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Sicher unterwegs: Das gehört in die Reiseapotheke

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Wir geben dir Tipps zum Packen deiner Reiseapotheke. (Foto: Unsplash / Anete Lūsiņa)

Egal, ob Nordseestrand oder Karibikinsel: Eine gute Reiseapotheke ist eigentlich für jeden Urlaub Pflicht. Doch was gehört in die Reiseapotheke und was solltest du generell beim Packen beachten? Wir haben viele hilfreiche Tipps rund um die Reiseapotheke zusammengetragen. 

Die Badehose ist gepackt, die Reiselektüre ist im Rucksack und die Pässe liegen bereit. Doch eine Sache solltest du in keinem Urlaub vergessen: eine Reiseapotheke.

Das kann etwas kompliziert sein, weil diese, je nach Urlaub, immer anders aussehen kann. Ein Familienurlaub an einem deutschen Strand erfordert andere Vorbereitungen als ein Backpacking-Trip durch Südamerika oder ein Tauchurlaub auf den Malediven. Das bedeutet: Du solltest deine Reiseapotheke vor jedem Urlaub etwas an die Urlaubsart, das Urlaubsziel und das Urlaubsland anpassen.

Reiseapotheke an Versorgung vor Ort anpassen

Wenn du in ein Land mit einer sehr guten medizinischen Versorgung reist, ist es etwa nicht so schlimm, wenn du beispielsweise ein Medikament vergessen hast oder vor Ort etwas besorgst. Du kannst dich aber nicht immer auf eine gute Versorgung am Urlaubsziel verlassen.

Wenn du also an einen Ort reist, an dem die medizinische Versorgung nicht zuverlässig ist oder Medikamente möglicherweise gefälscht sind, solltest du vorsichtshalber lieber alles, was du brauchst, dabeihaben.

Auch wenn du in ein Land mit Top-Versorgung reist, aber beispielsweise einen Camping-Trip planst, bei dem du keinen schnellen Zugang zu medizinischer Versorgung hast, solltest du mit einer gut bestückten Reiseapotheke unterwegs sein.

Das gilt natürlich insbesondere, wenn du regelmäßig bestimmte Medikamente nimmst. Diese solltest du immer in der Reiseapotheke dabeihaben. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände  e. V. (ABDA) empfiehlt: Nimm etwa ein Drittel mehr an Arzneimitteln mit, als du benötigen würdest. So bist du auch im Notfall versorgt, falls sich beispielsweise die Abreise verschiebt.

Das Reiseziel kann aber noch andere Auswirkungen haben. Einige Medikamente müssen beispielsweise in bestimmten Zeitabständen eingenommen werden, wie etwa die Anti-Baby-Pille. Planst du also beispielsweise eine Fernreise, solltest du entsprechend die Zeitverschiebung beachten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einnahmeform deiner Medikamente. Insbesondere Zäpfchen sind nicht ideal für sehr heiße Reiseziele, da sie schmelzen. Lass dich dazu von deinem Arzt oder in der Apotheke zu möglichen Alternativen beraten.

Antibiotikum, ja oder nein?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Es kann sicherlich, je nach Ziel, Reiseart und persönlicher Situation sinnvoll sein, ein Antibiotikum dabeizuhaben. Am besten sprichst du dich dafür mit deinem Arzt ab. Doch: Für Antibiotika brauchst du ein ärztliches Rezept.

Koffer oder Handgepäck? So packst du deine Reiseapotheke

Die Faustregel ist: Wichtige Arzneimittel sollten immer ins Handgepäck. Selbst wenn du theoretisch während der Anreise keine Medikamente einnehmen musst, kann es immer passieren, dass Koffer verloren gehen. Und dann stehst du womöglich am Urlaubsziel ohne Reiseapotheke da.

Wenn du platzsparend packen möchtest, lass die Außenverpackungen zu Hause. Nimm aber die Beipackzettel mit oder lade dir diese auf dein Smartphone herunter.

Erkundige dich vor deiner Reise auch, was du an Arzneimitteln einführen darfst. Einige Länder haben strikte Regeln, wie etwa zu starken Schmerzmitteln oder auch Injektionsbesteck (für Diabetiker etwa).

Für Länder im Schengen-Raum findest du die entsprechenden Regulierungen auf der Website der Bundesopiumstelle. Bei anderen Reisezielen fragst du im Zweifelsfall am besten in der Botschaft des entsprechenden Landes nach.

Was gehört in die Reiseapotheke?

Wenn du bestimmte Arzneimittel regelmäßig benötigst, gehören diese natürlich immer in die Reiseapotheke und können z.B. in einer Online-Apotheke bestellt werden. Die ABDA empfiehlt darüber hinaus eine allgemeine Packliste zur Orientierung.

Medikamente

Verbandszeug

Fernreise

  • Moskitonetz
  • Nach Absprache mit Arzt: Malariamittel (rezeptpflichtig)
  • Trinkwasserdesinfektionsmittel

Außerdem können folgende Dinge hilfreich sein:

Impfungen und Malariaprophylaxe

Spätestens sechs Wochen vor deinem Urlaub solltest du dich entweder bei deinem Arzt oder beim Robert-Koch-Institut nach erforderlichen Reiseimpfungen erkundigen.

Oftmals sind diese lediglich empfohlene Schutzimpfungen, die in Deutschland nicht zu den Standard-Schutzimpfungen gehören, wie zum Beispiel die Gelbfieber-Impfung. Oftmals erstatten Krankenkassen diese Impfungen dennoch. Erkundige dich dazu am besten direkt bei deiner Kasse.

Bei einer Reise in ein Malariagebiet ist eine Malariaprophylaxe dringend zu empfehlen. Lasse dich auch dazu am besten von deinem Arzt oder in der Apotheke beraten.

Vor Ort: So bist du auch im Urlaub sicher unterwegs

Nun hast du also deine Reiseapotheke gepackt, bist am Urlaubsziel angekommen – und nun? Solltest du bei jedem Ausflug immer alles mitnehmen? Das musst du natürlich im Einzelfall abwägen. Doch oft ist es sicherlich nicht notwendig, deine komplette Medikamententasche mitzunehmen.

Für einen Tagesausflug kannst du daher eine Mini-Reiseapotheke mitnehmen. Hier kannst du dann neben Sonnenschutzmittel auch Schmerzmittel, Desinfektionsmittel und Pflaster sowie ein Mittel gegen Durchfall einpacken und bist damit gegen die häufigsten Vorfälle geschützt.

Tatsächlich ist Durchfall laut ABDA die häufigste Krankheit im Urlaub. Um dem vorzubeugen, solltest du daher darauf achten, dass du lediglich geschälte, gewaschene und gekochte Lebensmittel verzehrst. Auch wichtig: Achte auf gute Handhygiene. In Corona-Zeiten ist das ja ohnehin selbstverständlich geworden.

Ebenfalls sehr wichtig ist guter Sonnenschutz. Trage lieber zu häufig als zu selten einen guten Sonnenschutz auf. Diesen kannst du natürlich auch vor Ort kaufen. Doch je nach Reiseziel mag es keinen hohen Sonnenschutzfaktor geben und oftmals sind Sonnenmittel in touristischen Regionen viel teurer als in Deutschland.

Zum Schluss noch ein allgemeiner Tipp abseits der Reiseapotheke. Speichere dir die Nummer deines Arztes ab. Solltest du unterwegs ein Medikament benötigen, das du nicht dabei hast, kannst du so klären, auf welche Alternativen du in deinem Urlaubsort zurückgreifen kannst.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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