Mobile Work Transport

So schützt ihr euren Laptop auf Reisen

Day 216: Пусть всегда будет Starbucks / Quinn Dombrowski / Flickr (CC BY 4.0)
geschrieben von Marinela Potor

Wenn es einen Gegenstand gibt, der selbst den minimalsten Minimalisten unter den digitalen Nomaden hoch und heilig ist, dann ist das natürlich der eigene Laptop. Digitale Nomaden lieben, leben und arbeiten an ihrem Bildschirm. Logisch, dass wir natürlich auch besonders gut auf unsere Lieblinge (ich hoffe, ich bin nicht die einzige, die ihrem Laptop einen Namen gegeben hat) aufpassen. Während es daheim auf dem Schreibtisch für euren Laptop relativ sicher und flauschig ist – von der versehentlich verschütteten Colaflasche mal abgesehen – lauern auf Reisen die verschiedensten Gefahren für euren Laptop. Mit einigen wenigen Maßnahmen könnt ihr aber auch auf euren Touren dafür sorgen, dass euer Laptop gut geschützt ist und euch so viel länger erhalten bleibt.

Verhüllen wie den Reichstag

Ich kann mir kaum vorstellen, dass es unter euch noch jemanden gibt, der ohne schützende Laptophülle unterwegs ist. Denn diese Hülle ist sozusagen der Fahrradhelm für euren Laptop. Scharfe Gegenstände oder ausgelaufene Senfsauce im Rucksack (ja, das war relativ ekelig, aber mein Laptop hat nichts abbekommen) können so eurem Laptop nichts anhaben.

Glaubt mir, damit reist es sich wesentlich entspannter. Was die Art der Hülle angeht, gibt es ja vom Blümchendesign über den Neoprenschutz bis zum „Ich herze Friesischen Handball” so ziemlich jedes Design und Material, das ihr euch vorstellen könnt. Ich habe mir damals eine der simpelsten überstreifbaren Hüllen gekauft – fertig. Diese habe ich heute noch und sie hat meine Ally bisher wunderbar geschützt.

Laptoprucksack

Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, kann sich natürlich auch einen speziellen Laptoprucksack zulegen. Kauft euch bitte nie nie eine Laptoptasche! Erstens sieht hier auch wirklich JEDER, dass ihr ein wertvolles technisches Gerät an eurer Seite habt (oder denkt es zumindset) und zweitens sind Laptoptaschen meist so eng, dass ihr fast nichts anderes darin transportieren könnt. So müsst ihr dann neben eurer Laptoptasche und eurem Koffer oder Rucksack dann auch noch einen kleinen Rucksack für die wichtigen persönlichen Gegenstände mitschleppen.

Laptoprucksäcke dagegen bieten Raum für ein Buch, Knabbereien, Zahnbürste und alles was ihr sonst noch handlich haben wollt UND euren Laptop. Meist ist dabei ein gepolsterter Bereich speziell für euren Laptop reserviert. Das gibt eurem Gerät zusätzlichen Schutz. Und wer es ganz wild mag, der sollte es mal mit diesem mobilen Rucksack ausprobieren:

Von Naturgewalten und Tortenschlachten

Alles womit Kinder sich gerne dreckig machen, ist für euren Laptop Gift: Sand, Wasser, Matsche, Tortenschlachten. Wenn ihr euren Geräten also etwas Gutes tun wollt, haltet sie von den Elementen fern. Während die wenigsten von euch ihre Laptops ins Wasser tauchen oder in eine Tortenschlacht verwickeln, sehe ich immer wieder digitale Nomaden, die mit ihren feingliedrigen Modellen im Liegestuhl am Strand sitzen.

Klar ist es toll, direkt am Strand am Laptop zu arbeiten – und es macht sich auch gut in den Fotos, die man für Freunde und Familie später auf Instagram postet. Nur: lange wird euer Laptop das wahrscheinlich nicht mitmachen. Denn wenn euch eure Laptops (und übrigens auch eure Kameras) lieb sind, haltet sie so WEIT weg wie nur möglich von den feinen Sandkörnern. Auch wenn ihr meint, es käme kein Sand in euer Gerät, der Wind bläst garantiert Mini-Parktikel unter eure Tastatur, sodass es schnell in eurem Gerät nur so knattert und knirscht und früher oder später eure Hardware empfindlich angegriffen wird.

