Transport

Mein erstes Mal – mit der myTaxi-App

Taxi mit "myTaxi"-Logo
geschrieben von Tobias Gillen

Die Koffer sind gepackt, die Tickets liegen bereit, es ist Urlaubszeit – und der Reim ist reiner Zufall. Doch jetzt mit den Koffern zum Bus, mit dem Bus zur S-Bahn, Treppen rauf, Treppen runter, Treppen rauf, Treppen runter, mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof, Treppen, Verspätungen, rein in den ICE – da ist man schon fix und fertig, bevor der Urlaub überhaupt angefangen hat. Komfortabler geht es mit dem Taxi. Noch komfortabler geht es mit der myTaxi-App.

Als jemand, der so gut wie nie Taxi fährt, habe ich keine Ahnung von Taxiunternehmen, von deren Fahrern oder Telefonnummern. Ich weiß nur, dass ich morgens um 7:15 Uhr an meiner Wohung abgeholt werden muss. Was also tun? Googlen, eine Nummer willkürlich raussuchen? Und dann: Am Abend zum gewünschten Zeitpunkt bestellen? Oder doch lieber morgens auf gut Glück anrufen?

Bei der Google-Recherche kommt mir die myTaxi-App unter. Gibt es natürlich nicht erst seit gestern und war schon häufig Thema in den Nachrichten, wegen diverser Rechtsstreitigkeiten mit Taxiverbänden und -unternehmen. Ich werde neugierig, melde mich an, verbinde mein PayPal-Konto und kann nun gleich ein Taxi für einen Wunschzeitpunkt bestellen. Zusätzlich kann ich auswählen, dass ich einen Mercedes und mit 5 Sternen bewertete Fahrer bevorzuge. So wirklich traue ich dem Braten noch nicht, das ging eigentlich alles zu einfach, um wahr zu sein.

98 Prozent myTaxi, 2 Prozent Taxi-Unternehmen

Am nächsten Morgen um Punkt 7:18 Uhr, knappe drei Minuten zu spät, biegt ein Mercedes in die Straße ein und bringt und pünktlich zum Hauptbahnhof. Der Fahrer ist zuvorkommend, freundlich, unterhaltsam und locker. Er erzählt, dass er inzwischen zu 98 Prozent Fahrten über die myTaxi-App entgegen nimmt. Auf die Fahrten bewirbt er sich, sobald ein Fahrgast sie einstellt. So also auch am Abend vorher. Die Strecke ist lang, bringt ordentlich Geld.

Er kann sich so seine Strecken zusammensuchen, wie es für ihn am besten passt. Ist er gerade in Köln-Chorweiler, kann er auch fix nach Dormagen fahren. Ist er im Kölner Süden, bleibt er dort. Meistens plant er sich seinen Tag so schon am Vorabend zusammen. Ähnliche Zahlen und Erfahrungen hören wir von vielen anderen Fahrern während unserer Reise.

Per App bezahlen: Einfacher geht nicht

Der Bestellvorgang ist dabei so einfach, dass ihn jedes Kind verstehen würde: Die Adresse wird per Ortung bestimmt, vom Gast bestätigt und man kann dann live miterleben, wie der Fahrer sich nähert und wo er gerade ist. Am Ende der Fahrt fragt der Fahrer, ob man bar oder per App bezahlen möchte. Wählt man letzteres, poppt ein Fenster auf dem Smartphone auf, das man mit einem Wisch bestätigt und wählt noch das Trinkgeld aus: nichts, 10, 15 oder 20 Prozent.

Nun kann man den Fahrer und das Fahrzeug noch bewerten. Bei unseren zehn Fahrten haben wir einmal vier Sterne vergeben, ansonsten gab es immer volle Punktzahl. Das Bewertungskonzept scheint also aufzugehen. Ein Fahrer berichtet zudem stolz von seinen 250 Stammgästen, die er inzwischen bei myTaxi gesammelt hat. Der Gast kann einen Fahrer immer und immer wieder anfragen, wenn er ihn als Stammfahrer hinzufügt. Zudem kann er ihn auch anrufen oder ihm eine Nachricht senden.

Fazit: So geht disruptiv

Lassen wir das ganze verkehrspolitische Drama um myTaxi mal weg – und auch den Ärger der Taxiunternehmen. Betrachten wir die myTaxi-App mal rein aus Sicht des Kunden. Dann muss man wohl eingestehen, dass genau so disruptive Technologie funktioniert. Bestehende Abläufe werden mit innovativen Konzepten verändert und auf Dauer möglicherweise sogar in Gänze verdrängt. Die myTaxi-App ist für mich das Paradebeispiel für kundenorientiertes Denken einer Technologie-Firma.


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist Chefredakteur des Online-Magazins BASIC thinking. Als Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH wirkt er zudem dort und bei Mobility Mag im Hintergrund.

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