (Düsenflugzeug) und „lag“ (Zeitunterschied). Der Jetlag tritt nach Flugreisen auf, wenn eine lange Strecke über verschiedene Zeitzonen hinweg, in sehr kurzer Zeit zurückgelegt wird. Die daraus resultierende Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus ist der Jetlag.

Langsamverkehr

Unter Langsamverkehr fallen Fortbewegungsmittel, die eine geringe Geschwindigkeit haben. Das können Fahrräder oder Roller sein, aber auch der Fußverkehr. Langsamverkehr hat sich in urbanen Zentren zum Trend entwickelt, da die langsame Fortbewegung in Zonen mit hoher Verkehrsdichte sogar schneller sein kann als der Transport im Auto. Viele Städte entwickeln deshalb Verkehrskonzepte, um den Langsamverkehr zu fördern.

Last Mile

„Last mile“ ist eigentlich ein umgangsprachlicher Ausdruck, der ursprünglich aus der Telekommunikationsbranche kommt. Gemeint ist damit die letzte Meile (oder der letzte Kilometer) eines Netzwerkes (Kabelfernsehen, Telefonservice oder Internetanbieter) bis zum Endverbraucher.

Dieser Ausdruck wird oft im Zusammenhang mit der „Last-Mile-Solution“ auch in der Mobilitätsbranche gebraucht. In diesem Fall geht es dabei um die allerletzte Strecke in einer Verbraucherkette, die eine Ware oder ein Service braucht, um zum Kunden zu gelangen. Das kann beispielsweise das Lieferfahrzeug sein, das die Pizza zu Hause abliefert oder der Shuttle, der Reisende vom Flughafen ans Ziel bringt.

LiDAR

LiDAR ist eine Abkürzung für „ligt detection and ranging“ und kann ähnlich wie ein Radar als Methode zur optischen Messung von Abstand und Geschwindigkeit genutzt werden. Während Radar Radiowellen nutzt, nutzt LiDAR Laserstrahlen. LiDAR ist eine Technologie, die in auotnomen Fahrzeugen zur Hinderniserkennung genutzt wird.

Light Commercial Vehicle, LCV

Ein Light Commercial Vehicle oder LCV (manchmal auch LGV für Light Goods Vehicle) ist ein Begriff für kleine kommerzielle Fahrzeuge. Er wird hauptsächlich innerhalb der EU, Australien, in Neuseeland sowie in Kanada gebraucht. Ein LCV darf dabei nicht mehr als drei bis fünf Tonnen wiegen. Dazu gehören Pick-ups, Kleinlaster und Kombitransporter sowie kommerzielle Dreirad-Fahrzeuge, die Waren oder Personen transportieren.

maschinelles Lernen

Das maschinelle Lernen wird als Oberbegriff genutzt, um damit die „künstliche“ (maschinen- oder computergetriebene) Generierung von Wissen aus Erfahrung zu bezeichnen. Ein künstliches System lernt aus Beispielen und kann diese nach Beendigung der Lernphase in neues Wissen verallgemeinern. Es ist eine Technologie, die für autonome Systeme in Autos verwendet wird.

Mixed Mobility

Mixed Mobility oder multimodale Mobilität steht für die wirtschaftliche Nutzung sämtlicher Verkehrsmittel, die zur Verfügung stehen. Dabei werden verschiedene Mobilitätsangebote miteinander verbunden oder vernetzt. So kann ein Passagier mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren und hier einen Zug zum Flughafen nehmen. Je mehr Formen der Mixed Mobility eine Stadt anbietet, desto engmaschiger und effizienter wird das öffentliche Verkehrsnetz.

mobiler Roboter

Ein autonomer mobiler Roboter ist ein Roboter, der sich selbstständig und unabhängig, also autonom, bewegen kann. Wie beim autonomen Fahrzeug gelten auch hier verschiedene Stufen der Autonomie. Als vollständig autonomer mobiler Roboter gilt ein Roboter dann, wenn er auch seine Energieversorgung selbstständig übernehmen kann. Mobile Roboter werden von vielen Autokonzernen zur Entwicklung von fahrerlosen Autos genutzt.

New Space Economy

Die New Space Economy (manchmal auch NewSpace Economy geschrieben) umfasst all die Unternehmen, die die Raumfahrt kommerzialisieren oder privatisieren wollen. Ziel und Geschäftsmodell von Unternehmen wie etwa SpaceX ist es, die Raumfahrt für Privatpersonen zu ermöglichen.

Nutzbremse

Die Nutzbremse, auch Rekuperationsbremse genannt, nutzt die Bewegungsenergie eines Fahrzeugs beim Bremsen, um daraus wieder elektrische Energie zu gewinnen. Der Vorteil ist, dass die Bewegungsenergie so nicht verloren geht, und Fahrzeuge so Energie sparen können. Die Technologie wird bei E-Fahrzeugen sowie bei Fahrzeugen mit einem Hybridmotor genutzt.

