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Elektroautos mit Müll laden? Ein Düsseldorfer Start-up machts vor!

wmoove Verbrennungsanlage
Foto: Screenshot / wmoove
geschrieben von Marinela Potor

Kann man eigentlich sein Elektroauto mit Strom laden, der aus Müll gewonnen wird? Ein Düsseldorfer Start-up sagt „ja”!

Wmoove glaubt sogar, dass es mit seiner Technologie gleich zwei Umweltfliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen, so die Gründer, sei Strom aus Abfall für das Elektroauto umweltfreundlich. Zum anderen bekämpfe man damit gleichzeitig die stetig wachsenden Müllberge. Klingt gut, doch kann die Technologie halten was die Gründer versprechen?

Aus Müll mach Strom

Die Stromerzeugung erfolgt in zwei Schritten. Zunächst wird der Müll mit Mikrowellen bei Temperaturen um 450 Grad Celsius zwei Stunden lang erhitzt. Dieser thermische Prozess setzt Energie in Form von Hitze, beziehungsweise Dampf frei.

Damit kann sowohl Wasser erhitzt als auch ein Generator betrieben werden – mit dem man dann sein Haus oder ein Elektrofahrzeug mit Strom versorgen kann.

wmoove Prozess Grafik

So wird aus Abfall Strom (Foto: Screenshot / wmoove)

Verfahren reduziert Emissionen

Diese Methode an sich ist nicht besonders revolutionär. Derartige Müllverbrennungsanlagen verarbeiten in Deutschland seit vielen Jahren einen großen Anteil unseres Mülls.

Deshalb hofft Wmoove vor allem, dass sie ihre Technologie in Ländern einsetzen können, in denen Müll ohne Vorbehandlung einfach in Gruben gelagert oder vergraben wird, was wesentlich umweltschädlicher ist.

Doch die Gründer glauben auch, dass Menschen in Deutschland von ihrer Technologie profitieren können. Normalerweise werden Abfälle zu Behandlungsanlagen transportiert. Mit dem Prototyp von wmoove dagegen kann der Müll direkt dort verarbeitet werden, wo er entsteht.

Dadurch stößt man natürlich insgesamt weniger Emissionen aus. Umso besser ist die Klimabilanz, wenn dabei gleichzeitig Strom erzeugt wird. Wobei man dazu auch sagen muss, dass auch die meisten industriellen Müllverbrennungsanlagen in Deutschland auf diese Weise entweder Strom oder Heizwärme erzeugen. Elektroaututos, wie Wmoove es vormacht, werden damit allerdings noch nicht geladen.

Ist Wmoove wirklich umweltfreundlicher?

wmoove Prototyp

So grün soll die Mini-Müllverbrennungsanlage von wmoove aussehen (Foto: Screenshot / wmoove)

Dennoch entstehen beim thermischen Prozess selbst immer noch schädliche Emissionen wie CO2, Stickoxide oder Dioxine. In Deutschland regelt das Bundes-Immisonsschutzgesetzt die gesetzlichen Grenzwerte für diese Emissionen.

Experten bezweifeln deshalb, dass ein Netz vieler Kleinstverbrennungsanlagen, wie Wmoove es plant, tatsächlich umweltfreundlicher ist als eine große Verbrennungsanlage. Denn während die Großanlagen die Emissionen in aufwendigen Verfahren filtern, sei das für kleine Anlagen wirtschaftlich nicht lohnenswert, sagt zum Beispiel Peter Gebhardt vom Ingenieursbüro für Umwelttechnik.

Wmoove sieht das naturgemäß anders und sagt, dass sie durch das Mikrowellen-Verfahren ihre Temperaturen viel niedriger halten und damit die Emissionen besser kontrollieren und vor allem geringer halten können als die industriellen Anlagen.

Auch glauben die Gründer, dass einige wenige Konzerne die Branche in Deutschland beherrschen, was sie mit ihrer Methode ändern möchten.

Eon hat investiert

Mit ihrer Vision konnten sie immerhin schon den Energiekonzern Eon überzeugen, der in das Start-up investiert hat.

Auch einige Düsseldorfer Unternehmen nutzen angeblich schon das Verfahren von Wmoove und beim Web Summit 2017 in Lissabon wurde das Start-up zu einem der 33 besten Start-ups in Europa gewählt.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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