GRÜN ZUKUNFT

Null Emissionen, nur Elektroautos: In Oslo Airport City entsteht die wohl grünste Stadt der Welt

Oslo Airport City
Die Oslo Airport City hat das Zeug zur nachhaltigsten Stadt der Zukunft. (Foto: Oslo Airport City)
geschrieben von Vivien Stellmach

Die urbane Zukunft ist klein und grün – zumindest, wenn man nach Norwegen schaut: In der Nähe des Flughafens von Oslo entsteht eine nachhaltige Stadt, in der nur autonome und elektrische Autos fahren dürfen. Wir zeigen dir, was die Oslo Airport City alles plant.

Der Flughafen Oslo Gardermoen (OSL) ist der größte Flughafen Norwegens. Zwischen dem Flughafen und dem Ort Jessheim entsteht gerade die vermutlich grünste Stadt der Zukunft: Die Oslo Airport City.

Die Oslo Airport City will nämlich mehr Energie erzeugen als ihre Bewohner verbrauchen. Und so soll sie aussehen.

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Die Straßen der Oslo Airport City sollen breit, grün und frei von Fahrzeugen sein. (Foto: Oslo Airport City)

Rund 25.000 Bewohner werden in der Oslo Airport City leben

Die Stadt soll rund vier Millionen Quadratmeter messen und genug Platz für rund 25.000 Bewohner bieten. Sie wird auf dem Areal gebaut, auf dem sich früher der alte Flughafen von Oslo befand, ganz in Sichtweite des 1998 neu eröffneten.

Geplant sind zahlreiche Glas- und Stahlgebäude sowie ein verwinkeltes Zentrum, sodass Bewohner zu Fuß und mit dem Rad überall schnell hinkommen.

Auf ersten Entwürfen auf der Webseite sehen wir auch schon Stahl-Glas-Häuser mit abgeschrägten Dächern, geschwungenen Naturstein-Fassaden und breiten Fußgängerzonen.

Eine Stadt für aktive Menschen

Die Oslo Airport City ist also für Menschen geeignet, die sich gerne bewegen. Im Zentrum der Stadt soll es auch einen weitläufigen Park mit einem großen See geben, auf dem beispielsweise Stand-up-Paddling möglich ist.

Auch führt ein Fahrradweg rund um den See. Es gibt einen Kletterturm und auch eine große Schwimmhalle ist auf den ersten Visualisierungen zu sehen.

Doch auch die nächste Bus- und Bahnhaltestelle soll nie weiter als fünf Gehminuten vom eigenen Standort entfernt liegen. 

Dafür sind Autos mit Verbrennungsmotor im Zentrum nicht zugelassen. Für mehr Flexibilität auf längeren Strecken wird es aber eine Flotte selbstlenkender Elektrofahrzeuge geben.

Mehr Energie erzeugen als verbrauchen

Die Oslo Airport City soll vollständig mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Geplant sind auch automatische Beleuchtungen für Straßen und Gebäude sowie intelligente Müll- und Sicherheitstechnologien.

Damit wollen die Architekten dafür sorgen, dass überschüssiger Strom vollautomatisch entweder an andere Städte oder den benachbarten Flughafen geht. Das Konzept hilft also dabei, Energie einzusparen und effizient einzusetzen.

Um mehr Strom zu produzieren als zu verbrauchen, setzen die Architekten auch auf Geothermik und Solarenergie. Zum Beispiel sollen Photovoltaikanlagen gläserne Gebäudehüllen überziehen.

Zudem sollen natürliche Luftzirkulation in den Straßen und begrünte Dächer ebenfalls dabei helfen, den Energiebedarf zu reduzieren.

Wer soll in der Oslo Airport City wohnen?

Der Bau der Stadt soll voraussichtlich 30 Jahre dauern, also etwa ab 2050 bewohnbar sein. Die Lage bietet sich natürlich vor allem für OSL-Mitarbeiter und deren Familien an.

Aktuell arbeiten rund 22.000 Menschen am OSL. Die Anzahl der Beschäftigten am Flughafen soll sich bis 2050 allerdings auf 40.000 erhöhen. Alle Mitarbeiter dürften also keinen Platz in der Oslo Airport City finden.

Aber die Stadt ist natürlich auch nicht für jedermann geeignet. Es ist zum Beispiel noch unklar, welche kulturellen Angebote es geben wird: Wird es Clubkonzerte oder Festivals für Musikliebhaber geben?

Wird es Platten- und Comicläden, Kinos, Museen und Büchereien geben? Und was ist mit Fußballvereinen und anderen Einrichtungen für verschiedene Mannschaftssportarten? All das bleibt abzuwarten.

Wie laut wird der Fluglärm sein?

Außerdem kann es gut sein, dass Bewohner den Fluglärm in Kauf nehmen müssen. Wie leise oder laut, wie störend oder nicht der sein wird, kann man vorab genauso wenig abschätzen.

Aber: Bis 2040 sollen für Kurzstreckenflüge in Norwegen nur noch Flugzeuge mit deutlich Elektromotoren eingesetzt werden, die deutlich leiser sind als herkömmliche Motoren.

Interessant zu wissen wäre auch, ob die Gebäude vielleicht so lärmisoliert gebaut werden, dass man zumindest drinnen wenig bis gar nichts vom Fluglärm mitbekommt.

So oder so dürfte die Stadt auch für Reisende von großem Interesse sein, wenn sie beispielsweise eine Nacht in der Nähe des Flughafens verbringen wollen. Apartments und Hotels soll es nämlich definitiv geben.

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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin beim Mobility Mag.
Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

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