Pedelecs (schnelle Pedelecs)

Fahrräder mit einem elektrischen Antrieb. Der E-Motor kann dabei eine maximale Geschwindigkeit von 25 km/h erreichen. Eine spezielle Zulassung ist für Pedelecs nicht notwendig.

Schnelle Pedelecs wiederum erreichen eine maximale Geschwindigkeit von 45 km/h. Daher gehören sie nicht mehr zu den Fahrrädern, sondern zu den Kleinkrafträdern wie etwa ein Mofa. Ein Fahrer braucht deshalb eine Betriebserlaubnis sowie ein Nummernschild.

pilotiertes Fahren

Das ist ein alternativer Ausdruck für autonomes oder automatisiertes Fahren. Darunter versteht man fahrerlose Fortbewegungsmittel, die sich selbstständig bewegen können.

Radar

Abkürzung für „radio detection and ranging“. Radar bezeichnet ein Erkennungs- und Ortungsverfahren, sowie die Geräte, die dafür genutzt werden. Dazu werden wie beim LiDAR elektromagnetische Wellen genutzt, allerdings im Radiofrequenzbereich. Radargeräte messen die Geschwindigkeit von Fahrzeugen im Straßenverkehr und werden umgangssprachlich auch als „Blitzer“ bezeichnet.

Im Bereich der Assistenzsysteme wird die Radartechnologie auch zur Distanzmessung für ACC-Systeme (Automated Cruise Control) genutzt.

Rideshare

Rideshare ist ein englischer Begriff, der im Allgemeinen das Teilen eines Fahrzeuges mit mehreren Mitfahrern bedeutet. Das Fahrzeug kann dabei beispielsweise ein Auto, Zug oder auch ein Boot sein. Im deutschsprachigen Raum wird für das Teilen eines Autos oder eines Zugtickets mit mehreren Insassen auch der Begriff „Mitfahrgelegenheit“ genutzt.

In vielen Ländern nutzen kommerzielle Rideshare-Anbieter das Prinzip, um billige urbane Transportmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören Unternehmen wie Uber oder Lyft.

selbstfahrend

Der Begriff „selbstfahrend“ wird im Zusammenhang mit autonomen oder fahrerlosen Fahrzeugen genutzt. Gemeint sind damit Fahrzeuge, die sich ohne Hilfe eines Fahrers selbstständig lenken können.

Sharing Economy

Mit Sharing Economy ist ein Sammelbegriff für Geschäftsmodelle, Plattformen, Gemeinschaften oder Praktiken gemeint, bei der es um die geteilte Nutzung von Ressourcen geht. Im Bereich der Mobilität geht es dabei wie beim Carsharing oder Bikesharing um das (öffentliche) Teilen von Transportmitteln.

UAV

UAV ist ein Akronym, das für „unmanned aerial vehicle“ steht. Übersetzt bedeutet das so viel wie „unbemanntes Luftfahrzeug“. Gemeint ist damit ein Luftfahrzeug, das ohne menschliche Besatzung an Bord entweder per Fernsteuerung vom Boden aus oder durch einen Computer gesteuert wird. Je nach Einsatzzweck unterscheidet die Deutsche Flugsicherung, ob es sich bei einem Luftfahrzeug um ein UAV handelt oder nicht.

Umgangssprachlich werden UAVs auch oft als „Drohnen“ bezeichnet.

Verkehrsplanung

Verkehrsplanung (manchmal auch: urbane Mobilität) ist ein Teil des Verkehrswesens, bei dem es um die bestmögliche Gestaltung von Verkehrssystemen geht. Bei der Planung sollen Aspekte wie Effizienz, Leistungsfähgigkeit, Sicherheit sowie Nachhaltigkeit von Transport und Mobilität berücksichtigt werden.

VTOL

VTOL ist ein englisches Akronym für „vertical take-off and landing“, also Senkrechtstartung und Senkrechtlandung von Flugzeugen oder Flugfahrzeugen. Ursprünglich vor allem im Militär genutzt, arbeiten viele Entwickler von fliegenden Autos mit dieser Technologie. Denn Flugfahrzeuge, die senkrecht starten und landen können brauchen keine Start- oder Landebahn und sind damit viel praktischer und platzsparender in der Nutzung.

Zukunftsforschung

Die Zukunftsforschung oder Futurologie beschäftigt sich aus wissenschaftlicher Sicht mit möglichen zukünftigen Entwicklungen oder Trends. Zukunftsforscher verwenden dabei Methoden wie etwa die Prognostik, um mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmte Entwicklungen vorhersagen zu können. In der Mobilitätsbranche beschäftigen die meisten Unternehmen Futurologen, um Trends und Entwicklungen nicht zu verpassen.

Hinweis: Dieses Glossar wird stetig erweitert. Wenn euch ein bestimmter Begriff fehlt oder ihr ein Wort erklärt haben möchtet, lasst es uns per Kommentar wissen!