ZUKUNFT

Diese Super-Drohne rettet Lawinenopfer

Snowboarder Schnee Berg
Lawinen sind für Wintersportler beim Off-Pisten-Fahren eine große Gefahr. (Foto: Pixabay / 12019)
geschrieben von Marinela Potor

Wintersportler wissen: Lawinen sind eine echte, unberechenbare und meist lebensgefährliche Realität. Ein Start-up, ausgerechnet aus Hamburg, will nun Verschüttete schneller retten – mit einer Drohne.

Was hat das flache Hamburg mit Skifahren in den Bergen zu tun? Mehr als du denkst! Aus Hamburg kommt nämlich das Start-up Bluebird Mountain. Bluebird Mountain hat eine Drohne entwickelt, die Lawinenopfern das Leben retten kann.

Drohne spürt Lawinenopfer auf

Lawinen fordern zahlenmäßig vielleicht nicht viele Opfer. In der Saison 2017 / 2018 waren es zum Beispiel 17 in Österreich. In der vorigen Saison forderten Lawinen 22 Opfer.


Neue Stellenangebote

Team Lead B2B Marketing (m|w|d)
Regiondo GmbH in München
PR Manager B2B Teilzeit (m|w|d)
Regiondo GmbH in München
Sales Manager (m|w|d)
Regiondo GmbH in München

Alle Stellenanzeigen


Wenn man diese Zahlen mit Todesopfern bei Autounfällen vergleicht, klingt das wenig. Zum Vergleich: In Österreich kamen im vergangenen Jahr 400 Menschen bei Autounfällen ums Leben. 2017 waren es 414.

Dennoch ist natürlich jedes Todesopfer eins zu viel. In den Bergen sind Lawinen außerdem eine unberechenbare Gefahr für Wintersportler, selbst mit immer besseren Vorhersage-Methoden, schnelleren Rettungskräften und besser vorbereiteten Skifahrern.

Wer von einer Lawine erfasst wird, hat meist nur wenig Zeit, um ohne Hilfe überleben zu können. Je schneller die Rettungskräfte die Verschütteten finden, desto besser die Überlebenschancen.

Eine neue Unterstützung könnte jetzt von Bluebird Mountain kommen und zwar durch ihre Super-Drohne namens „Powder Bee“.

Das Besondere an Powder Bee ist: Die Drohne spürt Verschüttete auf und sendet dann per Luft das Lawinenverschütteten-Signal an die Rettungskräfte.

Powder Bee Drohne in der Luft

Diese kleine Lawinen-Drohne kann Leben retten. (Foto: Screenshot / Bluebird Mountain)

Wenige Minuten entscheiden über Leben oder Tod

Normalerweise ist jeder Skifahrer mit einem eigenen Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) ausgestattet. Im Fall eines Lawinenunglücks senden Verschüttete dann ihr Standort-Signal über diese Geräte an die Bergungskräfte.

Allerdings ist dies für Rettungskräfte aus der Schneemasse heraus nicht so gut und genau zu orten. Sie müssen meist eine größere Fläche aus der Luft absuchen, bis sie den genauen Ort finden.

Hier kommt Powder Bee ins Spiel.

Wintersportler fahren aus Sicherheitsgründen stets in Gruppen (oder sollten es zumindest tun). Wird nun eine Person aus der Gruppe verschüttet, können die anderen die Spürdrohne in die Richtung schicken, in der sie die verschüttete Person das letzte Mal gesehen haben.

Die Drohne findet dann die Verschütteten. Das funktioniert deshalb, weil die Drohne von Bluebird Mountain mit jedem LVS auf dem Markt kommunizieren kann.

Auch ist Powder Bee so konzipiert, dass die Drohne selbst bei Wind, Schneefall oder Sichtbehinderung wie etwa Felsen, Verschüttete zuverlässig aufspüren kann.

Insgesamt kann die Spürdrohne dadurch die Verschütteten schnell finden und das LVS-Signal an die Rettungskräfte viel schneller und präziser weitergeben als es das Gerät der Verschütteten könnte.

Lawinenopfer können damit angeblich bis zu zwei Minuten schneller aufgespürt werden. In einer solchen Situation, können diese wenigen Minuten aber über Leben und Tod entscheiden.

Erste Tests mit Powder Bee laufen

Powder Bee ist klein und mit 600 Gramm sehr leicht, sodass es in jeden Rucksack passt und somit ein idealer Begleiter für Wintersportler sein könnte.

Könnte – weil es bislang erst einen Prototyp, beziehungsweise eine „Kleinserie“ von 25 Drohnen, 25 Abschusseinheiten und 25 Rucksäcken gibt. Dieses Set wird im Moment mit dem Lawinencamp Bayern und am Kitzsteinhorn getestet.

Serienreif soll Powder Bee dann in etwa zwei Jahren sein.

Zum Weiterlesen


Vernetze dich mit uns!

Bleib am Puls der Mobilität und like uns auf Facebook und folge uns bei Twitter


Teile diesen Beitrag!

Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

KOMMENTIEREN