Future

Warum sollte ein autonomes Auto eigentlich so aussehen wie ein Auto?

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Bild: Next Future Transportation Inc.
geschrieben von Marinela Potor

So kreativ die Entwickler von autonomen Autos bei der Technologie sind, so fad sind auch ihre Designs. Denn sie sehen immer noch genauso aus wie herkömmliche Autos und können im Endeffekt auch nicht viel mehr als Insassen transportieren. Genau diese starre Sichtweise möchte das italienische Unternehmen Next Future Transportation aufbrechen. Ihre Vorstellung: Autonome Kisten statt Autos.

Autonome Autos gelten ja als die Fahrzeuge der Zukunft schlechthin. Komisch ist dabei nur, dass bislang alle Konzepte, Entwürfe und auch schon die ersten Fahrzeuge mit autonomen Funktionen selbst bei innovativen Vordenkern wie etwa bei Tesla oder Google immer noch wie stinknormale Autos aussehen. Das italienische Unternehmen Next Future Transportation hat etwas mehr Fantasie. Gemeinsam mit einem Team im Silicon Valley arbeitet der Designer, Ingenieur und Ideengeber hinter NEXT, Tommaso Gecchelin, an seiner Vision für den Transport der Zukunft: Autonome Kisten.

Intelligente Boxen

Die autonomen Kisten erinnern ein wenig an den rollenden Lastwagen aus dem Video zum Lied „Lemon Tree“, sollen technisch aber viel auf dem Kasten haben (Wortspiel beabsichtigt). Die NEXT-Pods sollen elektrisch angetrieben werden, autonom fahren, modular gekoppelt sowie on-demand bestellbar sein. Die ursprünglich schwarzen Boxen könnten darüber hinaus „individualisiert“ werden. Mit anderen Worten, sie könnten auch als fahrende Werbewagen vermarktet werden.

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Bild: Next Future Transportation Inc.

In der Praxis könnte das so aussehen: Im ersten Schritt können Nutzer die Pods per App bestellen. Je nach Nachfrage und Ziel werden verschiedene Anfragen miteinander koordiniert, um so, ähnlich wie bei Uber Pool, möglichst viele andere Mitfahrer auf der gleichen Strecke mitnehmen zu können. Die Fahrzeuge kommunizieren darüber hinaus miteinander. Sollten mehrere Boxen die gleiche Strecke fahren, koppeln sie sich während der Fahrt aneinander. Das soll Energie und Platz sparen und für andere Verkehrsteilnehmer übersichtlicher sein als viele einzelne Boxen.

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Bild: Next Future Transportation Inc.

Sind mehrere dieser Boxen miteinander verbunden, öffnet sich die Verbindungstür und man kann zwischen einzelnen Kisten hin und her spazieren, ähnlich wie zwischen mehreren Zugabteilen.

Gesucht: Investoren

Doch das ist noch längst nicht alles, was Tommaso Gecchelin und sein Team sich ausgemalt haben. Während der Fahrt zur Arbeit könnte sich beispielsweise ein Kaffeewagen andocken und so den müden Pendlern frischen Kaffee anbieten. Auf dem Nachhauseweg wiederum könnte sich ein Kinowagen andocken, in welchem man beim Filmchengucken entspannt in den Feierabend fährt.

Und hier fängt der Spaß erst an! Die Boxen können selbstverständlich nicht nur von der Stadt, sondern auch von Privatpersonen oder Unternehmen gekauft werden. Stellt euch beispielsweise eine rollende Bar vor, die euch und eure Freunde in die Disko fährt. Das Wort „Boxenparty“ könnte eine ganz neue Bedeutung bekommen. Praktisch wären auch Schlafboxen, in denen Reisende bei Übernachtfahrten in einem richtigen Bett schlafen und so erholter am Ziel ankommen.

All das soll aber nicht irgendwann in ferner Zukunft möglich sein, sondern schon in wenigen Jahren. Laut NEXT sollen die ersten autonomen Pads bereits 2020 fertig sein. Um die nötigen finanziellen Mittel dafür zusammen zu bekommen, hat das Unternehmen unter anderem eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Wer 100.000 US-Dollar investiert, dem verspricht das Unternehmen einen „futuristischen Wohnwagen“. Seit dem Launch der Kampagne vor rund vier Monaten scheint das Konzept die Crowd jedoch noch nicht vollständig überzeugt zu haben. Bisher hat NEXT erst 78.250 US-Dollar sammeln können.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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