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Elektroautos: Diese Solarhülle lädt dein Auto – und hält es auch noch sauber

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Die Solarhülle von ACPV ist Ladestation und Schutzdach in einem. (Foto: Screenshot / YouTube)

Die drei französischen Unternehmen ACPV, Armor und Gazelle haben eine innovative Solarhülle für Elektroautos entwickelt, die dein Auto gleichzeitig laden und sauber halten kann. 

Auf den ersten Blick erinnert die Solarhülle von Automatic Canvas Protective Voltaic (ACPV) an die Winterplanen, die man übers Auto zieht. Doch die „bache photovoltaïque“ ist viel praktischer und fortschrittlicher.

Denn die Hülle schützt zwar auch vor Außenelementen und hält dein Auto sauber. Die Plane besteht darüber hinaus aber auch teilweise aus Solarzellen, mit denen dein Auto Sonnenenergie in deinen Akku einspeisen kann und deinem Elektroauto so zusätzliche Reichweite bietet.


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Damit kombiniert die Solarhülle Ladestation und Schutzdach in Einem.

Solarhülle für E-Autos: Ohne seltene Metalle oder Giftstoffe

Die Solarzellen stammen von der französischen Armor Group. Anders als herkömmliche Fotovoltaik-Hersteller produziert Armor aber seine Solarzellen aus Kunststoffen und kann so große Mengen auf Rollen bringen.

Ein Produkt von Armor ist beispielsweise die Kombucha Solar Bag, mit der du unterwegs deinen Handy-Akku aufladen kannst – so ähnlich wie die Sunnybag aus Die Höhle der Löwen.

Angeblich sind die Solarzellen in der Solarhülle nachhaltiger als herkömmliche Solarzellen, weil sie keine seltenen Metalle oder Giftstoffe enthalten. Gleichzeitig sind sie leichter als die gängigen Zellen. Das ist natürlich bei Elektroautos ein wichtiger Punkt. Schließlich gilt: Je leichter das Auto, desto weniger Energie wird zum Antrieb benötigt – und desto besser ist auch die Reichweite.

Genau darum kommt für die Solarhülle noch ein dritter Partner hinzu, Gazelle. Der französische Autohersteller hat sich nämlich auf Leichtfahrzeuge spezialisiert, darunter ist auch ein Elektromodell.

Emissionsfrei: 30 km Reichweite extra

Das Elektroauto von Gazelle wiegt lediglich 700 Kilogramm und hat angeblich einen Verbrauch von sieben Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer. Ein vergleichbares Elektroauto, Renault Zoe, liegt im Vergleich dazu bei 17 kWh pro 100 Kilometer.

Die Kombination aus Solarhülle und Gazelle gibt dem Elektroauto nach Informationen von ACPV 30 Kilometer zusätzliche Reichweite. In Frankreich gilt das bei durchaus starker Sonneneinstrahlung ganzjährig. Bis 2022 möchte man diese Reichweite verdoppeln.

Bislang sind das aber nur Schätzungen. Praxistests stehen beim Prototyp bislang noch aus. Die Idee erinnert aber an das deutsche Elektroauto Sion von Sono Motors. Hierbei ist die Karosserie mit Solarzellen verkleidet.

Die Solarhülle von ACPV hätte den Vorteil, dass man sie in verschiedene Automodelle integrieren könnte. Dazu gibt es ein Schienensystem entlang des Fahrzeugs über das sich die Hülle, von Schnüren gezogen, stülpt. Das Ganze funktioniert automatisch per Knopfdruck. Die Plane wird zusammengefaltet in der Stoßstange gelagert

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So funktioniert die Solarhülle. (Screenshot: YouTube)

100 Millionen Kubikmeter Trinkwasser sparen

Darüber hinaus bietet die Solarhülle von ACPV aber noch einen weiteren Vorteil. Sie hält dein Elektroauto sauber. Sprich: Dreck- und Schmutzpartikel perlen an der Plane ab, sodass du dein Auto seltener waschen musst.

ACPV rechnet dabei vor, dass in Frankreich bei zehn Autowäschen pro Jahr insgesamt 200 Millionen Kubikmeter Trinkwasser benötigt werden. Mit der Solarhülle könnte man dies auf fünf Autowäschen pro Jahr reduzieren und somit 100 Millionen Kubikmeter Trinkwasser sparen.

Wann diese Solarhülle auf den Markt kommt, ist aber noch unklar. ACPV verspricht aber, dass Käufern dadurch kaum Zusatzkosten entstehen.

In der Zwischenzeit arbeitet das Unternehmen an einem weiteren Elektroauto-Projekt: Solar-Ladestationen. Diese könnte man so gut wie überall installieren und auch in Regionen mit schlechter Strom-Infrastruktur betreiben.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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