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Parkamo: So verschwendest du nie wieder Zeit bei der Parkplatzsuche

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Parkamo will die Parkplatzsuche revolutionieren. (Foto: Parkamo)

Einen Parkplatz suchen kostet Zeit, Nerven und verursacht auch noch unnötig Emissionen und Staus. Die App „Parkamo“ will all das ändern – und deine Parkplatzsuche nachhaltig machen. Dafür pflanzt das Start-up sogar Bäume.

Wir verbringen 41 Stunden pro Jahr mit der Parkplatzsuche. Das sind 41 Stunden, in denen der Motor grundlos läuft, wir Benzin und damit Geld verschleudern, unnötige Emissionen ausstoßen, Staus erzeugen und auch noch wertvolle Zeit verlieren.

All das soll nun anders, besser und vor allem nachhaltiger werden, hat sich das schwedische Start-up Parkamo vorgenommen.


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Dabei ist das Start-up nicht bescheiden. Das Jungunternehmen vergleicht sich schon mit Portalen wie „Airbnb“ oder „Booking.com“. Genau so will Parkamo angeblich mit seiner gleichnamigen App die Parkplatzsuche revolutionieren.

Parkamo kommt nach Deutschland

Seit Mitte Oktober leitet Katharina Wagner das Start-up als CEO. Das heißt damit auch: Parkamo will jetzt auch in Deutschland durchstarten.

Katharina Wagner

Katharina Wagner leitet als CEO ab sofort Parkamo. (Foto: Andreas Klein)

Im Telefongespräch mit Mobility Mag erklärt Katharina Wagner, wie das Start-up dazu beitragen will, Emissionen in Städten zu senken und natürlich die nervige Parkplatzsuche zu erleichtern.

„Momentan kann man über unsere App die Preise für Parkplätze am Zielort vergleichen. In naher Zukunft soll sich jeder auch freie Parkplätze anzeigen lassen können“, erklärt Katharina Wagner.

Das Besondere an Parkamo ist dabei, dass sich die App über die Nutzer an andere Park-Apps andockt und all deren Daten zusammenfügt.

In diesem Sinne kann man Parkamo durchaus mit Metasuchmaschinen wie etwa Booking.com oder Expedia vergleichen. Denn mit Parkamo bekommt man so theoretisch viel mehr Parkflächen angezeigt als über eine einzige Park-App.

Die Daten zu den Parkflächen bekommt Parkamo nach dem Crowdsourcing-Prinzip. Das heißt, der einzelne Nutzer, der eine andere Park-App nutzt und nun Parkamo öffnet, erlaubt der App Zugriff zu den Daten der Park-App.

Diese Daten fügt nun der Algorithmus mit den Standort-Daten der User zusammen und zeigt Autofahrern den Preis für die Parkflächen in der Nähe an.

Daraufhin kann man sich dann dorthin per Navigationssystem leiten lassen. Wer will, kann auch schon vor der Fahrt die Parkplatzsuche starten und sich so direkt vom Zielort zum Parkplatz führen lassen.

Je mehr Nutzer die App verwenden, desto mehr Daten stehen Parkamo zur Verfügung und desto präziser sind die Informationen.

Aktuell führt Parkamo acht verschiedene Park-Apps zusammen und kann so Parkflächen in 4.380 Städten und 20 Ländern erfassen.

Das mag praktisch sein, doch wie genau hilft das der Umwelt?

„Wir kompensieren jeden Parkvorgang“

Darauf hat Katharina Wagner gleich mehrere Antworten.

„Zum einen ist geplant, dass wir die Autofahrer mit unserer App viel schneller zu einem verfügbaren Parkplatz routen. Das reduziert die Zeit, die sie mit der Parkplatzsuche verbringen und somit die Kosten aber auch die Emissionen, die dadurch entstehen.“

Das tun andere Park-Apps auch schon. Doch Parkamo geht noch weiter.

„Wir kompensieren jeden Parkvorgang, der über die App stattfindet. Dieses Geld spenden wir dann, um Bäume zu pflanzen.“

Gleichzeitig will Parkamo auch dafür sorgen, dass Autos in Städten weniger Platz einnehmen und so Autofahrer, wenn es sinnvoll ist und der Nutzer es erlaubt, eher zu Parkgaragen umleiten als zu Straßen-Parkplätzen.

„Oft ist es günstiger, insbesondere wenn man das Auto länger abstellt, in einer Parkgarage zu parken. Wir haben außerdem durch Corona gesehen, wie schön es in unseren Städten ist, wenn Autos nicht so viel Platz einnehmen und stattdessen zum Beispiel ein Café seine Tische auf die Parkflächen aufstellt.“


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Eigenen Parkplatz vermieten

Mit den Parkgaragen verdient Parkamo wiederum Geld. Das ist jedenfalls der Plan.

Denn hier möchte sich das Start-up mit Garagen-Besitzern zusammentun. Die Idee ist folgende: Parkamo leitet Autofahrer zu den Garagen. Dafür gibt es dann eine Provision.

Autofahrer wiederum sollen idealerweise den kompletten Parkvorgang, vom Einfahren durch die Schranke bis hin zum Bezahlen, direkt über das Smartphone abwickeln können.

In Schweden läuft bereits ein Pilotprojekt mit Parkgaragen. Im kommenden Jahr soll der Service dann in allen Städten ausgerollt werden.

Doch das ist noch nicht alles. Parkamo denkt auch über ein Parkplatz-Sharing-Modell von privaten Nutzern nach. Das soll nach dem Airbnb-Prinzip funktionieren. Wenn also jemand einen eigenen verfügbaren Parkplatz hat, kann er diesen anderen Autofahrern über die App zur Verfügung stellen und damit Geld verdienen.

Wenn du beispielsweise mit dem Auto zur Arbeit fährst und in der Zwischenzeit dein Stellplatz vor dem Haus verfügbar ist, kannst du diesen über die App für ein paar Stunden freischalten lassen. Auch das vereinfacht die Parkplatzsuche und sorgt dafür, dass der ohnehin knappe Platz in Städten smarter genutzt wird.

Wieso hilft Parkamo Autofahrern, statt Alternativen zu fördern?

All das sind zusammengenommen sehr viele gute Ideen, um Parkvorgänge in Städten einfacher und bequemer zu machen. Doch unterstützt man damit nicht eher Autofahrer, anstatt sie dazu zu bewegen vom eigenen Auto auf nachhaltigere Verkehrsmittel umzusteigen?

Katharina Wagner gibt zu, dass Autofahren in Städten nicht die beste Lösung fürs Klima ist. „Doch der Bedarf ist – leider – da. Es gibt immer noch sehr viele Menschen, die auf ein eigenes Auto angewiesen sind. Wer beispielsweise ein Kind hat, will nicht bei Regen und Sturm zum Carsharing-Auto laufen und jedes Mal den Kindersitz neu justieren.“

In vielen Städten gebe es außerdem die Infrastruktur nicht her, komplett autofrei ans Ziel zu kommen. So bräuchten beispielsweise viele Pendler zumindest für einen Teil der Strecke ein eigenes Auto.

„Natürlich ist es wichtig, an Lösungen zu arbeiten. Doch für die Teilstrecken, für die es im Moment keine autofreie Lösung gibt, können Apps wie Parkamo dabei helfen, das Autofahren nachhaltiger zu machen.“

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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