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Buhmann Auto: Würdest du 200 Euro fürs Parken bezahlen?

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Deutsche Lobbyverbände fordern: Parken sollte teurer werden. (Foto: Pixabay / GLady)

Autos nehmen Menschen und anderen Verkehrsteilnehmer in Städten sehr viel Platz weg. Jetzt fordert sogar der Verband der Automobilindustrie: Parken sollte teurer werden. 

Wenn sogar der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Deutschland das aktuelle Verkehrskonzept in Städten infrage stellt, dann weiß man: Es wird ernst. So stellt der VDA jetzt in einem Positionspapier fest: So geht es nicht weiter.

Gemeint ist damit, dass Städte an der Grenze der Verkehrsbelastung angekommen sind. So wie der Verkehr aktuell geregelt sei, platzen die Städte aus allen Nähten, kritisiert der VDA. Zudem könne man so weder die Klimaschutzziele erreichen noch die Luftqualität verbessern. Auch sei die Sicherheit der Menschen gefährdet und die Lebensqualität der Bewohner leide.


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Was also tun?

Der VDA schlägt vor: Das Parken teurer machen.

Genau genommen hat der VDA mehrere Vorschläge für ein besseres Parkraummanagement in Städten ausgearbeitet. Schließlich könne man nicht einfach Parkflächen abschaffen, ohne Alternativen zu bieten, heißt es vom VDA.

Sieht so das Parken der Zukunft aus?

So sehen daher die Ideen für das Parken der Zukunft aus.

Autonome Autos parken smart

Autonome Autos könnten beispielsweise miteinander kommunizieren und sich gegenseitig darüber informieren, wo noch freie Stellplätze sind. Die lästige und umweltschädliche Parkplatzsuche könnte damit reduziert werden. Darüber hinaus könnten intelligente Fahrzeuge so parken, dass sie weniger Fläche nutzen.

Mehr Sharingdienste

Interessanterweise schlägt ausgerechnet der VDA vor, dass der eigene PKW von Sharing-Angeboten ersetzt oder zumindest ergänzt werden könnte.

Von Carsharing bis Ridepooling solle man daher alle Möglichkeiten nutzen, um Menschen effizienter (und ohne ein Auto parken zu müssen) von A nach B zu bringen.

Interessanterweise geht der VDA hier aber weder auf die Verbesserung des ÖPNVs ein noch auf den Ausbau der Rad-Infrastruktur.

Sonderparkplätze für Lieferverkehr

Darüber hinaus könnten Städte Sonderparkplätze für den steigenden Lieferverkehr einrichten. Das könnte beispielsweise das – insbesondere für Radfahrer – sehr gefährliche Parken in zweiter Reihe verhindern.

E-Fahrzeuge zahlen weniger

Wenn es um die Staffelung von Parkgebühren nach Auto-Typ geht, hat der VDA ebenfalls interessante Ideen. So heißt es in dem Positionspapier, dass Elektrofahrzeuge weniger zahlen sollten.

Falschparker bestrafen

Neben Belohnungen soll es aber auch Strafen geben. Falschparker sollten häufiger geahndet werden. Dafür bräuchte es natürlich auch mehr Personal oder aktive Bürger, die Falschparker melden.

Preis für Parkraum

Neben all diesen Maßnahmen soll aber vor allem das Parken teurer werden. Da die aktuellen Parkgebühren kaum ausreichten, sich hier aber gesetzlich wenig schrauben ließe, schlägt der VDA vor, Preise für das Nutzen von Parkraum zu entwickeln. Die Preise sollten sich laut VDA aber nach dem Einkommen der Bürger richten.

Sehr konkret wird das Positionspapier hier nicht, aber es könnte beispielsweise gestaffelte Preise, je nach Verkehrsaufkommen, geben.

200 Euro fürs Parken

Das ist eine Idee, die auch der Deutsche Städtetag unterstützt.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, sagte etwa in einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung, dass man das Parken durchaus mit einer festen Gebühr (ans Einkommen gestaffelt) bemessen könnte. Und diese sollte wesentlich höher sein, als sie derzeit ist.

„Ein Bewohnerparkausweis für ein Jahr darf heute nicht mehr als 30 Euro kosten. Das deckt oft noch nicht einmal den Verwaltungsaufwand der Städte für Schilder und die Ausweise. Hier sollte ein Rahmen von 20 bis 200 Euro möglich sein.“

Eine bundesweite City-Maut, wie etwa in London, schließt Dedy zwar aus. Er sagt aber auch, dass Städte die Freiheit haben sollten, diese zu erheben.

All das sind natürlich erstmal nur Ideen und Vorschläge. Doch es will schon etwas heißen, wenn sich zwei so gegensätzliche Lobby-Verbände plötzlich einig zu sein scheinen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

1 Kommentar

  • Guter informativer Beitrag. Schreckliche Überschrift – dieses „Buchmann“-Gejaule der Autodenke des letzten Jahrhunderts passt nicht zu einem modernen Mobilitätsblog.

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