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Opel bringt Corsa-E heraus: Können Elektroautos jetzt die Massen begeistern?

Opel Corsa-E
Werden Elektroautos jetzt massentauglich? (Foto: Opel)
geschrieben von Marinela Potor

Opel bringt einen neuen Corsa heraus – und er ist rein elektrisch.

So langsam scheinen sich die deutschen Autobauer mit den Elektroautos anzufreunden.

Nachdem sowohl Mercedes als auch Audi mit Elektroreihen herausgekommen sind, BMW mit seinem i3-Modell eins der beliebtesten Elektroautos Deutschlands hervorgebracht hat und Volkswagen angekündigt hat, ab 2025 15 bis 20 Prozent seiner Flotte zu elektrifizieren, kommt jetzt auch Opel mit einem reinen Elektromodell heraus.

Dabei handelt es sich – bezeichnenderweise – um eins der Flaggschiff-Autos bei Opel, dem Opel Corsa.

Opel Corsa-C durchsichtiger Querschnitt

330 Kilometer Reichweite soll der neue Corsa haben. (Foto: Opel)

Opel traut sich noch nicht ganz

Der Corsa-E ist akkubetrieben, mit einer Leistung von 100 Kilowatt (ca. 136 PS) und 330 Kilometer Reichweite nach WLTP (LINK).

Im Schnellladeverfahren kannst du den Akku innerhalb von 30 Minuten zu 80 Prozent aufladen.

Opel Corsa-E Ladebuchsen

Im Schnelladeverfahren kommst du auf 80% Akku nach 30 Minuten. (Foto: Opel)

Das Cockpit beim Corsa-E ist digital und mit Touchscreen. Darüber hinaus kannst du mit einer App verschiedene Funktionen im Auto steuern und zum Beispiel auch den Akkustand prüfen.

Corsa-E Innenraum und Cockpit

Das Cockpit bietet einen digitalen Touchscreen (Foto: Opel)

Der Corsa-E ist die sechste Generation von Corsas. Seit der ersten Version von 1982 sind bei Opel 13,6 Millionen Corsas vom Band gekommen.

In ein paar Wochen kannst du den Elektro-Corsa vorbestellen. Doch auch wenn der Corsa-E als erste Variante zu haben ist, traut Opel sich (noch) nicht auf eine rein elektrische Produktion zu setzen.

So werden nach der Elektro-Variante auch ein Benziner und ein Diesel herauskommen.

Doch Opel bringt nicht ohne Grund zuerst das Elektroauto heraus.

Elektroautos für Jedermann?

Wenn nämlich Traditions-Autobauer in Deutschland wie Volkswagen mit dem E-Golf und Opel mit dem Corsa-E ihre Klassiker elektrifizieren, setzen sie damit auch ein Zeichen.

Es ist ein erstes Bekenntnis zur Elektromobilität.

Die Tatsache, dass immer mehr „massentaugliche“ Automodelle und nicht nur SUVs als Elektroautos herausgebracht werden, zeigt darüber hinaus: Die Autobauer vertrauen darauf, dass Elektromobilität massentauglich sein kann.

Denn wer sich zum Beispiel bewusst für einen Tesla oder einen Mercedes EQC entscheidet, muss nicht nur von der Elektromobilität überzeugt sein, sondern vor allem das nötige Kleingeld dafür in der Tasche haben.

Bei einem E-Golf oder E-Corsa sieht es schon wieder anders aus, auch wenn sie natürlich preislich noch über den Verbrennungsmotoren liegen.

Das günstigste Tesla-Modell ist das Model 3. In Deutschland kostet die günstigste Variante des Model 3 bei rund 45.000 Euro. Zugegeben, die günstigste Variante des Autos (wohl um die 40.000 Euro) ist in Deutschland noch nicht zu haben. Der EQC von Mercedes liegt in der Brutto-Basisversion schon bei über 70.000 Euro.

Der E-Golf wiederum kostet in der Basisversion um die 36.000 Euro. Opel hat noch keinen Preis zum E-Corsa bekannt gegeben, es dürfte aber wohl auch irgendwo in diesem Bereich liegen – und damit in einer Preisklasse, bei der man schon über eine Anschaffung nachdenken kann.

Sicher, das Design ist natürlich im Vergleich zu einem Tesla nicht besonders auffällig, aber auch das ist wohl Absicht.

Je neutraler das Design, desto mehr Käufer spricht man damit wahrscheinlich an. Jetzt darf man gespannt sein, wie die deutschen Autofahrer auf die neuen E-Modelle reagieren.

Update vom 11. Juni 2019

Opel hat jetzt den Preis für den Corsa-E verkündet: Das Basismodell liegt bei 29.900 Euro, die First Edition bei 33.000 Euro.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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