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Elektroautos, aber nachhaltig: Northvolt und Hydro wollen Auto-Akkus recyceln

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Northvolt und Hydro wollen eine neue Recycling-Fabrik für Akkus starten. (Foto: Northvolt)

Die beiden europäischen Unternehmen Northvolt und Hydro haben sich zusammengetan, um eine großangelegte Recycling-Fabrik für Auto-Akkus zu starten. Damit könnten Elektroautos noch nachhaltiger werden. 

Wenn Elektroautos wirklich nachhaltiger werden sollen, kommt man um die Akku-Frage nicht herum. Sowohl in der Rohstoffgewinnung als auch in der Produktion sammeln Akkus einen großen CO2-Rucksack an. Eine Möglichkeit, diesen Rucksack zu verkleinern, ist: Akkus aus recycelten Rohstoffen bauen.

Bislang ist das Recycling von Akkus aus Elektrofahrzeugen noch kein sonderlich lohnenswertes Geschäft, weil es noch sehr wenige Elektroautos gibt und diese auch noch relativ neu sind. Großangelegte Recycling-Anlagen sind darum bislang nicht sehr wirtschaftlich. Das liegt auch daran, dass das Recycling verhältnismäßig aufwendig ist.


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Es gibt zwar verschiedene Ansätze, das Akku-Recycling effizienter zu machen. Doch großangelegte Recycling-Anlagen sind selten. Das könnte sich jetzt ändern.

Der norwegische Aluminiumhersteller Hydro und Batterie-Hersteller Northvolt mit Sitz in Schweden haben sich jetzt nämlich zusammengetan und wollen eine große Recycling-Anlage für Elektroauto-Batterien starten.

Northvolt und Hydro wollen Tesla Konkurrenz machen

Das Recyclingzentrum soll im norwegischen Fredrikstad stehen und 2021 den Betrieb starten. Im ersten Schritt sollen hier jährlich 8.000 Tonnen Akkus recycelt werden. Das entspricht in etwa 16.000 Akkus. Die Kapazität ließe sich aber künftig erweitern.

Beide Unternehmen hoffen von dem Joint Venture zu profitieren.

Das recycelte Aluminium soll nämlich an Hydro gehen. Northvolt bekommt wiederum wiedergewonnene Rohstoffe wie Kobalt, Lithium und Mangan. Das langfristige Ziel von Northvolt ist es, bis 2030 50 Prozent seiner Rohstoffe aus recycelten Batterien zu gewinnen.

Northvolt ist zwar noch ein junges Unternehmen, wurde aber von ehemaligen Tesla-Führungskräften 2017 gegründet und möchte sich als dominanter Akku-Hersteller in Europa etablieren, aber natürlich auch Konkurrenten wie Tesla oder Panasonic ausstechen.

So möchte Northvolt beispielsweise eine eigene Version einer „Gigafactory“ in Schweden starten.

50% aller Neuwagen in Norwegen sind E-Autos

Das Recyclingzentrum von Northvolt und Hydro ist somit auch Teil der Europäischen Akku-Industrie, um sich gegen internationale Rivalen besser aufzustellen – und gleichzeitig eine Akku-Industrie aufzubauen, die grüner ist als alle anderen.

Um das umzusetzen, möchten die Unternehmen mit 100 Millionen Norwegischen Kronen (etwa: 9,3 Millionen Euro) als Investitionssumme starten.

Derart große Recyclingpläne sind in Norwegen sicherlich lohnenswert. Immerhin sind hier 50 Prozent aller Neuwagen Elektroautos und 30 Prozent Hybridautos. Bis 2025 soll es im Land gar keine neuen Verbrenner mehr geben.

Das Joint Venture rechnet deshalb damit, dass der Verkauf von Elektroautos in den nächsten Jahren „Hockeyschläger-hoch“ sein wird, wie die Financial Times berichtet. In dem Fall hätten Northvolt und Hydro nicht nur ein nachhaltiges, sondern auch ein lukratives Unternehmen am Start.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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