Spa-Erlebnis für euren Laptop

So wie ihr euch hin und wieder einen Spa-Besuch (oder die neue Hose) gönnt, will auch euer Laptop ein bisschen verwöhnt werden. Nein, ihr müsst ihm keine klassische Musik vorspielen oder mit ihm reden, aber der gelegentliche Kontrollbesuch beim Experten kann nicht schaden. Bei mir ist es zumindest so, dass ich trotz aller Vorsicht auf Reisen einfach meinen Computer nicht so aufbewahren kann wie auf einem Schreibtisch. Als Ausgleich habe ich meinen Laptop schon einige Male zum Doktor mitgenommen und einfach auf Viren, überflüssige Programme oder sonstige Problemchen hin prüfen sowie ihn gründlich auspusten und reinigen lassen.

Die Computerkenner unter euch können das wahrscheinlich locker selbst machen, ich suche mir dafür regelmäßig Computerläden in Südamerika (da der gleiche Check-up in Europa oder den Staaten wahrscheinlich so teuer wäre wie ein neues Modell) und gönne meinem Laptop so ab und zu eine Erneuerungskur. So bleibt euch euer Laptop definitiv länger erhalten.

Unter Strom

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich folgenden Tipp von einem Verkäufer im Best Buy in den USA bekommen habe und ich nicht zu 100 Prozent sicher bin, ob er Recht hatte oder mir einfach nur etwas verkaufen wollte. Kommen wir aber zur Sache: Mein Freund und ich hatten festgestellt, dass uns auffällig oft unsere Ladekabel kaputt gingen. Wir hatten sie weder während eines Gewitters in der Steckdose gelassen, noch sonst etwas Ungewöhnliches damit getan. Besagter Verkäufer erklärte uns nun, dass das wahrscheinlich daran liege, dass wir so oft in verschiedene Länder reisten. Auf unsere Reaktion hochgezogener Augenbrauen hin erklärte er uns, dass die Spannung nicht in jedem Land identisch ist.

Während also das Ladekabel aus Deutschland an EU-Spannung angepasst ist, kann es durch die andersgeartete Spannung in Hongkong oder auf der Osterinsel schneller durchbrennen. Je öfter man das Land wechsele, umso anfälliger werde das Kabel. Die Lösung: Ein Adapter, der auch die Spannung anpasst. Wir haben uns diesen Spannungs-Adapter nicht gekauft (weil sehr teuer!) und hatten seitdem allerdings auch keine Probleme mehr.

Während abweichende Netzpannungen in anderen Ländern definitiv Fakt sind, konnte ich aber bisher nirgendwo einen wissenschaftlichen Nachweis darüber finden, dass die Spannungsadapter Ladegeräte und Endgeräte besser schützen (wenn ihr hier mehr wisst, lasst es mich wissen), aber schaden tun sie sicher auch nicht. Wer also seinen Laptop auch vor schwankenden Netzpannungen schützen möchte, kann sich mit so einem Adapter sicherer fühlen.

Umsicht ist die Mutter der Laptopkiste

Neben diesen vielleicht sehr offensichtlichen Schutzmaßnahmen, solltet ihr natürlich auch eure allgemeine Umsicht walten lassen, um euren Laptop zu schützen. Damit meine ich: Wenn ihr in einem Chickenbus in Guatemala sitzt, ist das wahrscheinlich nicht der beste Moment, um euren Computer herauszuholen. Nicht so sehr, weil er euch geklaut werden würde, sondern weil ihr eingepfercht zwischen 3 Fahrgästen und ihren 4 Kindern einfach nicht für die Sicherheit eures Gerätes garantieren könnt.

Ich versuche auch generell in Hostels, je nach Ort und Stimmung, nicht unbedingt meinen Laptop in aller Öffentlichkeit vorzuführen. Gut, mein Modell ist mittlerweile so veraltet, dass ich mir da keine Sorgen mehr machen muss. Doch wenn ich manchmal sehe, in welchen Stadtvierteln digitale Nomaden ganz unbedacht ihre schicken Macbooks herausholen oder manchmal auch einfach unbeaufsichtigt längere Zeit auf den Tisch lassen, muss ich wirklich den Kopf schütteln. Das muss nur die falsche Person sehen und schon wartet an der nächsten Straßenecke jemand auf euch, der euch euren Liebling auf Nimmerwiedersehen wegnimmt. Paranoid? Vielleicht. Doch mir ist bisher noch kein einziges technisches Gerät „abhanden“ gekommen.

Auch würde ich euch dringend empfehlen euren Laptop NIE mit dem großen Gepäck im Flugzeug oder Bus zu lassen. Hier könnt ihr einfach nie wissen, wie euer Computer hin und her geschleudert wird oder ob er auf dem Dach des Busses mitten in der Regenzeit total durchnässt wird. Daher: Bewahrt ihn immer im Rucksack direkt bei euch.

Was meint ihr dazu? Sind meine Schutzmaßnahmen übertrieben? Was macht ihr, um euere Laptops auf Reisen zu schützen? Und vor allem: Welche Namen haben eure Laptops? Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare!


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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